Schützen noch ohne WM-Medaille

Schützen noch ohne WM-Medaille

Das Fehlschuss-Festival der deutschen Sportschützen hält auch am fünften Wettkampftag der Weltmeisterschaften an. Die deutschen Gewehrschützen konnten keine Einzelmedaille erkämpfen.

Doch der seit 1973 für den Deutschen Schützen-Bund arbeitende Psychologe Dr. Hannes Kratzer sieht die magere Ausbeute bislang gelassen. „Ich habe ja schon die Heim-WM 1986 in Suhl erlebt, da gibt es immer Hochs und Tiefs, das hängt alles von so vielen Faktoren ab. Warten wir mal ab, einige Schützen werden noch kommen“, sagte Kratzer.

In der Disziplin Dreistellungskampf verpasste das DSB-Trio erneut das WM-Finale, das der Ungar Peter Sidi mit 1275,6 Ringen gewann. Maik Eckhart aus Dortmund und Daniel Brodmeier aus Niederlauterbach kamen mit jeweils 1170 Ringen im Vorkampf nur auf die Plätze 14 und 15. Julian Justus aus Homberg landete mit 1169 Treffern auf Rang 20. „Der Druck ist allgegenwärtig. Aber heute lastete er nicht so auf uns, da wir in dieser Disziplin schon ewig keine WM-Medaille gewonnen hatten. Und unser Mannschaftsergebnis vom Vortag konnte sich mit Platz fünf auch sehen lassen. Es war nur haarscharf vorbei“, meinte der 22-jährige Maschinenbau-Student Justus.

Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in London 2012, wo die Deutschen insgesamt zwei Olympiasiege und insgesamt fünf Medaillen anpeilen, gilt es jedoch, die vorhandenen Reserven optimal auszunutzen. „Die Chinesen, die Russen, die Amerikaner sind alle Profis, die verdienen ihr Geld damit. Wir kommen vielleicht auf die Hälfte der Trainingsschüsse. Daher ist die Konstanz ist schon gegeben, doch es fehlt manchmal noch ein Quäntchen bis ganz oben. Wir haben uns ganz gut geschlagen, in Zukunft werden wir auch einiges holen“, betonte Justus, der die vom DSV angebotenen Rahmen-Bedingungen mit Bundeswehr und Polizei nun auch nutzen möchte.

Hinsichtlich der hohen Erwartungen als Gastgeber sieht Psychologe Kratzer das deutsche Team für die zweite Hälfte der Titelkämpfe vorbereitet: „Natürlich haben wir im Vorfeld die Sachen thematisiert, wie kann eine Heim-WM die Leistungen fördern oder aber auch negativ beeinflussen. Jeder Sportler erhielt ein wenig Handwerkszeug, wie gehe ich mit der Situation um. Und ich denke, einige Athleten von uns werden sich noch durchsetzen. Es muss halt am Schießstand auch alles stimmen.“