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Schwimm-DM: Biedermann trotz Double unzufrieden

Schwimm-DM: Biedermann trotz Double unzufrieden

Auch Weltmeister Paul Biedermann erwischt nicht immer einen Glanztag. Über 400 Meter Freistil lag der Weltrekordler bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin zwar wie erwartet vorn, schüttelte aber nach dem Anschlag unzufrieden den Kopf.

„Mein Anspruchsniveau ist deutlich höher. Ich hoffe, dass es über die 200 Meter besser läuft“, sagte der 23-Jährige. Bei dieser Zeit müsse er sich überlegen, ob ein EM-Start über die 400 Meter Sinn mache, schnaufte er in der ersten Erregung, relativierte dann aber später: „Ich habe mich noch nie bei 400 Metern so schlecht gefühlt, aber in Duellen bin ich besser.“

In 3:49,02 Minuten unterbot Deutschlands „Sportler des Jahres“ vor den Augen seiner Freundin Britta Steffen die Norm für die Europameisterschafen vom 9. bis 15. August in Budapest gerade einmal um 4/10 Sekunden. 7/10 zurück wurde Clemens Rapp (Bad Saulgau) Zweiter. Mit im Gegensatz zu den Vorläufen rasierter Brust und ohne Bart setzte sich Titelverteidiger Biedermann im spannenden Duell über 100 Meter Freistil durch. In 48,80 Sekunden lag er von den Hamburger Deibler-Brüdern Steffen (48,97) und Markus (49,22). Alle drei knackten die EM-Norm.

Biedermanns Freundin Britta Steffen fieberte auf der Tribüne mit. „Ich bin sehr aufgeregt, wenn Paul schwimmt“, sagte die Doppel- Weltmeisterin, deren EM-Teilnahme wegen Trainingsrückstands aufgrund diverser Krankheiten unwahrscheinlich ist. Erstmals seit 2005 konnte die Olympiasiegerin die Langbahn-DM nur als Zuschauerin verfolgen. „Ich bin schon ganz schön traurig, ich hätte gerne den Leistungsnachweis gebracht.“ Mit der endgültigen Absage Steffens ist bald zu rechnen.

Topfavorit Biedermann hatte als Weltrekordler über 400 Meter Freistil in Clemens Rapp einen starken Kontrahenten. Bei der letzten Wende führte der Underdog, doch auf den letzten 50 Metern zog Biedermann davon. Im Freistil-Sprint setzte er sich auf den letzten Metern gegen die Deiblers durch.

Über die 100 Meter Brust holte Hendrik Feldwehr (Essen) in 1:01,03 Minuten) seinen zweiten Titel, auch der Zweite Marco Koch (Darmstadt/1:01,52) unterbot die geforderte Budapest-Zeit. Im Finish war auch Sarah Poewe (Wuppertal/Uerdingen/Dormagen) nicht zu schlagen. Trotz langer Pause nach Krankheit schaffte sie in 1:08,82 etwas überraschend die Norm, die auch die Magdeburgerin Franziska Hentke (200 Meter Schmetterling/2:09,17) schaffte. „Ich liege nur 1,5 Sekunden über meiner Anzug-Bestzeit, das ist richtig gut“, sagte Hentke.

Kein Problem war die EM-Norm auch für Yannick Lebherz (Darmstadt) (1:58,09) und Jenny Mensing (Wiesbaden/2:09,52) über 200 Meter Rücken. Die Budapest-Richtzeit verpassten die Titelträger Jana Ehmcke (Potsdam) über 400 Meter Freistil (4:12,56 Minuten) und Toni Embacher (Halle/Saale) über 200 Meter Schmetterling (1:59,48).

Um rechtzeitig zum WM-Spiel Deutschland - Argentinien fertig zu sein, wurden die zehn Finalrennen innerhalb einer Stunde durchgezogen. Pünktlich um 16.00 Uhr war der letzte Endlauf beendet. Ursprünglich sah der Zeitplan Rennen bis 17.45 Uhr vor. Das deutsche 1:0 wurde auf der Anzeigentafel gezeigt und von Schwimmern und Zuschauern bejubelt.