Zehn Tore für den guten Zweck

Zehn Tore für den guten Zweck

Das Benefizspiel der Lotto-Elf gegen die Traditionsmannschaft des VfL Trier brachte überwältigende Resultate. Am wenigsten überraschend war dabei der 8:2 (5:1)-Sieg der Stars um Wolfgang Ove-rath. Aber 1126 zahlende Zuschauer und über 20 000 Euro an Spenden für die Palliativstation des Mutterhauses hatten selbst Berufsoptimisten nicht erwartet.

Trier. Als Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, der Schirmherr der Veranstaltung, schon vor dem Spiel einen Scheck über 21 200 Euro an Dr. Lorenz Fischer, den Leiter der Station des Trierer Krankenhauses, überreichte, hatte nicht nur er Tränen in den Augen. "Wir haben gehofft, fünf- bis sechstausend Euro einspielen zu können", sagte Wolfgang Hilsemer ("Mocca"), der mit seinem 1. MMC Trier (1. Montag-im-Monat-Club) das Spiel in Gedenken an den verstorbenen Dietmar Spier initiiert hatte. Denn zu dem Betrag, der auf dem Scheck stand, kamen später noch die Eintrittsgelder, die Spenden während der Veranstaltung und die Einnahmen aus Getränke- und Essenverkauf sowie Tombola hinzu.
"Wir könnten die Schallmauer von 30 000 Euro knacken", sagte "Mocca". Das Resultat war natürlich Nebensache. "Ich glaube das Spiel ist entschieden", sagt Arno Michels, der Mainzer Co-Trainer, der für den VfL auflief, zur Halbzeit. Von den angekündigten Stars fehlte nur der Lauterer Stefan Kuntz, der aus beruflichen Gründen in Israel weilte. Pünktlich mit dem Anpfiff ging ein wolkenbruchartiger Regen nieder - die Zuschauer blieben dennoch. Sie konnten einen tollen Treffer von Ludwig "Gypsy" Dahler in den Winkel zur Führung (27.) bejubeln. Danach dominierte dann die Lotto-Elf, die Coach Rudi Gutendorf zu seinem 100. Spiel auf der Bank einen souveränen Sieg schenkte. Den zweiten Treffer für die Trierer markierte Stefan Gromzick zum zwischenzeitlichen 2:7. Dariusz Wosz war erster und letzter Torschütze für die Lotto-Elf.
Der große Gewinner aber war die Palliativstation im Mutterhaus. "Die Spende, die wir heute bekommen, ist mehr, als uns sonst im gesamten Jahr zukommt", sagte Pressesprecherin Bettina Leuchtenberg. Wolfgang Overath, Präsident des 1. FC Köln, zeigte auch mit mehr als 60 Jahren noch, dass Deutschland nie einen besseren Linksfuß hatte: "Mir macht es noch immer Spaß", sagte der Kölner. Dahler, der noch immer in der B-Klasse aktiv ist, erklärte: "Nach jedem Spiel tut mir alles weh, nur mein künstliches Hüftgelenk nicht." Michels freute sich "riesig, wieder mit den Jungs von früher zu kicken" und war voll des Lobes: "Sie haben eine tolle Veranstaltung organisiert." Lothar Leiendecker: "Zuerst wollte ich nicht, aber bei so was kann man nicht Nein sagen." Und Andreas "Hennes" Schäfer war "happy, dass wir so viel für den guten Zweck eingespielt haben".
Lotto-Elf: Peter Auer, Thomas Henrichs - Alexander Löbe, Michael Dämgen, Jo Augel, Ratinho, Sven Demandt, Harry Koch, Andrzej Rudy, Harald Kohr, Dariusz Wosz, Wolfgang Overath, Roger Lutz, Christian Springer, Robby Brace, Jürgen Mohr.