Triathlet Frodeno: Platz 6 fürs Selbstvertrauen

Triathlet Frodeno: Platz 6 fürs Selbstvertrauen

In der großen Show der Brüder Alistair und Jonathan Brownlee blieb Jan Frodeno nur eine Statistenrolle. Dennoch reiste der Triathlon-Olympiasieger aus Saarbrücken nach dem WM-Rennen im Casa de Campo Parc in Madrid zufrieden ab.

„Vor einiger Zeit hatte ich nicht gedacht, dass ich mich so über einen 6. Platz freuen kann“, sagte der 29-Jährige nach dem zweiten von sieben Läufen der World Championship Series (WCS). „Aber nach den letzen zwei Rennen, die so schlecht gelaufen sind, gibt mir dieses Ergebnis wieder Selbstvertrauen.“

Die Pleiten beim Saisonfinale 2010 in Budapest (Platz 41) und beim diesjährigen WM-Auftakt in Sydney (Platz 45) hatten an ihm genagt. „Aus der Mitte der 40er Plätze wieder unter die Top Ten zu kommen ist ein guter Schritt. Und das zwei Monate vor der wichtigen Olympia-Qualifikation in London“, meinte der Modellathlet.

Hamburg im Juli und London im August sind die nächsten Ziele. Davor liegt hartes Training. „Ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg in die Weltspitze bin“, sagte Frodeno. Die ist noch weit weg, wie Madrid-Sieger Alistair und sein zweitplatzierter Bruder Jonathan Brownlee eindrucksvoll demonstrierten.

Auch zwei andere deutsche Athleten zeigten in Madrid ansteigende Form: Maik Petzold aus Bautzen wurde Neunter, Vizeweltmeister Steffen Justus aus Schramberg Zehnter. „Das ist eine positive Bilanz“, stellte Bundestrainer Roland Knoll fest.

Petzold vergab die Chance, noch vor Frodeno zu landen. Weil er beim ersten Wechsel seine Schwimmbrille neben den Korb warf und beim zweiten Wechsel seinen Fahrradhelm ebenfalls nicht ordnungsgemäß weglegte, kassierte er eine Zeitstrafe beim Lauf.

Das Petzold-Pech war aber nur eine kleine Nummer in der großen Brownlee-Show. Selbst Weltmeister Javier Gomez musste sich in seiner Heimat mit einer Nebenrolle und Platz drei begnügen. „Wir waren schockiert, was die beiden da abgezogen haben“, sagte Bundestrainer Knoll. Frodeno nannte die Leistung - anerkennend - „pervers“. „Sie liefen in einer anderen Liga“, gestand auch Gomez.

Der 23-jährige Alistair und sein zwei Jahre jüngerer Bruder mischten beim 1,5 Kilometer Schwimmen schon gleich vorne mit. Beim Radfahren legten sie ein Höllentempo vor, so dass nur noch zehn weitere Athleten auf den 40 Kilometern folgen konnten, darunter Frodeno und Petzold. Doch auf der 10-Kilometer-Laufstrecke hielt die schnellen Briten niemand mehr auf.

Einen Kilometer vor dem Ende lief Alistair auch Jonathan davon. Kurz vor dem Ziel wartete er auf seinen Bruder, der ihm dann den Vortritt ließ. Für den 2009-Weltmeister Alistair war es der dritte Erfolg nacheinander in Madrid. „Das war großartig“, sagte er. Bei der Siegerehrung musste er seinem Bruder beim Öffnen der Champagner-Flasche noch assistieren.

45 Sekunden betrug der Vorsprung von Alistair auf das erste Nicht-Familienmitglied Gomez. Frodeno lag 1:47 Minuten zurück - das sind Welten. Trost für Gomez: Der Sydney-Sieger blieb Gesamterster vor Jonathan Brownlee. Bester Deutscher ist Justus als Achter.

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