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Motorsport
Ein neuer Scharfrichter auf dem Saargau

Die BMW-Piloten Markus Löffelhardt/Lisa Stengl gewinnen die Osterrallye Zerf.
Die BMW-Piloten Markus Löffelhardt/Lisa Stengl gewinnen die Osterrallye Zerf. FOTO: Jürgen C. Braun / TV
ZERF. Zerfer Osterrallye: Überraschender Sieg für BMW-Pilot Markus Löffelhardt, Andreas Heiser bester Fahrer aus der Region. Von Jürgen Braun

Ihn hatten nur wenige auf dem Schirm bei der Frage nach dem Gesamtsieger der 29. Zerfer Osterrallye: Markus Löffelhardt aus Neuenstein und seine Copilotin Lisa Stengl aber wurden im Verlauf der 61,2 Kilometer Wertungsprüfungen im Hochwald und auf dem Saargau vom Geheimtipp zum Mitfavoriten. Am Ende lag das Team im BMW E36 M3  um die Winzigkeit von 1,2 Sekunden vor Michael Bieg/Dietmar Loch (Lindlar),  dem schnellsten Vertreter der Mitsubishi-Evos.

Die Entscheidung fiel erst auf der allerletzten Wertungsprüfung (WP), dem neuen, insgesamt knapp 15 Kilometer langen Rundkurs zwischen Beurig und Merzkirchen. „Diese WP wird zum Scharfrichter“, hatte der 2016er Sieger Frank Färber im Mitsubishi Lancer Evo 8 schon nach dem Abfahren der Strecke für das Erstellen des Aufschriebs gesagt. Färber, der nach der zweiten Durchfahrt der Prüfung „Fuchswald“ wegen eines technischen Defektes an der Antriebswelle  an seinem  Fahrzeug die Segel streichen musste, behielt Recht.

Vor der sechsten und letzten WP lagen Löffelhardt/Stengl noch knapp hinter den späteren Zweitplatzierten Michael Bieg/Dietmar Moch im Mitsubishi Lancer Evo 9. „Ich wusste, dass dort die Entscheidung fallen würde. Diese sauschnelle Prüfung mit langen Asphalt-Passagen musste bei hohen Geschwindigkeiten mit äußerster Präzision gefahren werden. Das hat wohl am Ende den Ausschlag gegeben“, analysierte ein überglücklicher Markus Löffelhardt, der nach 35,37,4 Minuten nur um den Wimpernschlag von 1,2 Sekunden vor dem Mitsubishi-Duo lag.

Ein positives Fazit zog Andreas Annen, der Vorsitzende des veranstaltenden Motorsportclubs Zerf: „Wir hatten eine überwältigend positive Resonanz in jeder Beziehung von allen Teilnehmern. Mit dem Charakter der neuen Prüfung sind wir ein gewisses Risiko eingegangen, aber ich habe keinerlei Kritik gehört.“  Die Zerfer Rallye gehörte auch in diesem Jahr wieder zu mehreren Prädikaten, unter anderem zur  ADAC Rheinland-Pfalz-Meisterschaft,  zur Saarlandmeisterschaft und zur Luxemburger Meisterschaft.

Dies hatte ein Nennergebnis von 88 Teams zur Folge. Viele davon aus dem benachbarten Großherzogtum, wie etwa die amtierenden Meister Patrick und Katia Gengler im Toyota GT86. Aber auch die Rallyepiloten aus der Region waren reichlich vertreten. Die meisten mit der gleichen Zielsetzung  wie das bewährte Gespann Eric Freichels/Arno Bauschert (Krettnach/Wiltingen) in ihrem Peugeot 205 GTI. „Ankommen und Spaß haben“, lautete wie bei vielen anderen auch deren Motto.

Etwas anspruchsvoller ging der Pluwiger Andreas Heiser und Michelle Neubrecht in die Rallye. Am Ende stand der zweite Platz in der Klasse und Rang elf im Gesamtergebnis für das schnellste Paar aus der Region im frontgetriebenen Opel Astra GSI 16V. „Ein Top-Ergebnis, damit sind wir sehr zufrieden. Der Klassensieg war nicht drin, aber wir sind eine gute Rallye gefahren und haben das Auto heil nach Haus gebracht.“

Ergebnisse 29. ADAC Osterrallye Zerf: 1. Markus Löffelhardt/Lisa Stengl, (Neuenstein)  BMW E 36 M3, 35: 37,4 Min.; 2. Michael Bieg/Dietmar Moch, (Lindlar), Mitsubishi Lancer Evo 9, + 1,2 Sek.; 3. Oliver Bliss/Stefan Grundmann (Friesenheim) (Mitsubishi Evo IX, … 11. Andreas Heiser/Michelle Neubrech (Pluwig), Opel Astra GSI 16V, + 02, 59,5 min… 20. Patrick Gengler/Katia  Gengler, Toyota GT86, + 03,39,2 min… 23. Jonas Ertz/Knut Kaiser (Morbach), BMW 328i, + 03,52,6 min;… 34. Patrick Orth/Otmar Hoff (Bergweiler bei Wittlich), BMW 320is, + 4,50,3 min; … 36. Felix Schumann/Katharina Hampe (Daun), Ford Fiesta ST, + 5:24,9 min;… 47. Frank Hoffmann/Jürgen Krieg (Piesport), BMW 323tii, + 6;46,2 min;… 51. Moritz Herrmann/Saskia Hoff (Schleich), BMW 120d, + + 7:05,8 min; … 52. Eric Freichels/Arno Bauschert (Krettnach/Wiltingen), Peugeot 205 GTi; + 07;18,8 min; … (58 von 88 gestarteten Fahrzeugen im Ziel)