1. Sport
  2. Sportmix

Trier: Ein Netzwerk für mehr Bewegung

Initiative : Ein Netzwerk für mehr Bewegung

Wie Projektmanager die Menschen zu mehr sportlicher Aktivität motivieren wollen und welche Probleme es in der Startphase gab. 

Los geht’s am Stadtteiltreff in Mariahof. Werner Kob begrüßt die acht Teilnehmer zum begleiteten Spaziergang. Mit dabei sind auch gehbehinderte Menschen mit Rollator oder Elektro-Scooter. „Schön, dass wir nach der Corona-Pause wieder zusammen an der frischen Luft unterwegs sind“, lautet der Tenor, ehe es auf der von Werner Kob ausgearbeiteten Tour knapp eine dreiviertel Stunde lang quer durch den Trierer Stadtteil und die angrenzenden Grünanlagen geht.

Als Gäste sind Herbert Stöhr und Karin Geiben vor Ort. Beide sind dem Sport seit Jahrzehnten verbunden – er als Vorsitzender des TTC Gelb-Rot Trier und sie als Wanderführerin des Eifelvereins. Als Bewegungsmanager koordinieren sie im Auftrage des Landes Rheinland-Pfalz Sportangebote in der Stadt Trier und im Kreis Trier-Saarburg. „Unser Ziel ist es, die Leute von der Couch zu holen und sie zu mehr Bewegung zu motivieren“, unterstreicht die für die Projekte im Kreis zuständige Geiben. „Land in Bewegung“ lautet die Initiative des Landes, mit der das Ministerium des Innern und für Sport einen gesunden Lebensstil fördern will. Mitmach-Angebote sollen so breite Teile der Bevölkerung zu mehr Bewegung und Sport motivieren.

Ob Walken, Wandern, Yoga oder Gymnastik: Vereine, Gruppen oder Initiativen können ihr Bewegungsangebot melden und so auf der Online-Plattform www.land-in-bewegung.rlp.de auf sich aufmerksam machen. „Es geht um möglichst niedrigschwellige Angebote. Mitglied zu werden muss nicht das erklärte Ziel sein“, betont Stöhr.

Starten sollte das Landesprojekt eigentlich bereits am 1. April. Bedingt durch die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Phase verzögerte sich der offizielle Beginn um gut dreieinhalb Monate, ehe es am 20. Juli losging.

Gerade jetzt sieht Tina Keiser, eine der Projektkoordinatorinnen des Mainzer Innenministeriums, einen guten Zeitpunkt gekommen, um nicht zuletzt ältere Bürger zu mehr Bewegung zu animieren: „Während der vergangenen Pandemie-Monate haben sich viele Menschen weniger bewegt und hatten weniger soziale Kontakte. Deshalb ist gerade jetzt ausreichend Bewegung wichtig.“ Bereits kurz nachdem die Initiative Ende vergangenen Jahres vorgestellt wurde, hatte der rheinland-pfälzische Sportminister Roger Lewentz betont: „Wir wollen so  auch diejenigen erreichen, die aus verschiedensten Gründen bisher kaum an Sportangeboten teilgenommen haben.“

Die Aktivitäten der wie Karin Geiben und Herbert Stöhr für alle Kreise und kreisfreien Städten des Landes  eingeplanten und auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung entlohnten Bewegungsmanager sind vorerst bis Ende 2021 festgelegt. Einige Stellen sind  aktuell noch offen (siehe Infokasten).

Die Bewegungs- und Sportangebote sollen überwiegend im öffentlichen Raum, auf Plätzen, Grünflächen, Freizeit- und Spielflächen sowie in Sport- und Freizeiteinrichtungen stattfinden und kostenfrei zugänglich sein. Auch in Trier ist es das Ziel, Netzwerke zu bilden, um so die Angebote weiterzuentwickeln. Dazu arbeitet Stöhr mit einem „Bewegungsteam“ zusammen, in dem es einen Ideenaustausch unter anderem mit dem Sportkreis der Stadt, der Sportakademie und dem Jugendzentrum Mergener Hof gibt.

Einige Aktivitäten im Zusammenhang mit der Land-in-Bewegung-Initiative sind bereits angelaufen. So wurde Ende vergangenen Monats der Mehrgenerationen-Parcours in Trier-Tarforst eingeweiht. Verschiedene Sport- und Bewegungsangebote hierfür sind derzeit in Planung. Kooperationen mit Schulen strebt Stöhr ebenfalls an. Zudem will er im kommenden Jahr das Sport- und Spielfest für die Kleinen, die ABC-Schützenparty, wiederbeleben.

Einen landesweiten Bewegungstag mit der Vorstellung der Aktionen vor Ort soll es zudem am Samstag, 14. November, geben. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Woche der Vielfalt, der sogenannten Inklusionswoche des Landessportbundes, statt.

Sowohl Herbert Stöhr, wie auch seine Mitstreiterin Karin Geiben setzen auch weiter auf Unterstützung: „Eigentlich können wir gar nichts managen, sondern lediglich  über Vorhandenes informieren, Menschen und Gruppierungen miteinander in Kontakt bringen, vielleicht auch die ein oder andere Aktivität anregen oder unterstützen. Hierfür sind wir weiter um jeden Rat und jede Hilfe sehr dankbar.“

Initiativen wie dem begleiteten Spaziergang im Trierer Stadtteil  Mariahof helfen die Bewegungsmanager wiederum, bekannter zu werden und mehr Menschen zum Mitmachen zu bewegen. 

Initiativen, Vereine und Einrichtungen, die Teil der Landesinitiative „Rheinland-Pfalz - Land in Bewegung“ werden wollen, finden Infos zu allen Angeboten und die Adressen der Ansprechpartner vor Ort auf der Internetseite www.land-in-bewegung.rlp.de. Hier kann man sich auch über bereits bestehende Bewegungsangebote vor Ort informieren.