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Wandern
25. Volksfreund-Wandertag bei Wasserliesch: Steile Anstiege und schöne Aussichten (Fotos)

FOTO: TV / Christian Kremer
Wasserliesch. 1200 Teilnehmer sind am Sonntag zum 25. Volksfreund-Wandertag nach Wasserliesch gekommen. Die Wanderer haben nicht nur die schöne Obermosel-Landschaft erlebt. Es gab auch einen spannenden Exkurs in die Geschichte des Ortes.
Christian Kremer

Redakteur/Reporter

Es ist schwül, als TV-Lokalchef Marcus Hormes die ersten Mountainbiker, Läufer und Wanderer beim 25. Volksfreund-Wandertag auf die Strecke schickt. Kurz nach 9.30 Uhr schließen sich etwa 70 Wanderer den Führern Ottmar Mengelkoch und Karl-Josef Ludwig an. Die beiden Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins Wasserliesch leiten die Gruppe auf der längsten Tour an diesem Tag. Sie wandern 20 Kilometer rund um Wasserliesch und zeigen den Besuchern die Schönheit der Obermosel-Landschaft.

Es geht ein Stück durch den Ort, der „Tor zur Obermosel“ genannt wird. Am Marktplatz vorbei über eine steile Dorfstraße wandert die Gruppe zu einem schmalen Pfad. Irgendwann sind die Wanderer mitten in der Natur: links von Efeu umschlungene Bäume, rechts rote Felsen.

Der teils anspruchsvolle Weg schraubt sich den steilen Hang hoch. Die Wanderer haben sich gerade warm geschwitzt, als sie das Granadenkmal erreichen. Mengelkoch erzählt ihnen, wie der kaiserliche General Otto Heinrich Marchese de Grana von dort aus am 11. August 1675 den rechten Flügel des antifranzösischen Koalitionsheeres in der Schlacht an der Konzer Brücke befehligte. Und tatsächlich: Der Blick von der Höhe auf das Mosel- und Saartal ist gewaltig. Die Wanderer können sich auch fast 350 Jahre nach der Schlacht vorstellen, dass von diesem Punkt der Überblick über das Geschehen hervorragend gewesen sein muss.

25. Volksfreund-Wandertag rund um Wasserliesch FOTO: Friedemann Vetter

Weitere Stationen auf der Route sind unter anderem die Löschemer Kapelle und die Grillhütte des Heimat- und Verkehrsvereins Wasserliesch, der maßgeblich bei der Organisation des Wandertags mitgewirkt hat. Als kurz nach 10.30 Uhr Regen einsetzt, sind die Wanderer gelassen. Nach der Schwüle ist das eher erfrischend als störend. „Der Regen stört nicht, solange kein Gewitter kommt“, sagt auch Leonie Meyer aus Waldrach. Und das bleibt den Wanderern erspart.

Gegen 11.30 Uhr ist der Regen vorbei. Etliche Teilnehmer treiben sich rings um die Verpflegungsstation am Orchideengebiet Perfeist herum. Sie trinken Wasser und Bier oder genießen eine heiße Suppe. Geplaudert wird über die schönen Aussichten, über Fußball und Baustellen – oder über Orchideen. Der Wasserliescher Heimat- und Verkehrsverein bietet Führungen durchs Naturschutzgebiet an. So erklärt unter anderem Frank Huckert vom BUND, welche Orchideenarten im Schutzgebiet vorkommen. Eine Gruppe der Pfarreiengemeinschaft Saar-Obermosel stellt ihr Konzept des Impulswegs vor, den sie am 5. August eröffnen will.

Hinter der Orchideenwiese trennen sich die Gruppen. Die ambitionierten Wanderer gehen eine große Schleife über Tawern-Fellerich, wo am Sonntag Kirmes gefeiert wird. Die anderen folgen den kürzeren Wegen zurück ins Tal und zur Mehrzweckhalle an der Grundschule. Dort sammeln sich alle Wanderer, um sich mit Speis und Trank zu stärken.

Die meisten Teilnehmer sind zufrieden mit der Tour. So oft wie Edith und Herbert Becker war aber kein anderer dabei: Das Ehepaar aus Wittlich hat alle 25 bisherigen Volksfreund-Wandertage besucht. „Weil immer etwas Interessantes zu sehen ist, sind wir jedes Mal dabei“, sag Herbert Becker (71). Er und seine Frau seien „Genusswanderer, keine Kilometerfresser“. In Wasserliesch gehen sie deshalb die Tour über zehn Kilometer.

Die längste Strecke haben zum Beispiel Ingeborg und Werner Longen genommen. Das Ehepaar ist erfahren. Werner Longen ist selbst Wanderführer beim Eifelverein, Ortsgruppe Trier. Er hat viel Lob übrig für die Wasserliescher: „Die Leute, die die Strecke hergerichtet und ausgesucht haben, haben sich sehr viel Arbeit gemacht. Es ist sehr schön, mit tollen Ausblicken.“ Hans Retiene, der zusammen mit zehn weiteren Mitgliedern des Postsportvereins Trier unterwegs ist, schließt sich Longen an. Lachend fügt er hinzu: „Was mir persönlich nicht gefällt, ist die Schwüle.“

Die Organisatoren selbst ziehen ebenfalls ein positives Fazit. Klaus Roos, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Wasserliesch: „Wir sind sehr zufrieden. Es gab sehr viele positive Reaktionen.“ Die Wanderstrecke sei für die Vielzahl von Sehenswürdigkeiten gelobt worden. Der Volksfreund-Wandertag sei eine Bereicherung für die Ortsgemeinde. Ortsbürgermeister Thomas Thelen ist ebenfalls zufrieden und gibt den Wanderern mit auf den Weg: „Nehmt den schönen Tag als Erinnerung mit nach Hause.“