Slalom-WM: Silber für Bettge

Slalom-WM: Silber für Bettge

Nico Bettge hat die deutschen Slalom-Kanuten bei der WM in Bratislava vor einer totalen Pleite in den Einzelwettbewerben bewahrt.

Der Magdeburger paddelte im Canadier-Einer zu Silber und sicherte dem Deutschen Kanu-Verband (DKV) damit die einzige Medaille innerhalb der olympischen Klassen. Weitere ließen die DKV-Athleten erst in den Teamwettbewerben folgen, die in London 2012 aber nicht auf dem Programm stehen: Die Herren gewannen im Kajak-Einer mit Olympiasieger Alexander Grimm Gold und im Canadier-Einer Silber. Jeweils Bronze sprang für die Damen im Kajak und Canadier heraus.

Bedient war Grimm allerdings angesichts seines Einzelresultats - der Einerspezialist steuerte sein Kajak nur auf Rang fünf. „Ich bin ziemlich enttäuscht. Ich bin hier in Bratislava drei sehr gute Läufe gefahren, der letzte passte leider nicht ganz in dieses Schema“, sagte der Peking-Sieger von 2008.

Im letzten Einzelfinale kam die EM-Zweite Mira Louen im Canadier-Einer der Damen noch auf den vierten Platz und verpasste das zweite deutsche Edelmetall knapp. Die ersten DKV-Hoffnungen waren schon geplatzt, als sich weder bei den Damen im Kajak-Einer noch bei den Herren im Canadier-Zweier Starter aus der Bundesrepublik für die Endläufe qualifizieren konnten.

Immerhin reichten die Einzelleistungen trotz der mäßigen Ausbeute, um in allen olympischen Disziplinen die wichtigen Quotenplätze für die Spiele in London zu ergattern. Beim Großereignis in einem Jahr darf pro Kategorie lediglich ein Boot pro Nation starten. „Unser Ziel, bereits alle Olympiastartplätze in Bratislava zu sichern, haben wir erreicht“, sagte Bundestrainer Michael Trummer.

Die deutsche Bilanz wurde dank der Teamwettbewerbe noch etwas aufpoliert. Die Kajak-Herren um Grimm, Hannes Aigner und Sebastian Schubert wurden Weltmeister und verwiesen Frankreich und Italien auf die Ränge. Im Canadier-Einer ergatterten die deutschen Männer Silber hinter der Slowakei und vor Tschechien.

Bettge musste sich in seinem Einzel bei den Canadiern auf dem anspruchsvollen künstlichen Wildwasserkanal an der Donau nur dem Franzosen Denis Gargaud Chanut geschlagen geben, der 2,69 Sekunden schneller war. „Alle waren ziemlich aufgeregt, bei einem WM-Finale steht viel auf dem Spiel. Ich hatte einen ruhigen Lauf“, bilanzierte der 31-Jährige. Lob erhielt er von Coach Trummer: „Nico hat sich super in diese WM gefahren und sich von Lauf zu Lauf gesteigert. Am Ende ist er mit der Silbermedaille belohnt worden.“

Der frühere Weltmeister Jan Benzien landete auf Platz acht, der dritte deutsche Starter Sideris Tasiadis wurde Neunter. „Ich wollte den Finallauf eigentlich noch besser fahren, um hier zu gewinnen“, äußerte Benzien, der im Halbfinale noch Zweitbester gewesen war.

Bei den Kajak-Herren paddelte der Slowene Peter Kauzer zum WM-Titel. Noch hinter Olympiasieger Grimm landete der zweifache Europameister Schubert auf dem sechsten Rang. Im Canadier-Einer der Damen musste sich Louen unter anderem Weltmeisterin Katerina Hoskova (Tschechien) beugen.

Bereits zuvor hatten sich im Canadier-Zweier der Herren die Lokalmatadoren Pavol und Peter Hochschorner Gold gesichert. Als bestes deutsches Boot kamen Robert Behling/Thomas Becker auf Platz 14 - sie schieden damit bereits nach dem Halbfinallauf aus. Im Kajak-Einer verteidigte die Österreicherin Corinna Kuhnle ihren Titel. Auch in dieser Disziplin waren alle drei deutschen Vertreterinnen bereits nach den Läufen in der Vorschlussrunde raus aus der Verlosung.

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