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Steffen stark - Meeuw mit Norm - Hohes WM-Ziel

Berlin (dpa). Deutschlands Schwimm-Traumpaar Britta Steffen und Paul Biedermann sparte sich die WM-Normzeiten für die Finals am Wochenende auf, dafür setzten sich andere in Szene.

Rückenspezialist Helge Meeuw meldete sich bei den deutschen Meisterschaften in Berlin mit WM-Norm zurück, Lagenspezialist Jan-Hendrik Schepers überraschte mit Bestzeit und die 17-jährige Silke Lippok knackte über 200 Meter Freistil den nächsten Altersklassenrekord einer gewissen Franziska van Almsick. Weltmeister Biedermann zog über 200 Meter Freistil locker als Zweitschnellster bei starker nationaler Konkurrenz in den Endlauf am 5. Juni ein.

„Das war okay für einen Vorlauf, ich komme hier langsam rein in den Wettkampf“, sagte Biedermann, der sich erneut unzufrieden mit dem DM-Modus zeigte. Der Weltmeister würde gerne wie bei internationalen Meisterschaften Vor- und Endläufe am selben Tag stattfinden lassen. „Für die Zukunft hoffe ich einfach, dass die Meisterschaften athletenfreundlicher gestaltet werden“, sagte Biedermann nach seinem Vorlauf in 1:48,36 Minuten und regte einen „Runden Tisch“ an.

Acht blieben über die 200 Meter Freistil im Vorlauf unter 1:50 Minuten, das lässt Biedermann auf eine starke 4x200-Meter-Staffel für die WM hoffen. „Wenn alle fit sind, ist sogar das Treppchen drin“, sagte er mit Blick auf die WM in Shanghai (16. bis 31. Juli). Dort will der Deutsche Schwimm-Verband 14 Medaillen. Davon sollen die Beckenschwimmer um Steffen und Biedermann mit sechsmal Edelmetall (2-2-2) den Löwenanteil holen.

Den einzigen Einzeltitel des Mittwochs sicherte sich Vorjahresmeisterin Isabelle Härle über 800 Meter Freistil in 8:34,83 Minuten. Härle erreichte aber nicht die WM-Norm (8:26,20). Einen Tag später holte sich Katharina Schiller (Waiblingen) in 4:46,08 Minuten den Sieg über 400 Meter Lagen, verfehlte aber deutlich die Quali-Zeit (4:38,28).

Überraschend unterbot Schepers (Essen) in 1:59,03 Minuten über 200 Meter Lagen die WM-Norm und verbesserte seine Bestzeit deutlich. Vize-Europameisterin Lippok unterstrich ihre Ambitionen in 1:57,42 Minuten und lag damit nur 44/100 Sekunden über der WM-Zeit. „Das zeigt, dass ich es kann“, sagte die Schülerin aus Pforzheim mit Blick auf die Norm. Steffen äußerte sich als Zweite des Vorlaufs in 1:59,25 Minuten unzufrieden mit ihrem zweiten Rennen über diese Distanz seit 2007. „Ich bin enttäuscht, hätte mehr erwartet“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin über 50 und 100 Meter Freistil.

Sie hat die 200 Meter seit 2007 nicht mehr in ihrem Wettkampfprogramm und wollte diesen Vorlauf als Test für ihre Ausdauer nutzen. „Nun kann ich diese Geschichte abschließen“, sagte Steffen. Zuvor war die Doppel-Olympiasiegerin der Konkurrenz über 50 und 100 Meter locker davon geschwommen und hatte sich einige Körner für die Finals am Wochenende gelassen.

Dagegen unterbot Rückenschwimmer Meeuw, der erst im Dezember nach einjähriger Wettkampfpause wegen der Geburt seiner Tochter Nike Carlotta und Prüfungen im Medizinstudium wieder zurückgekehrt war, über 100 Meter die Norm in 53,76 Sekunden um 32/100. „Ich bin wieder da und mach' wieder mit“, sagte der 26-Jährige nach der sechstbesten Zeit des Jahres. Auch Hendrik Feldwehr blieb über 50 Meter Brust in 27,34 unter der Norm. Beide müssen in den Endläufen nun Platz eins oder zwei belegen.