Heim-Weltmeisterschaften: Seitz und Klessing verpassen Medaille

Heim-Weltmeisterschaften : Seitz und Klessing verpassen Medaille

Die deutsche Turnerin Elisabeth Seitz hat bei den Heim-Weltmeisterschaften in Stuttgart eine krönende Medaille verpasst. Die 25-Jährige riskierte im Gerätefinale am Stufenbarren alles, musste aber bei einer Verbindung vom oberen zum unteren Holm an ihrem Lieblingsgerät absteigen.

Durch den Abzug von mindestens einem Punkt bekam Seitz nur 13,566 Zähler und wurde damit Achte und Letzte im Finalfeld. „Ich habe mir einen Namen gemacht. Letztlich habe ich gesehen, dass ich mit meinen stolzen 25 Jahren noch immer zur Weltspitze gehöre. Und habe mir diesmal sogar bewiesen, dass ich auch im Mehrkampf dazu gehöre, und zwar ganz vorne. Das ist zusätzliche Motivation für die Olympischen Spiele nächstes Jahr“, sagte Seitz keineswegs enttäuscht.

Für die Stuttgarterin, die im Mehrkampf-Finale Sechste geworden war, reichte es nach Barren-Bronze bei der WM 2018 in Doha nicht zum zweiten WM-Edelmetall. In dem hochklassigen Finale habe sie „alles riskieren“ müssen, sagte sie. „Es war eine bombastische Stimmung, ich habe selten eine WM so toll erlebt, besonders schön.“ Jetzt will sie erstmal etwas die Beine hochlegen und ihre Erkältung auskurieren.

Weltmeisterin wurde erneut die Belgierin Nina Derwael (15,233 Punkte) vor der Britin Rebecca Downie (15,000) und der erst 16-jährigen US-Turnerin Sunisa Lee (14,800). „Über Platz fünf mit einer sicheren Übung hätte sie sich auch nicht gefreut“, befand Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen über Seitz, die dennoch stolz auf ihre WM-Auftritte war und hervorragende Werbung für ihren Sport machte.

Nick Klessing verkaufte sich im Ringe-Finale teuer, brachte seine Übung durch, musste aber einen kleinen Schritt nach seinem dreifachen Salto als Abgang machen. Der 21 Jahre alte Hallenser belegte am Ende mit 14,166 Punkten wie Seitz Rang acht. Gleichwohl ärgerte er sich nicht: „Das ist nicht dramatisch. Es war schon eine mega Leistung, ins Finale einzuziehen. Ich bin stolz darauf und freue mich, dass sich meine Übung nochmal zeigen durfte.“ Den ersten WM-Titel für die Türkei erturnte sich Ibrahim Colak, der vor Marco Lodadio (Italien) und dem Franzosen Samir Ait Said siegte.

US-Superstar Biles landete ihren 17. WM-Gold-Coup. Die 22 Jahre alte Texanerin ließ der Konkurrenz am Sprungtisch mit der Durchschnittsnote von 15,399 Punkten nach zwei Sprüngen nicht den Hauch einer Chance. Damit hatte Biles bereits den Medaillenrekord der Weißrussen Witali Scherbo eingestellt, der es einst auch auf 23 WM-Plaketten brachte. Nun kann Biles am Sonntag in den weiteren Finals am Balken und Boden auch diese Bestmarke knacken. Am Schlusstag hoffen Sarah Voss am Balken und Lukas Dauser im Barren-Finale auf Edelmetall.

Der erst 19 Jahre alte Boden-Spezialist Edriel Carlos Yulo gewann als erster Philippiner WM-Gold und schrieb damit Turngeschichte seines Landes. Der kleine Wirbelwind setzte sich mit 15,300 Punkten gegen Artem Dolgopiat (Israel) und dem Chinesen Xiao Ruoteng durch. Am Pauschenpferd brannte der Brite Max Whitlock mit einem Schwierigkeitsgrad von 7,0 ein Feuerwerk ab. Mit 15,500 Punkten legte der zweifache Olympiasieger von Rio die Messlatte extrem hoch: Ihm am nächsten in einem Finale mit extrem hohem Niveau kamen Lee Chih Kai (Taiwan/15,433) und Europameister Rhys McClenaghan (Irland/15,400).

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