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Vizeeuropameister gegen Vizeeuropameister

Laufen : Vizeeuropameister gegen Vizeeuropameister

Mit dem Belgier Isaac Kimeli bekommt es Lokalmatador Samuel Fitwi am 10. Juni beim Sparkassen-Invitational Hillesheim den zweimaligen Trierer Silvesterlauf-Gewinner zu tun.

(teu) Tilburg, Crosslauf-Hochburg in den Niederlanden vor gut drei Jahren: Zwei Läufer feiern ihre zweiten Plätze bei der Europameisterschaft wie einen Sieg. Der eine, Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel (LGV), hat seinen ersten Start im deutschen Nationaltrikot im U-23-Rennen gerade versilbert. Der andere, der Belgier Isaac Kimeli, musste sich im Männer-Rennen nur dem mittleren der norwegischen Ingebrigtsen-Brüder, Filip, geschlagen geben.

Kurz darauf gewann Kimeli erstmals das Asse-Rnnen des Trierer Silvesterlaufs. Einen Erfolg, den er 2019 wiederholte. Jeweils knapp dahinter: Samuel Fitwi. Am 10. Juni treffen beide wieder aufeinander. Diesmal in Fitwis Heimat und über 5000 Meter. Beim Sparkassen-Invitational im Hillesheimer Stadion, wo das Lauftalent des mittlerweile 26-Jährigen vor gut sechs Jahren entdeckt wurde. Die Laufbahn sei frisch gereinigt, nachdem sie beim Hochwasser im vergangenen Sommer ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde, erzählte der Vorsitzende des VfL Hillesheim, Gerald Schmitz, dass für einen, wenn nicht den schnellsten Fünftausender auf deutschem Boden alles gerichtet ist.

Seit den Crosslauf-Europameisterschaften 2018 haben sowohl Fitwi wie Kimeli enorm weiterentwickelt. Der Läufer aus der Eifel stellte vor gut einem Jahr mit 13:32 Minuten einen deutschen Rekord im Fünf-Kilometer-Straßenlauf auf. Die 10 000-Meter-Norm für die Europameisterschaften im August in München hat er bereits Anfang April in Portugal mit persönlicher Bestzeit von 28:08,83 Minuten abgehakt. Die EM im Olympiastadion von 1972 soll der nächste große Meilenstein in Fitwis läuferischer Entwicklung werden.

Einen Schritt, den der zwei Jahre ältere Kimeli in gewisser Weise schon vollzogen hat. Der gebürtige Kenianer, der nach dem Tod seines Vaters 2009 zu seiner in Belgien lebenden Mutter zog und dort erst mit dem Laufen begann, übertraf seinen Crosslauf-Erfolg von Tilburg vor einem Jahr als Hallen-Vizeeuropameister über 3000 Meter. Diesmal war es nur der jüngste der Ingebrigtsens, Jakob, der Kimelis ganz großen Triumph verhinderte. Keine Schande: Der Norweger wurde wenige Monate später in Tokio 1500-Meter-Olympiasieger!

Kimeli komme gerne in die Eifel, sagt Fitiws Trainer Yannik Duppich. Dank der Erfolge des Belgiers auf der Bahn braucht er nicht wie manch anderer Läufer nach den Qualifikations-Punkten für die Weltmeisterschaft zu schielen, die der Leichtathletik-Weltverband bei manchen Rennen vergibt. „Isaac hat schon so performed, dass er nicht mehr auf die Punkte gucken muss“, erklärt Duppich. Kimelis 5000-Meter-Bestzeit liegt mit 13:13,02 Minuten. Nur sieben Deutsche waren jemals schneller. Karl Fleschen aus Mehren bei Daun lief ein Jahr nach seinem Wechsel von der LGV nach Leverkusen 1977 beispielsweise 13:13,88 Minuten. Ein Niveau, das Fitwi perspektivisch auch erreichen will. Momentan steht seine 5000-Meter-Bestzeit bei 13:35,56 Minuten.

Info: Sparkassen-Invitational Hillesheim am 10. Juni

Wer in den eigenen Beinen spüren will, wie schnell die Weltspitze 5000 Meter läuft, kann das mit Freunden, Vereinskameraden oder Arbeitskollegen vor den Eliteläufern zwölfeinhalb Stadionrunden drehen. Die Frage: Welche Staffel läuft so schnell, wie die Asse?

Zeitplan:

17.45 Uhr Sparkassen-Staffelläufe

19.00 Uhr Präsentation der Top-Athleten

19.15 Uhr Sport-Simons-Lauf der Frauen (5000 Meter)

19.45 Uhr Sport-Simons-Lauf der Männer (5000 Meter)

20.30 Uhr Sparkassen-Invitational (5000 Meter)

21.00 Uhr Siegerehrung