| 18:02 Uhr

Savchenko/Szolkowy vor 4. EM-Titel - Tänzer stark

Bern (dpa). Der vierte europäische Titel ist für die Doppel-Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy zum Greifen nah. Mit ihrem Kurzprogramm zu ungarisch-russischer Folklore ließen die Chemnitzer in Bern die Paarlauf-Konkurrenz mit 72,31 Punkten ziemlich deutlich hinter sich.

„Das Kurzprogramm ist sehr anspruchsvoll, aber wir müssen immer besser und innovativer werden“, sagte Trainer Ingo Steuer vor der Kür am Donnerstag. Nach dem Klasse-Programm applaudierte er lange.

Die Sachsen haben das Thema gewählt, um sich für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi an russische Klänge zu gewöhnen. Knapp hinter den siebenmaligen deutschen Meistern lauern die Titelverteidiger Yuko Kawaguchi/Alexander Smirnow (69,49) und Vera Basarowa/Juri Larionow (62,89/alle aus Russland). „Wir wissen, dass die Konkurrenz nicht schläft“, sagte Steuer.

Maylin Hausch/Daniel Wende (53,83/Oberstdorf) sind vorerst Sechste. „Wir haben uns die Top Five als Ziel gesetzt und daran halten wir auch trotz des Sturzes fest“, sagte Wende, der sich über den Patzer beim Wurfflip maßlos ärgerte. Das Team von Coach Karel Fajfr musste wegen eines fiebrigen Infektes die deutschen Meisterschaften auslassen, zeigte aber schon vor der Jahreswende mit dem dritten Platz beim Grand Prix in Paris sein Potenzial.

„Maylin musste lange pausieren, sie ist noch nicht wieder da, wo sie sein müsste“, sagte Fajfr. In dem gefälligen Stück zu Tangoklängen gelang dem Duo immerhin ein einwandfreier dreifacher Toeloop. „Wir wollen in der Kür angreifen“, sagte Wende. Die Essener Katharina Gierok/Florian Just (40,70) reihten sich bei ihrer internationalen Premiere nur auf Zwischenrang elf ein.

Zuvor hatte das russisch-deutsche Duo Nelli Zhiganshina/Alexander Gazsi (Oberstdorf/Berlin) für die Überraschung in der Eistanz-Konkurrenz gesorgt. Sie meisterten die Premiere des neuen Kurztanzes mit einem lustigen Stück zu Walzerklängen in Clowns-Kostümen und liegen mit 57,83 Punkten überraschend auf Rang sieben vor der Kür am Freitag. Die Führung übernahmen Nathalie Pechalat/Fabian Bourzat (Frankreich/66,91) vor Jekatarina Bobrowa/Dimitri Solowiew (65,46) aus Russland und Sinead Kerr/John Kerr (Schottland/62,47).

Nach der Abschaffung des Pflichttanzes müssen die Athleten in der ersten Runde des 2:50-Minuten-Programms vorgeschriebene Figuren zu Walzerklängen laufen. Danach können sie ein freies Thema wählen.

„Ich bin sehr zufrieden, sie haben gezeigt, was sie können“, sagte Bundestrainer Martin Skotnicky, der auch auf einen Top-Ten-Platz hofft, damit es 2012 bei der EM in Sheffield zwei Startplätze gibt. „Wir haben nach den WM-Dritten Winkler/Lohse jedes Jahr ein anderes Paar international dabei gehabt, das war keine Kontinuität“, sagte Skotnicky, der den Wahl-Oberstdorfern nun bis Olympia in Sotschi 2014 einiges zutraut.