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Starker Boll in Spiellaune - Damen gegen Rumänien

Starker Boll in Spiellaune - Damen gegen Rumänien

Mit soliden Auftritten haben Deutschlands Tischtennis-Asse ihr erstes Etappenziel erreicht. Beide Teams zogen bei der Europameisterschaft als Gruppensieger in das Viertelfinale ein.

Beim Turnierstart in Ostrau, der wegen eines Feuers in einem Kontrollraum kurzzeitig in Gefahr war, ließ vor allem Top-Star Timo Boll nichts anbrennen. Er führte die favorisierte Herren-Auswahl zu drei Siegen gegen Polen (3:1), Tschechien (3:1) und Griechenland (3:0). Gegen den Griechen Kalinikos Kreanga präsentierte sich der zehnfache Europameister in guter Spiellaune.

Die DTTB-Damen kämpfen an diesem Montag gegen Rumänien um eine Medaille. In der Vorrunde knüpften Europameisterin Jiaduo Wu und ihre Kolleginnen fast nahtlos an die guten Leistungen bei der Team-WM in Moskau an. Zwei Siege gegen Österreich (3:0) und Kroatien (3:1) sowie eine 2:3-Pleite gegen die Türkei reichten zum Staffelsieg. Dennoch flossen nach dem Türkei-Spiel die Tränen bei Kristin Silbereisen. „Wir haben eine gute Gruppenphase gespielt. Die Probleme liegen im mentalen Bereich“, sagte Coach Jörg Bitzigeio.

Der neue Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf feierte ein gelungenes Debüt auf der Bank. „Ich bin zufrieden. Der Start ist immer unangenehm, zudem hatten wir eine schwere Gruppe“, sagte Roßkopf. Er konnte sich zu 100 Prozent auf den Weltranglisten-Zweiten Boll verlassen. „Die ersten Matches waren ein Warnschuss. Ich hoffe, dass wir uns von Tag zu Tag steigern können“, sagte der 29-Jährige.

Beim holprigen 3:1 gegen Polen hatte Boll noch viel Mühe gegen den gebürtigen Chinesen Wang Zeng Yi. Auch im zweiten Vorrundenmatch gegen den von 700 Fans angefeuerten EM-Gastgeber Tschechien lief trotz des 3:1-Sieges nicht alles rund. Der deutsche Meister Christian Süß verlor sein Einzel, doch Boll mit zwei Punkten und Dimitri Ovtcharov machten für den Titelverteidiger noch alles klar. „Eine Glanzleistung war es nicht“, gab Ovtcharov zu.

Fast wäre die EM in der CEZ-Arena ausgefallen. Die örtliche Feuerwehr konnte aber einen Brand, der in der Nacht zum Samstag in einem Kontrollraum ausgebrochen war, mit vier Fahrzeugen schnell löschen. In der Haupthalle war zu EM-Beginn kaum noch etwas von dem Zwischenfall zu merken.

Dennoch kritisierten Trainer und Aktive die Bedingungen in der Halle. „Sie sind katastrophal für alle“, sagte Bitzigeio. „Der Boden ist schlecht und uneben“, meinte Ovtcharov. „Die Schlägerkontrollen entsprechen nicht den Regeln“, schimpfte DTTB-Präsident Thomas Weikert. Über die mäßige Resonanz in der 7000 Fans fassenden Arena wunderte sich kaum jemand. „Das ist doch Normalität, außer wenn ein Turnier in Deutschland organisiert wird“, sagte Roßkopf.