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Ringer-Frauen erfüllen Minimalziel: Trainer-Kritik

Ringer-Frauen erfüllen Minimalziel: Trainer-Kritik

Freud und Leid lagen bei den Ringer-Europameisterschaften für die deutschen Frauen eng beieinander. Yvonne Englich bescherte dem Deutschen Ringer-Bund (DRB) die zweite Medaille bei den Titelkämpfen. Die 32-Jährige holte ebenso wie Freistilringer Saba Bolaghi (66 kg) Bronze.

„Das war super“, lobte Frauen-Bundestrainer Jörg Helmdach. Tränen der Schmerzen flossen bei Alexandra Engelhardt. Die große Medaillenhoffnung des Deutschen Ringer-Bundes (DRB) kugelte sich im Viertelfinale die Schulter aus.

Das befürchtete Karriereende droht der mehrfach an der Schulter operierten Engelhardt aber nicht. „Sie hatte Glück im Unglück, es ist nichts kaputt gegangen“, sagte Helmdach. Doch der Trainer war nach zwei Wettkampftagen nicht nur wegen der Verletzung unzufrieden. „Wir haben eine Medaille geholt und müssen uns über das Minimalziel freuen. Dabei war hier mehr drin“, sagte Helmdach.

Insbesondere Maria Müller aus Altenburg (72 kg) hatte aufgrund einer leichten Auslosung große Chancen auf das Finale. „Und die nutzt sie nicht“, schimpfte Helmdach. Er warf der 25-Jährigen „leichtfertige Fehler“ vor, die schon im Viertelfinale zum Aus führten. Auch Aline Focken aus Krefeld (63 kg) blieb hinter den Erwartungen. Die 20-Jährige scheiterte in der Qualifikation und sprach danach von „zu großem öffentlich Druck“. Christiane Knittel (55 kg) und Nina Hemmer (48 kg) gingen ebenfalls leer aus. „Ich hoffe, dass die schwarzen Tage in diesem Jahr für uns vorbei sind“, sagte Helmdach.

Dafür überraschte Englich von der RSV Hansa Frankfurt/Oder in der für sie ungewohnten 67 Kilogramm-Klasse. Nach zwei überlegenen Schulter-Siegen in drei Kämpfen stand die zweifache Mutter auf dem Treppchen. Zufrieden war sie trotzdem nur bedingt. „Das war nur ein Zwischenschritt zu WM. Da geht es im Herbst um die Olympia-Tickets, das allein zählt“, sagte die Frau des Olympia-Zweiten Mirko Englich.

Ihr Start in der nicht olympischen Gewichtsklasse sei eine Ausnahme gewesen. Eigentlich tritt sie eine Klasse tiefer (63 kg) an. Nach ihrer Niederlage bei den Deutschen Meisterschaften bekam jedoch Focken bei der EM den Vorzug. „Aline ist sehr talentiert und wird ihren Weg gehen - aber erst, wenn ich bei den Olympischen Spielen in der 63er-Klasse dabei war“, sagte Englich selbstbewusst.