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Trier: Schwache Gladiators kassieren in Hagen dreistellige Pleite

Basketball : Schwache Gladiators kassieren in Hagen dreistellige Pleite

Zweite Bundesliga: Trierer unterliegen im Traditionsduell klar mit 77:104.

Wenn die Korbjäger aus Hagen und Trier aufeinandertreffen, schwingt immer noch ein Hauch von Bundesliga mit: In der Eliteklasse des deutschen Basketballs gab es einst viele hartumkämpfte Duelle zwischen den Westfalen und den Moselanern. Im Nachholspiel der 2. Bundesliga am Mittwochabend war die Partie aber eine klare Sache – zugunsten der von Chris Harris trainierten Gastgeber. Am Ende hieß es 104:77 für Hagen, das durch den coronabedingten Stotterstart in die neue Saison nach zwei Auswärtsniederlagen zuvor sein erstes Heimspiel seit dem 6. März bestritt und sich in vier der vergangenen fünf Wochen in Quarantäne befand.

Auch vor rund neun Monaten waren die Römerstrom-Gladiators der Gegner. In der letzten Partie vor dem Abbruch der 2019/20er Runde gab es einen Hagener 92:81-Erfolg.

Trier fehlte es in der Krollmann-Arena über weite Strecken an Aggressivität und Tempo im Spiel. Mit 28:11 hatten die „Feuervögel“ bereits nach dem ersten Viertel eine turmhohe Führung geschaffen und die Weichen auf Sieg gestellt. Die Schützlinge von Headcoach Marco van den Berg verzeichneten anfangs eine verheerende Wurfquote. Hinzu kam eine gehörige Portion Abschlusspech. Bezeichnend: Von zehn Dreier-Versuchen in den ersten zehn Minuten war nur ein einziger erfolgreich.

„Bei uns haben auch die einfachsten Dinge nicht funktioniert. Selbst Korbleger gingen daneben. Es hat uns an Schärfe gefehlt. Hagen dagegen bekam immer größere Flügel“, konstatierte Marco van den Berg hinterher.

Mit viel Zug zum Korb und zielsicher agierte Phoenix. Zur Halbzeit war es den Hausherren so möglich, das Ergebnis auf 58:29 zu schrauben. In 13 von 14 Zwei-Punkte-Würfen erfolgreich, acht von 14 Dreier-Versuchen verwandelt und acht von neun Freiwürfen versenkt: Phoenix dominierte Trier überdeutlich.

Zum dritten Viertel rückte der Schweizer Jonathan Dubas für den Ex-Hagener Jonas Grof in die Startformation. Die Gäste agierten nun mit mehr Biss, entschieden diesen Abschnitt mit 25:22 für sich. Dubas und Thomas Grün gehörten hier zu den Lichtblicken.

Doch für einen echten Aufschwung war Trier einfach zu schwach. Da auch Hagen im Gefühl des sicheren Sieges die Zügel schleifen ließ, kam von beiden Seiten gegen Ende nicht mehr viel.

Die Gäste hofften, zumindest nicht dreistellig abgeschossen zu werden. Doch auch diese Demütigung blieb ihnen nicht erspart. 57 Sekunden vor Schluss setzte Hagens Paul Giese zum Dreier an – und traf. Unterm Strich stand eine klare 77:104-Niederlage für die zumindest über drei Viertel sehr enttäuschenden Gladiators.

„Im dritten, aber meiner Meinung nach auch über weite Strecken des vierten Viertels haben wir es besser gemacht und einfacher gespielt“, sagte van den Berg. Nicht nur das verletzungsbedingte Fehlen von Jermaine Bucknor und Kalidou Diouf habe eine Rolle für den schwachen Auftritt gespielt, „auch unsere Nationalspieler kamen nicht so frisch von ihren Einsätzen zurück“, wusste der Trierer Trainer.

Auf Bucknor werden die Gladiators wohl auch in den nächsten Wochen verzichten müssen. Wegen seiner stärker gewordenen Schmerzen im Bereich der Hüfte und des linken Knies entschieden sich die Verantwortlichen dafür, den 37-jährigen Routinier weiter pausieren zu lassen. Unterdessen haben die Trierer nach Angaben von Geschäftsführer André Ewertz eine Zweitliga-Lizenz für Nachwuchsspieler Ole Theiß beantragt.

Bis 19. Dezember geht es für die Trierer nun Schlag auf Schlag. Fünf Spiele stehen in der ProA bis dahin auf dem Plan. Das nächste Match ist am Sonntag, wenn ab 16.30 Uhr die Begegnung in Jena ansteht. Eine solch dürftige Vorstellung wie in Hagen wollen und müssen die Gladiators dann unter allen Umständen vermeiden.

Nach einem eher lockeren Training am Donnerstag will van den Berg vor allem den Freitag nutzen, um mit seinen Schützlingen die Pleite von Hagen aufzuarbeiten. Vor allem appelliert er vorm Duell in Thüringen aber an den Stolz seiner Spieler: „Einige waren gar nicht bei der Sache. Sicher wollen sie sich nun mit einer guten Leistung rehabilitieren.“

Phoenix Hagen - Gladiators Trier 104:77 (28:11, 30:18, 22:25, 24:23); Punkte Trier: Adams 18, Monteroso 6, Smit 2, R. Hennen 3, Grof 11, Grün 14, Almstedt 2, Nortmann 9, V. Hennen 0, Dubas 12; Beste Werfer Hagen: Haney 19, Spohr 17, Delaney 15, Aminu 14