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WM kann kommen: Acht EM-Medaillen für DKV-Flotte

Belgrad (dpa). Die deutschen Rennsport-Kanuten haben ihre Spitzenposition in Europa untermauert und sich für die Weltmeisterschaft im August in Ungarn in Stellung gebracht.

Mit neun Medaillen, darunter vier goldenen, fiel die Ausbeute bei der Europameisterschaft in Belgrad nicht ganz so üppig aus wie im Vorjahr in Spanien mit zehnmal Edelmetall. Bundestrainer Reiner Kießler war mit der Generalprobe für die WM in Szeged (18. bis 21. August) dennoch rundum zufrieden.

„Auf dem Weg zur WM liegen wir voll im Plan“, sagte Kießler, räumte aber ein, dass das Abschneiden über die Kurzstrecken „nicht ganz den Erwartungen entsprach. Aber wir haben noch Zeit, das hinzubekommen“. Auch Sportdirektor Jens Kahle sieht im Sprint Nachholbedarf, „aber wir sehen, dass das im Oktober eingeführte Konzept, mit professionellen Sportlern zu arbeiten, Früchte trägt“.

Auf der Langstrecke am Samstag hatten Kajak-Weltmeister und Titelverteidiger Max Hoff im Einer, Sebastian Brendel im Canadier-Einer und die Olympiasieger Martin Hollstein und Andreas Ihle im Kajak-Zweier mit drei Mal Gold den Medaillenreigen eröffnet. EM-Silber gab es für Franziska Weber und Tina Dietze im Kajak-Zweier sowie im Kajak-Vierer der Männer.

„Dieses Rennen hatte ich so geplant. Aber ob es dann klappt, weiß man natürlich nie“, sagte Hoff nach der überlegen herausgefahrenen Titelverteidigung. Ein Rennen wie aus dem Lehrbuch absolvierte der Essener über die 1000 Meter und lag am Ende mehr als zweieinhalb Sekunden vor dem Weißrussen Oleg Jurenja.

Bei den 200-Meter-Sprint-Finalläufen am Sonntag holte der Kajak-Zweier mit Weber/Dietze und Lydia Weber im Canadier-Einer Silber für den DKV. Bronze gab es im Kajak-Vierer der Frauen über 500 Meter durch Carolin Leonhardt, Silke Hörmann, Weber und Dietze. EM-Debütant Paul Mittelstedt zog sich mit Platz vier im Kajak-Einer achtbar aus der Affäre.

Die 1000-Meter-Sieger Hollstein/Ihle kamen über den halben Kilometer ebenso nur auf Rang sieben wie Conny Waßmuth/Gesine Ruge im Kajak-Zweier über 500 Meter. Eine große Enttäuschung bot der neu formierte Kajak-Zweier Ronald Rauhe/Jonas Ems als Neunter und Letzter im 200-Meter-Finale.

1000-Meter-Europameister Brendel bewies als Fünfter über 200 Meter seine Sprintqualitäten. Über 5000 Meter machte er es zum EM-Abschluss noch besser und holte im nicht-olympischen Wettbewerb seinen zweiten Titel.