Schwerstarbeit für Goldachter beim Kanal-Marathon

Schwerstarbeit für Goldachter beim Kanal-Marathon

Die Ruderer aus dem Deutschland-Achter müssen richtig malochen. Das Goldboot der Olympischen Spiele geht am Sonntag beim 12. E.ON-Hanse-Cup an den Start und muss auf dem Nord-Ostsee-Kanal von Breiholz nach Rendsburg in Schleswig-Holstein 12,7 Kilometer zurücklegen.

Das ist Schwerstarbeit. Die olympische Distanz liegt bei 2000 Metern. Selbst das legendäre Ruderrennen auf der Londoner Themse zwischen den Universitäten Oxford und Cambridge bringt es nur auf 6779 Meter. Damit wurde dem Kanalcup in Norddeutschland das prestigeträchtige Prädikat verliehen, das wohl härteste Ruderrennen der Welt zu sein.

Neben Titelverteidiger Deutschland kämpfen der Olympia-Dritte Großbritannien, der Olympia-Sechste Australien und Europameister Polen um den Sieg und die Prämie von 10 000 Euro. Das Fernsehen adelt das Rennen. Bislang immer im dritten Programm des NDR-Fernsehens platziert, wird es am Sonntag (15.20 Uhr) von der ARD übertragen.

Bereits am vergangenen Wochenende trafen die Achter aus Deutschland, Großbritannien und Australien beim Sprint-Cup auf der Binnenalster in Hamburg aufeinander. Bei der Premierenveranstaltung ging es um läppische 270 Meter. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) behauptete jedoch auch auf der ungewöhnlichen Distanz seine Ausnahmestellung und hielt die Konkurrenz souverän in Schach. Seit 36 Rennen - wohlgemerkt auf der olympischen 2000-Meter-Strecke - ist das deutsche Vorzeigeboot ungeschlagen.

Direkt nach der Siegerehrung in Hamburg flogen die deutschen Ruderer um den Berliner Steuermann Martin Sauer nach Kreta, wo sie eine Woche lang im „Club der Besten“ mit anderen Olympiasiegern ein Wiedersehen feierten. „Dort bereiten wir uns auf Ruder-Ergometern auf Rendsburg vor“, sagte der Ratzeburger Florian Mennigen vor der Abreise. Neben Mennigen sitzen beim Kanalcup sechs weitere Goldmedaillengewinner von London im Deutschland-Achter.

Lediglich Filip Adamski (Mannheim) und Andreas Kuffner (Mainz) fehlen. Für sie nominierte Bundestrainer Ralf Holtmeyer den Leverkusener Toni Seifert und Sebastian Schmidt aus Mainz nach. Beide sind schon mit dem Achter Weltmeister geworden.

Während sich die deutschen Athleten auf Kreta von den Strapazen einer langen Saison erholten, stimmten sich Polen und Briten in der Heimat auf das Rennen ein. Die Australier bezogen ein Trainingslager in der Ruderakademie Ratzeburg. „Die anderen Teams sind richtig heiß, die Deutschen zu schlagen. Vor allem die Briten brennen auf eine Olympia-Revanche“, sagte der Sportliche Leiter des Rennens, Wolfgang Berndt.

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