Wasserspringer bereit für EM und Olympia-Quali

Wasserspringer bereit für EM und Olympia-Quali

Die Traumnote 10 im Dutzend, persönliche Bestleistungen, neue Höchstschwierigkeiten: Deutschlands Top-Wasserspringer sind rechtzeitig zur EM in Form.

Angeführt von den Titelverteidigern Patrick Hausding und Sascha Klein zeigte sich die Mannschaft bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Berlin bereit für die Europameisterschaften vom 8. bis 13. März.

Der von Aachen nach Riesa gewechselte Klein stellte bei seinem Triumph vom Turm mit einigen perfekten Sprüngen eine persönliche Bestleistung auf. „In Europa sind wir spitze, in der Welt unter den Top vier, fünf“, resümierte Bundestrainer Lutz Buschkow zufrieden.

Klein war mit Siegen vom Drei-Meter-Brett sowie im Einzel und Synchron vom Turm erfolgreichster Springer der DM. Der 25-Jährige bleibt von der Zehn-Meter-Plattform eine Klasse für sich, sammelte am Samstag mit 567,50 Punkten so viele Zähler wie noch nie in seiner Karriere. Für seinen dreieinhalbfachen Delfin- bzw. Auerbachsalto erhielt er jeweils sechsmal die Traumnote zehn. „Mit so einer Leistung kann man überall ganz vorne mitspringen“, sagte der bescheidene Klein auch mit Blick auf die WM. Dort warten vom 16. bis 31. Juli in Shanghai die übermächtigen chinesischen Gastgeber.

Zuvor wollen aber die deutschen Wasserspringer etwas für ihr olympisches Startkontingent tun. Das Land der Einzel-Titelträger von Turin hat bereits einen fixen Platz im Feld 2012 in London sicher. Erster Anwärter dafür ist neben Klein Patrick Hausding, der bei der EM im August 2010 als erster Springer Medaillen in allen fünf Wettbewerben gewonnen hatte. Der Berliner wurde mit 486,80 Punkten Zweiter vom Turm.

Der Vize-Europameister lag im Halbfinale sogar vor Klein, patzte aber im Endkampf bei seinem dreieinhalbfachen Delfinsalto. Vom Drei-Meter-Brett will er als einziger Europäer einen zweieinhalbfachen Auerbachsalto mit zweieinhalbfacher Schraube wagen. „Da kommt man schon in Grenzbereiche, was machbar ist“, erklärte Hausding.

Bei den Frauen sammelten die Aachenerin Uschi Freitag und Nora Subschinski aus Berlin jeweils zwei Titel. Doppel-Europameisterin Christin Steuer aus Riesa will rechtzeitig zur EM in Turin nach ihrer Pause wegen einer gebrochenen Nase wieder fit sein.

Egal, wie viele EM-Titel die Wasserspringer holen, größere Aufmerksamkeit und mehr Sponsoren bringt nur ein erfolgreicher Auftritt auf der Olympia-Bühne. Reich werden die deutschen Top-Springer trotz aller bisherigen Erfolge nicht. Doch auch so ist Klein zufrieden: „Ich mache diesen Sport gerne, Geld ist nicht alles. Mir geht's gut.“