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Davis-Cup-Viertelfinale
Nadal lässt Kohlschreiber keine Chance und gleicht aus

Valencia. Zum Auftakt des Davis-Cup-Viertelfinals zwischen Deutschland und Spanien haben sich die Favoriten keine Blöße gegeben. Nach souveränen Siegen von Alexander Zverev und Rafael Nadal steht es in Valencia 1:1.

Alexander Zverev präsentierte sich trotz Jetlag hellwach, doch der "Matador" Rafael Nadal konterte den deutschen Angriff in der Stierkampfarena von Valencia lässig. Beim Davis-Cup-Viertelfinale zwischen Deutschland und Spanien steht es nach zwei Favoritensiegen am ersten Tag 1:1. Zverev hatte zum Auftakt David Ferrer klar mit 6:4, 6:2, 6:2 geschlagen, Superstar Nadal durch ein müheloses 6:2, 6:2, 6:3 gegen Philipp Kohlschreiber ausgeglichen.

Damit ist bereits jetzt klar, dass es im direkten Duell der beiden Spitzenspieler am Sonntag um den Sieg gehen wird. Wer dabei die Chance zum Matchgewinn hat und wer seine Farben vor dem Ausscheiden bewahren muss, entscheidet sich im Doppel am Samstag (14.00 Uhr/DAZN). Das deutsche Duo Jan-Lennard Struff (Warstein) und Tim Pütz (Frankfurt) tritt dort als Außenseiter gegen Doppel-Olympiasieger Marc Lopez und Feliciano Lopez an.

Zverev, der mit Deutschland um den ersten Halbfinal-Einzug seit 2007 kämpft, hatte am Freitagmittag einen furiosen Start hingelegt. Der Weltranglistenvierte trieb den aus Valencia stammenden Ferrer quasi nach Belieben vor sich her und dosierte Netzangriffe und Stopps klug. Er sei selbst "ein bisschen überrascht" gewesen, wie dominant er bei seiner Saisonpremiere auf Sand agiert habe, bekannte der Weltranglistenvierte.

Zumal Zverev nach seinem Finaleinzug in der Vorwoche beim ATP-Masters in Miami noch immer mit der Zeitverschiebung zu kämpfen hatte. Am Morgen sei er kaum wach geworden, berichtete der 20-Jährige nach dem Match schmunzelnd. Nachdem der Reihe nach sein Wecker, seine Mutter, Teamkollege Pütz und Kapitän Michael Kohlmann gescheitert seien, habe ihn erst sein Hund Löwik aus dem Bett bekommen.

Doch so mühsam das Aufstehen, so ausgeschlafen wirkte Zverev auf dem Platz. Gelegentliche Schwächen beim eigenen Service kaschierte der Hamburger, indem er Ferrer gleich achtmal in Folge den Aufschlag abnahm. Wann immer die spanischen Fans Morgenluft witterten, gab Zverev den Stimmungskiller. Vom Flair der mit rund 10.000 Zuschauern ausverkauften "Plaza de Toros" schwärmte er dennoch: "Die Atmosphäre war genial - genau so, wie Davis Cup sein muss."

Deutlich lauter wurde es jedoch erst beim Match von Superstar Nadal, der bereits in den Tagen zuvor in Valencia bei jedem öffentlichen Auftritt frenetisch gefeiert worden war. Bei seinem Comeback nach über zweimonatiger Verletzungspause unterliefen dem Weltranglistenersten zwar auch einige ungewohnte Fehler, er präsentierte sich jedoch zumindest überaus nervenstark.

So zwang der engagierte Kohlschreiber dem Sandplatzkönig aus Mallorca einige lange Spiele oder Ballwechsel auf, hatte am Ende aber fast immer das schlechtere Ende für sich. Nadals Davis-Cup-Bilanz bleibt damit fast makellos: Von 24 Einzeln hat der 16-malige Grand-Slam-Sieger 23 gewonnen.

(sid)