Sportabzeichen: Trierer feiert 65 Jahre Ehrenamt

Trier : Ein Leben fürs Ehrenamt

65 Jahre? Zeit, in Rente zu gehen, sagen sich viele. Der Trierer Matthias Kapp (86) engagiert sich seit exakt 65 Jahren im Turnverband und in der Leichtathletik ehrenamtlich. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die „50“ will er schaffen. „Wenn Gott es denn will“, sagt Matthias Kapp. Aktuell arbeitet der 86-jährige Trierer an seinem 48. Deutschen Sportabzeichen, einmal pro Jahr kann man es ablegen.

Aber was heißt schon „arbeiten“? Kapp ist sozusagen „Mr. Sportabzeichen“ in der Region. Auch wenn es Sportler gibt, die schon 60 oder mehr Sportabzeichen gesammelt haben.

Die Prüflizenz bei der Turngesellschaft Trier besitzt er seit 1982. Aber zuvor war er schon fast drei Jahrzehnte ehrenamtlich aktiv. Matthias Kapp feiert in diesen Tagen 65 Jahre Ehrenamt. „Angefangen habe ich am 4. Januar 1954 in der Turnabteilung des SV Zeltingen, damals als Gauvolksturnwart“, erinnert sich der Moselaner. „Damals noch ohne Auto, Telefon oder Schreibmaschine.“ Nach abgeschlossener Vorturner-Ausbildung kamen ab 1958 und seinem Wechsel zum TV Germania Trier (1959) weitere Aufgaben hinzu. Fast ein halbes Jahrhundert lang war Kapp Leichtathletikwart des Turnverbands Mittelrhein. Er war über Jahrzehnte hinweg Wettkampfleiter bei den deutschen Turnfesten. „Da sprechen wir von Zahlen zwischen 20 000 und 60 000 Teilnehmern. In Berlin war ich etwa zuständig für den Weitsprung mit 40 Sprunganlagen an fünf Wettkampftagen.“ Und das ist nur ein kleiner Auszug aus seinem Sportler- und Ehrenamtler-Leben.

Die Begeisterung für das Sportabzeichen treibt ihn heute noch zwei Mal in der Woche auf die Sportanlage in Heiligkreuz. So liegt es auch am fitten 86-Jährigen, dass die TGT ein Vorturner in Sachen Sportabzeichen ist. Seit 2002 kümmert er sich um die komplette Organisation. Und der Einsatz zahlt sich aus. „Ab 2005 war die TGT der erfolgreichste Verein für das Deutsche Sportabzeichen im Sportbund Rheinland in ihrer Klasse.“ Klar, dass im Laufe der Jahrzehnte reihenweise Ehrungen folgten. Ehrennadeln von TGT, vom Sportbund Rheinland, dem Deutschen Leichathletikverband und des Deutschen Turnerbunds, die Friedrich-Ludwig-Jahn-Plakette des DTB – und viele mehr. Kapp weiß, wem er das Ehrenamt-Jubiläum verdanken kann: „Das wäre ohne meine Familie und vor allem meine Frau Hedi nicht möglich gewesen. Sie hat das Ehrenamt 1959 mitgeheiratet. Ohne ihre Unterstützung – vor allem in den frühen Jahren meiner Tätigkeit als Schichtarbeiter bei der Landeszeitung, als Familienvater und Häuslebauer –, wäre das nicht möglich gewesen.“