Von England über China bis nach Trier

Trier · Die deutsche Tischtennis-Elite ermittelt vom 5. bis 7. März in der Arena Trier ihre deutschen Meister 2010. Wie hat sich der Sport entwickelt - weltweit und in der Region Trier?

(wir) Wie so viele andere Sportarten wurde Tischtennis in England erfunden. Von dort aus trat der Sport Ende des 19. Jahrhunderts seinen Siegeszug an. Da die Wiege auf der britischen Insel liegt, sind die gültigen Maße in diesem Sport nicht metrisch.

In keinem anderen Land auf dem Globus hat das Spiel mit dem kleinen Zelluloidball einen solchen Stellenwert wie in China. Aber auch in Japan, Hongkong, Nord- und Südkorea gibt es herausragende Spieler. Zunehmend gelingt es aber auch Spielern anderer Kontinente, vor allem Europäern, die Dominanz zu durchbrechen. Wie hoch die Bedeutung des Tischtennis in China angesiedelt ist, lässt sich auch daran ermessen, dass Spieler wie der Deutsche Timo Boll im bevölkerungsreichsten Land der Erde zu den Superstars gehören.

Die in Ligen spielenden Akteure sind hierzulande im Deutschen Tischtennis Bund (DTTB) organisiert. Es sind rund 10 000 Aktive in 20 Landesverbänden mit mehr als 700 000 Spielern. Darüber hinaus ist Tischtennis, das 1988 olympisch wurde, auch ein beliebter Freizeitsport.

Deutschland ist inzwischen zu einer Tischtennis-Großmacht aufgestiegen. Der erste deutsche Spieler von Weltgeltung war Eberhard Schöler, der 1969 im Einzel und mit der Mannschaft Vize-Weltmeister wurde. Der nächste Topstar war Jörg Rosskopf, der im Einzel die EM (1992) gewann, aber noch erfolgreicher mit Steffen Fetzner im Doppel war. 1989 wurde das Duo Weltmeister und gewann 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona Silber. Nach einer Dekade ohne spektakuläre Resultate begann die Ära von Tim Boll. Er war der erste Deutsche, der den ersten Platz der Weltrangliste erklomm (2003). Bis heute hält er sich unter den besten fünf, sechs Spielern der Welt. Boll wurde im Einzel und Doppel (mit Christian Süß) mehrfach Europameister und gewann bei der WM (2005) und Olympia in Peking (2008) Silber.

Die glorreichen Zeiten des Sports in der Region Trier sind vorüber. In den 80er Jahren schaffte es die TTSG 76 Wittlich in die 2. Bundesliga, der TTC Grün-Weiß Zewen (Herren) und die TTF Konz (Damen) spielten sporadisch in der Regionalliga. Der beste Spieler der vergangenen 40 Jahre aus dem Bezirk war der Zewener Robert Horsch, der mit 17 Jahren DM-Dritter wurde und lange in der Bundesliga spielte. Die größten Verdienste um den Tischtennissport im Rheinland und darüber hinaus hat sich Heinz Guillaume erworben. Mit seinem Bruder Frank bestimmte er in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg die Szene. Der heute 81-Jährige ist der Vater der Trie rer Stadtmeisterschaften, die später als Deutschland-Cup als bestdotiertes Privatturnier galten und bei dem sich die Weltstars in der Halle am Mäusheckerweg die Klinke in die Hand gaben.

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