1. Sport
  2. Sportmix

Trier: Stampers setzen auf Rückenwind durch Super Bowl

American Football : Stampers setzen auf Rückenwind durch Super Bowl

Der Begeisterung für American Football scheint in Deutschland größer denn je zu sein. Am Sonntag verfolgten durchschnittlich 2,11 Millionen Zuschauer das Endspiel der amerikanischen Liga zwischen den siegreichen Tampa Bay Buccaneers und den Kansas City Chiefs im deutschen Fernsehen.

Ein neuer Rekordwert.

Für den regionalen American-Football-Vertreter, die PST Trier Stampers, stellt dies eine willkommene Entwicklung dar. Die Nashörner von der Mosel sind laufend auf der Suche nach neuen Spielern. Die wachsende Medienpräsenz des Sports könne dabei helfen. „Vor allem junge Spieler werden durch die Übertragungen der NFL-Spiele im deutschen Fernsehen angestachelt und motiviert, Football einmal selbst auszuprobieren“, berichtet der zweite Vorsitzende Michael Stoffel von den Erfahrungen der vergangenen Jahre. Der frische Schwung aus den USA drückt sich aber noch nicht in Zahlen aus: „In diesem Jahr haben wir speziell durch den Super Bowl bis jetzt zwar noch keine neuen Anfragen zu verzeichnen, aber das kann ja noch kommen.“

Momentan ist sowieso Geduld angesagt: Der Shutdown hat auch den Stampers vorläufig einen Strich durch die Pläne gemacht. „Zur Zeit findet ein digitales, theoretisches Training nur einmal wöchentlich statt“, sagt Kristóf Kozák, Cheftrainer des Trierer Herrenteams, das in der Regionalliga spielt.

Jeden Mittwoch werden Regelkunde und Positionsbasics sowie Taktiken für die kommende Saison besprochen und geübt. „Pro Woche nehmen wir uns dazu eine Positionsgruppe vor, zuerst werden die Grundlagen besprochen, in Folgeterminen können wir dann mehr in die Tiefe gehen“, erzählt Kozák.

Die wöchentlichen Termine würden von den Spielern vorbereitet. „Anschließend wird dann im Team diskutiert.“ Für die sportliche Fitness müssen die Akteure der Nashörner nach einem individuellen Trainingsplan zur Zeit selbst sorgen.

Der Coach setzt auf die Eigeninitiative seiner Spieler. Denn die Saison soll für die Herren bereits im Juni losgehen. Nach dem Shutdown würde nach der jetzigen Planung dementsprechend nur eine kurze gemeinsame Vorbereitungsphase möglich sein. „Eine gemeinsame physische Präparation ist gerade in unserem Sport unerlässlich“, erklärt Michael Stoffel und ergänzt: „Normalerweise wären wir jetzt bereits Training mit Vollkontakt.“

Ob und wann wieder ein Trainingsalltag in dem Umfang möglich werde, könne man zur Zeit nicht absehen. „Momentan haben wir leider mehr offene Fragen als Antworten.“ „An einem Spieltag stehen pro Team mit Aktiven, Trainerstab und medizinischer Betreuung schnell mal rund 40 Personen am Spielfeldrand. Dazu kommen Schiedsrichter und Helfer“, berichtet Stoffel. Im vergangenen Jahr waren vor Saisonabsage Maximalbeschränkungen im Gespräch. Stoffel: „Das wird in diesem Jahr auch wieder ein Thema werden.“ Auch die Anreise per Bus stellt in diesem Zusammenhang eine Herausforderung dar. Ferner sei es denkbar, dass die Akteure zur Spielberechtigung einen negativen Corona-Test vorlegen müssten.

Sollte die Saison wie geplant im Juni starten, warten neben den Altbekannten aus Mainz und Montabaur mit den Gießen Golden Dragons, den  Darmstadt Diamonds und den Rüsselsheim Cruisaders gleich drei neue Teams auf die Trierer (TV berichtete).

Ob zu den Spielen dann auch Zuschauer zugelassen sind, ist noch ungewiss. Die Stampers halten über ihre sozialen Medienkanäle regen Kontakt zu ihren Fans. Zum Super Bowl in der Nacht auf Montag konnten über Instagram so Tipps zum Spielausgang abgegeben werden. Außerdem reichte die Football schauende Gemeinde den Abend über Fotos aus den verschiedenen Wohnzimmern ein, die dann über den offiziellen Team-
Account geteilt wurden.

„So kam trotz ausgefallenen Public-Viewings das Gefühl von Zusammensein auf“, erinnert sich Stoffel, der das Endspiel das erste Mal seit zehn Jahren zu Hause vom Sofa aus verfolgte.