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TV-Serie: Aktiv und sicher mit dem Rad
So schützen Sie Ihr Rad vor Diebstahl

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 500 000 Fahrräder gestohlen. Dagegen hilft ein gutes Schloss.
Jedes Jahr werden in Deutschland rund 500 000 Fahrräder gestohlen. Dagegen hilft ein gutes Schloss. FOTO: Axa_Konzern_AG
Trier. Langfingern keine Chance geben. Der TV erklärt, welche Schlösser die besten sind und warum eine Versicherung sinnvoll sein kann. Von Christian Thome

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie radeln nur kurz zum Bäcker, um Brötchen zu holen. Nur wenige Minuten halten Sie sich in der Bäckerei auf. Als Sie wieder nach draußen kommen, fehlt etwas: Ihr heiß geliebtes Fahrrad. „Oft reichen wenige Sekunden der Unachtsamkeit, und Fahrraddiebe nutzen die Gunst des Augenblicks.“, sagt Roland Huhn, Rechtsreferent des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC).

Ein Horrorszenario für jeden, der oftmals viele Hunderte Euro für das Rad ausgegeben hat – ist es vermeidbar? Und wenn ja: wie? Der Volksfreund beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Diebstahlschutz.

Wo sollte ich mein Rad unterwegs idealerweise abstellen?

„Hier gilt die Regel: ANschließen statt nur ABschließen.“, erklärt Roland Huhn. Wichtig ist, dass man das Fahrrad an einen festen Fahrrad­ständer oder fest verankerte Gegenstände schließt. Auch die Öffentlichkeit kann Langfinger abschrecken: Schließen Sie ihr Fahrrad stets an gut sichtbaren Stellen an, denn Diebe wissen um die Vorteile unbeobachteter Plätze.

Welches Fahrradschloss bietet 100-prozentige Sicherheit?

Gäbe es ein Schloss, das es dem Dieb unmöglich machen würde, das Fahrrad zu klauen, dann gäbe es auch keine Diebstähle mehr. Kein Schloss kann 100-prozentige Sicherheit bieten. Huhn empfiehlt: „Die sichersten Schlösser sind Bügelschlösser. Das belegen zahlreiche Tests.“ Diese verbinden den Fahrradbügel mit dem Hinterrad und sind mittlerweile so robust gebaut, dass ein versuchter Diebstahl auf offener Straße eine extrem geringe Chance auf Erfolg hat.

Wie viel sollte ein sicheres Schloss kosten?

Als Faustregel gilt, dass ein gutes Schloss dem Fahrradhalter gut und gerne fünf bis zehn Prozent des Kaufpreises des Fahrrads wert sein sollte. „In jedem Fall ist Schnäppchen-Jägerei beim Kauf fehl am Platze.“, rät der Rechtsreferent des ADFC. Der Schaden eines geklauten Rades übersteigt den Preis eines Schlosses in nahezu jedem Fall.

Macht es Sinn, das Fahrrad zu versichern?

Wie oben beschrieben, gibt es keine 100-prozentige Sicherheit. Ist das Rad also doch weg, dann kann eine Versicherung den Ärger über den Diebstahl verringern. Dazu stehen mehrere Wege offen: In der Hausratsversicherung ist das Rad dann versichert, wenn es aus der Wohnung oder dem Keller gestohlen wird. Sie können zusätzlich vereinbaren, dass auch der Diebstahl auf der Straße versichert ist, sofern das Rad abgeschlossen war – vor allem bei teuren Rädern ist dies sinnvoll. Soll das Rad nicht nur vor Diebstahl geschützt werden, helfen spezielle Fahrradversicherungen. Ähnlich wie beim Auto muss hier zwischen Voll- und Teilkasko unterschieden werden. Für Räder unter 500 Euro reicht oft die Teilkasko, in ihr sind üblicherweise Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Brand, Blitzschlag und Explosion mitinbegriffen. Für ihr Traumrad, das weit mehr als 500 Euro kosten kann, sollte es jedoch die Vollkasko sein. Sie deckt nahezu alle Gefahren ab – sogar einen Defekt durch Unfall.

Welche Ergänzungen gibt es zu Schlössern?

Bei vielen Haltern unbekannt, aber sehr hilfreich ist die Codierung des Fahrrades. Dabei wird ein verschlüsselter und personenbezogener Code auf ihren Rahmen graviert, der aus einer individuellen Ziffern- und Buchstabenkombination besteht. Dieser Code fängt zwei Fliegen mit einer Klappe: Zunächst kann die Polizei oder das Fundbüro das Rad identifizieren und den Halter informieren. Doch das ist noch nicht alles: „Der Verkaufswert des Diebesguts sinkt erheblich, während der Grad der Abschreckung und die Hemmschwelle für potenzielle Diebe steigt.“, erklärt Roland Huhn. Die Codierung kostet bis zu fünfzehn Euro und dauert wenige Minuten – kein allzu kostspieliges und langwieriges, aber sehr effektives Mittel gegen den Diebstahl.

Eine Kombination aus dem Einhalten einiger Verhaltensregeln, einem guten Schloss und der Codierung Ihres Rades kann dafür sorgen, dass Sie lange Spaß an ihrem Rad haben – und die Brötchen kommen sicher zu Hause an.