Steffen als Gast bei Schwimm-EM

Steffen als Gast bei Schwimm-EM

Die Stätte ihres ersten großen Triumphes wird Britta Steffen ganz neu erleben: Als helfende Freundin und gespannte Touristin. Die Doppel-Olympiasiegerin wird ihren Partner Paul Biedermann bei der Schwimm-EM in Budapest vor Ort unterstützen.

Als Gast der ARD sitzt die derzeit noch pausierende 26-Jährige während der Biedermann-Rennen auf der Tribüne. „Ich glaube, wenn es Paul nicht geben würde, wäre ich nicht dabei. Dann würde ich mich zurückziehen und mein eigenes Ding machen“, sagte die Doppel-Weltmeisterin im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Steffen weiß um den schmalen Grat zwischen gewünschter Nähe zum Freund und der notwendigen Distanz zum Spitzensportler vor einem Top-Ereignis. Das Schwimm-Traumpaar hat vor der EM darüber gesprochen. „Die Strategie ist einfach die, dass ich sage, wenn du mich brauchst, ruf mich an, dann bin ich da, wenn nicht, halte ich mich komplett zurück“, erklärt die angehende Wirtschaftsingenieurin, deren Beziehung zum 23-Jährigen Ende März bekanntgeworden war. „Ich selber würde total in Ruhe gelassen werden wollen. Deswegen werde ich mich komplett zurücknehmen. Wenn er was möchte, dann wird er sich melden und ich bin auch für ihn da.“

Das Für und Wider einer Reise in Ungarns Hauptstadt hat Steffen sorgfältig abgewogen - und sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Ich war ein bisschen hin und her gerissen: Es wird mir wehtun, nicht selber an den Start gehen zu können, aber die Freude darauf, ihm beim Schwimmen zuzusehen, überwiegt. Deswegen finde ich es ganz toll, dass die ARD mich als Gast mitnimmt.“ Expertin des „Ersten“ bei den Übertragungen bleibt Franziska van Almsick. Letztes großes Sport-Ziel Steffens ist weiterhin Olympia 2012 in London.

Steffens Stern war vor vier Jahren in Budapest mit vier EM-Titeln aufgegangen. Es sei bestimmt „ein komisches Gefühl“, als Zuschauerin auf die Margareteninsel in der Donau zurückzukehren: „Ich bin gespannt.“ Seit dem doppelten WM-Gold im Juli 2009 in Rom hat sie nach diversen Krankheiten kein großes Rennen mehr bestritten. Erst ein bis zwei Stunden Training täglich sind derzeit möglich, in der Kurzbahn-Saison im Herbst will Steffen wieder in den Wettkampfsport einsteigen. Der Perspektivwechsel soll dabei helfen: „Mir liegt schon viel daran, einfach mal live zu erleben, wie ein Großereignis ist, wenn man nicht schwimmt. Das wird eine große Motivation für die nächste Saison sein.“