Titelverteidigerin Julia Görges startet beim Tennisturnier in Luxemburg

Tennis : Tennis: Titelverteidigerin Görges sucht neue Impulse

Locker, entspannt, in sich ruhend – aber auch konzentriert und fokussiert auf das Turnier: So hat sich Julia Görges den Journalisten beim Pressegespräch zum Start des Hauptfelds beim WTA-Turnier in Luxemburg präsentiert.

Die 30-Jährige geht als Titelverteidigerin in das mit insgesamt 250 000 US-Dollar dotierte Hallenturnier. Im Vorjahr besiegte sie im Endspiel die Schweizerin Belinda Bencic mit 6:4, 7:5. Lastet deshalb ein besonderer Druck auf Görges, die an Nummer zwei gesetzt in der ersten Runde auf die Luxemburg-Gewinnerin aus dem Jahr 2015, die Japanerin Misaki Doi, treffen wird? „Nein, ich will das Turnier einfach nur genießen. Das sind schöne Erinnerungen an das vergangene Jahr. Ich will mein Bestes geben und einen guten Saisonabschluss erreichen“, sagt Görges.

Bisher hat die 1,80 Meter große Bad Oldesloerin in ihrer Karriere sieben WTA-Titel gewonnen, im August 2018 kletterte sie in der Weltrangliste unter die Top zehn auf Position neun. Dieses Jahr verlief sportlich eher durchwachsen, immerhin verteidigte sie ihren Titel beim WTA-Turnier in Auckland. „Es war sportlich gesehen nicht meine beste Saison, aber es hätte auch schlimmer sein können, da wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Es gab auch Phasen, in denen ich sehr gut gespielt habe“, meinte Görges. Dennoch hatte sie sich nach dem Erstrundenaus bei den French Open von ihrem Trainer Michael Geserer getrennt, der sie mehr als drei Jahre gecoacht hatte. „Ich habe viel Erfahrung, und nun ist es an der Zeit, mich neu zu orientieren. Ich will nächste Saison noch mal neu starten.“ Während des Turniers in Luxemburg wird sie von Jens Gerlach, dem Trainer des deutschen Fed-Cup-Teams betreut. Aber sie stellt klar, dass das nur eine Zwischenlösung sein soll: „Mein Team für die neue Saison steht zu 75 Prozent. Ein neuer Trainer wird noch gesucht.“ Was genau erhofft sich Görges von dem Trainerwechsel? „Ich brauche noch mal neuen Input, noch mal eine neue Ansprache. Ich will etwas verändern und will mir dabei Zeit lassen, um hier ein gutes Ergebnis zu erzielen. Zunächst will ich mich optimal auf die erste Runde vorbereiten, denn hier ist jede Runde schwierig.“

Görges freut sich auf die Rückkehr nach Luxemburg: „Ich bin sehr froh, wieder hier zu sein. Das ist ein perfektes Turnier, hier ist alles super organisiert. Die Stimmung ist dank der vielen deutschen Fans immer sensationell, das ist eine besondere Atmos­phäre. Das macht den kleinen Unterschied aus.“ Unterstützung aus ihrem direkten persönlichen Umfeld durch Familie, Freunde oder Bekannte hat sie allerdings wie auch bei den anderen Turnieren auf der WTA-Tour nicht: „Ich konzentriere mich ganz aufs Tennis und will mich nicht ablenken lassen.“ Der Fokus liegt ganz klar auf den sportlichen Herausforderungen – deshalb war sie auch noch nie in Trier: „Meine Schwester hat mal in Trier gewohnt, in dieser Zeit habe ich sie aber nie dort besucht.“

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