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Damen-Tennisturnier in Luxemburg BGL Open Jelena Ostapenko Clara Tauson

Tennis : Titelverteidigerin steht erneut im Endspiel von Luxemburg

Die Titelverteidigerin steht erneut im Endspiel der BGL BNP Paribas Open in Luxemburg: Jelena Ostapenko kann im Finale am Sonntag gegen die erst 18-jährige Dänin Clara Tauson ihren Sieg von 2019 beim Damen-Tennisturnier wiederholen.

Beim WTA-Turnier im Sportcenter Kockelscheuer in Luxemburg wird um ein Preisgeld von insgesamt 250 000 US-Dollar gespielt, und zwei Spielerinnen dürfen sich noch Hoffnung auf den Sieg machen: Die Titelverteidigerin Jelena Ostapenko aus Lettland und die 18-jährige Dänin Clara Tauson. Während Ostapenko in zwei Sätzen mit 6:1, 7:6 (7:4) gegen die Russin Luidmila Samsonova triumphierte, musste Tauson gegen die Tschechin Marketa Vondrousova hart kämpfen: Erst nach 2:03 Stunden konnte die Dänin nach dem 6:4, 2:6 und 6:4-Erfolg jubeln. Von­drousova hatte am Freitagabend im Viertelfinale die an Nummer zwei gesetzte Belgierin Elise Mertens mit 7:5, 6:2 besiegt.

Die am linken Oberschenkel bandagierte Tauson begann mit viel Druck und starken Vorhandschlägen. Gegen die 22-jährige Tschechin gelang ihr gleich ein Break, aber die Linkshänderin hielt im weiteren Satzverlauf gut dagegen. Sie überzeugte mit ihrem starken Aufschlag, ebenfalls guten Vorhandschlägen von der Grundlinie und immer wieder eingestreuten Stoppbällen. Vondrousova glich zum 3:3 aus, aber Tauson gelang direkt das Rebreak. Nach 49 Minuten nutzte sie ihren dritten Satzball zum 6:4. Im zweiten Durchgang zog Vondrousova schnell auf 3:0 davon, die Dänin kam nicht mehr wie zuvor ins Spiel. Die Folge war nach 1:24 Stunden der Satzausgleich zum 6:2.

Der Entscheidungssatz begann gleich mit zwei Breaks, doch danach brachten beide Halbfinalistinnen ihre Aufschläge sicher durch – bis zum 4:4. Mit einem herrlichen Lob erspielte sich Tauson zwei Breakbälle, den zweiten nutzte sie mit einer krachenden Vorhand zum 5:4. Das war die Vorentscheidung, denn im folgenden Aufschlagspiel ließ sie nichts anbrennen und verwandelte den zweiten Matchball nach 2:03 Stunden zum 6:4.

Bei ihrer ersten Teilnahme erreichte die 18-Jährige in Luxemburg also gleich das Endspiel und war darüber „sehr glücklich. Ich habe immer weiter gekämpft, sie war sehr gut beim Aufschlag, aber dann habe ich sie gebreakt“, sagte sie nach der Partie. Im Finale erwartet sie mit Ostapenko „eine harte Aufgabe“, aber trotz bandagiertem Oberschenkel fühlt sich Tauson fit für das Finale.

Im ersten Halbfinale machte es die Lettin Ostapenko spannend. Die Gewinnerin des Jahres 2019 begann sehr konzentriert und druckvoll und ließ ihrer Gegnerin Liudmila Samsonova aus Russland kaum eine Chance. Nach dem 1:1 im ersten Satz gewann Ostapenko neun Aufschlagspiele in Folge und dominierte die Partie fast nach Belieben. Sie glänzte mit druckvollen und platzierten Returns und einem schnellen Spiel von der Grundlinie. Nach 26 Minuten erspielte sie sich drei Satzbälle und nutzte gleich den ersten mit einem gefühlvollen Stoppball zum 6:1 – der erste Satz war eine Demonstration der Überlegenheit der 24-Jährigen.

Und im zweiten Satz ging es gleich so weiter, Ostapenko gelang sofort erneut ein Break. Samsonovo schlug in dieser Phase auch nicht so gut auf, während Ostapenko quasi fehlerfrei spielte. Bis zur 5:1-Führung sah es nach einem glatten Durchmarsch für die Lettin aus, doch plötzlich kam Samsonova, die im Viertelfinale überraschend deutlich mit 6:1, 6:4 gegen die topgesetzte Olympiasiegerin Belinda Bencic aus der Schweiz erfolgreich war, noch einmal zurück ins Spiel. Ihr gelang das erste Break zum 3:5, und auf einmal wurde die Titelverteidigerin nervös und leistete sich einige leichte Fehler. Samsonova verkürzte auf 4:5, mit einem schönen Rückhandreturn sicherte sie sich das zweite Break zum 5:5-Ausgleich und ging kurz darauf in Führung. Ostapenko erzwang aber den Tiebreak, in dem die Russin schnell mit 4:1 in Führung ging. Doch auf einmal, nach einem gewaltigen Schrei, lief es wieder bei der Titelverteidigerin, die sechs Punkte in Folge machte und sich den Tiebreak mit 7:4 und damit nach 1:25 Stunden auch den Matchgewinn sicherte.

„Ich weiß auch nicht, was da los war. Zum Glück sind mir dann im Tiebreak sechs Punkte hintereinander gelungen“, sagte Ostapenko im Interview auf dem Center Court. „Ich bin froh, hier wieder im Finale zu stehen“, sagte die 24-Jährige, die in Luxemburg noch nie verloren hat. Ob ihre Siegesserie auch am Sonntag im Endspiel gegen Clara Tauson hält?

(fan)