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Promi-Faktor
Reit-Turnier in Berlin: Glamour von Springsteen&Co. hilft

Reitet in Berlin: Jessica Springsteen. Foto: Maurizio Gambarini
Reitet in Berlin: Jessica Springsteen. Foto: Maurizio Gambarini FOTO: Maurizio Gambarini
Berlin. Geld und Glamour – für den Veranstalter des Reitturniers in Berlin ist die Mischung perfekt. Von Michel Rossmann, dpa

Neben den Stars des Pferdesports reiten an diesem Wochenende in der Hauptstadt auch Töchter von berühmten und wohlhabenden Vätern: Jessica Springsteen, Jennifer Gates und Georgina Bloomberg. „Das sind Namen, die man nicht nur aus dem Sport kennt“, sagt Turnier-Chef Volker Wulff. „Das hilft uns sehr.“

Der versierte Veranstalter weiß: „Es spricht sich rum, dass sie hier starten. Da sind dann auch ganz andere Medien plötzlich interessiert.“ Wulff ist das recht. „Vor allem im Social-Media-Bereich erhöht das die Aufmerksamkeit“, erklärt der Turnier-Boss. „Wenn zwei oder drei von den Mädels hier sind, dann ist das auch für Gala und Bunte ein Thema. Und das ist für einige Sponsoren wichtig.“

Das hilft gerade bei einem neuen Turnier wie in Berlin, wo nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen 2017 ein Neustart im Sommergarten unter dem Funkturm begann. Insofern wäre es bedauerlich für Wulff, wenn Jennifer Gates ihre Deutschland-Premiere verschiebt. Die Tochter von Microsoft-Gründer Bill Gates hatte zugesagt, ihr Start ist aber noch offen.

Wulff muss für den „Glamour-Faktor“ nichts tun: „Die kommen über die Serie.“ Springsteen, Gates und Bloomberg reiten für Teams der Global Champions League - oder sind sogar Finanziers der Mannschaften. Auf zwei Millionen Euro wird das Startkapital geschätzt, zu dem die Serien-Veranstalter aber keine offiziellen Angaben machen.

„Sie ist die Besitzerin des Teams“, sagte David Will über Georgina Bloomberg, die Tochter des Milliardärs und ehemaligen New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg. Der deutsche Reiter, der einen Turnierstall im niedersächsischen Damme betreibt, reitet für Bloombergs Mannschaft mit dem Namen New York Empire und findet die Zusammensetzung des Teams selber „auf den ersten Blick skurril“. Das Gates-Team heißt übrigens Paris Panthers, hat aber nicht einmal ein französisches Mitglied.

Dank ihrer Mannschaften erhalten Springsteen, Bloomberg und Gates automatisch bei Turnieren der höchsten Kategorie des Weltverbandes mit fünf Sternen eine Startberechtigung. Ob die drei jungen Damen gut genug sind?

Springsteen ist es auf jeden Fall. Die 26-Jährige hat vor zwei Jahren eine Eine-Million-Dollar-Springen in der Nähe von New York und mit der US-Mannschaft den Nationenpreis von Dublin gewonnen. Die Tochter des „Boss“ und Rockstars Bruce Springsteen, die zwischen Turnieren in den USA und Europa pendelt, liegt in der Weltrangliste inzwischen auf Platz 113 und kann „richtig gut reiten“, wie der deutsche Weltklasse-Reiter Marcus Ehning findet. Die 22 Jahre alten Gates hingegen hat bei ihren 18 Prüfungen, die sie dieses Jahr bei vier Turnieren der Global Champions Tour bestritt, gerade einmal zwei ohne Strafpunkt absolviert.

Was den Promi-Faktor des Berliner Turniers angeht, bleibt für Wulff nur die Frage: Kommen auch die wesentlich berühmteren Väter der US-Reiterinnen? Dem Turnier-Veranstalter wäre es recht - aber er weiß: „Die kündigen sich vorher nicht an.“

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