Tennisturnier Kockelscheuer BGL Open: Verbaler Ausrutscher sorgt für Aufregung

Tennisturnier Luxemburg BGL Open : Verbaler Ausrutscher sorgt für Aufregung

Ausgerechnet das für seine familiäre Atmosphäre und perfekte Organisation bekannte und beliebte Tennisturnier der Frauen in Luxemburg sorgt für negative Schlagzeilen.

Im späten Abendspiel am Mittwoch gegen die deutsche Titelverteidigerin Julia Görges ist der Trainer der Japanerin Misaki Doi aus der Rolle gefallen. Beim sogenannten On-Court-Coaching im ersten Satz sagte Dois Trainer Christian Zahalka zu seiner Spielerin: „Ich weiß, es ist so, als würde man gegen Karlovic mit großen Brüsten spielen.“ Die sexistische Aussage, über Mikrofon auch für die Zuschauer vernehmbar,  sorgte in den sozialen Medien für große Aufregung.

Dois Trainer spielte auf den 40-jährigen Kroaten Ivo Karlovic an, der mit einer Größe von 2,11 Metern auf der ATP-Tour insgesamt 13 508 Asse schlug und damit Rekordhalter ist. Görges ließ sich von dieser Aussage aber nicht beeindrucken, servierte weiterhin sehr stark und schlug insgesamt 21 Asse: Die 30-Jährige siegte mit 5:7, 6:1 und 6:3 und qualifizierte sich damit für das Achtelfinale am Donnerstagabend gegen die Rumänin Sorana Cirstea (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet).

Ob die Äußerung für Dois Trainer ein Nachspiel haben wird, ist derzeit noch offen. Nach den WTA-Regeln könnte nun die Spielerin bestraft werden, die Frauen-Profi-Organisation überprüft die Angelegenheit. Misaki Doi hatte 2015 die BGL Open in Luxemburg gewonnen.

Am Donnerstag stand dann das Tennis wieder ganz im Vordergrund. Monica Puig, die Olympiasiegerin von 2016, lieferte sich ein knapp dreistündiges Match mit der Tschechin Krystina Pliskova und setzte sich hauchdünn mit 7:6 (7:5), 3:6 und 7:6 (8:6) durch. Die Puerto-Ricanerin, die 2017 in Luxemburg im Endspiel stand und gegen Carina Witthoeft verlor, könnte im Viertelfinale nun auf Julia Görges treffen.

Kurzen Prozess machte die Russin Anna Blinkova gegen die Deutsche Tatjana Maria. Die 32-Jährige aus Bad Saulgau fand überhaupt keinen Rhythmus und war beim 0:6, 1:6 in nur 48 Minuten chancenlos.

Neben Laura Siegemund, die bereits am Mittwoch ins Viertelfinale einzog und dort am Freitag auf die Russin Elena Rybakina treffen wird, steht mit der 23-jährigen Qualifikantin Antonia Lottner eine weitere deutsche Spielerin in der Runde der letzten Acht. Das rein deutsche Duell mit der Darmstädterin Andrea Petkovic (32) dominierte die 23-Jährige aus Kaiserswerth bei Düsseldorf von Beginn an. Petkovic, die am linken Knie bandagiert war, hatte Probleme mit ihrem Aufschlag und war sichtlich gehandicapt. Nach 23 Minuten gewann die druckvoll agierende Lottner den ersten Durchgang mit 6:1. Petkovic ließ sich noch kurz behandeln, gab dann aber verletzt auf.

Die topgesetzte Belgierin Elise Mertens (23) hat unterdessen das Viertelfinale verpasst und ist gegen die Lettin Jelena Ostapenko ausgeschieden. Ostapenko hatte vor zwei Jahren als ungesetzte Spielerin sensationell die French Open in Paris gewonnen. Gegen Mertens ging die 22-Jährige mit 4:2 in Führung, doch die Belgierin drehte den ersten Satz und gewann noch mit 6:4. Danach übernahm aber wieder Ostapenko das Kommando und dominierte mit druckvollen Returns und Grundschlägen. Sie gewann die Sätze zwei und drei jeweils mit 6:2. Die Lettin trifft im Viertelfinale nun auf Lottner.

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