Sprache ohne Rechte

Sprache ohne Rechte

Vor genau fünf Jahren haben wir an dieser Stelle damit begonnen, Sie mit unserem Lëtzebuer-gesch-Lexikon in die Muttersprache der Luxemburger einzuführen. Wir haben Landeskundliches erklärt, Vokabel-Training gemacht, Traditionen und Gepflogenheiten benannt und Grammatik geübt.

Gerade Letzteres muss regelmäßig trainiert, kontrolliert und überprüft werden. Für den Fall, dass Sie als Leser mit Ihrer Lektüre neu einsteigen, so haben Sie an dieser Stelle noch nichts verpasst. Alle, die heute mit Ihrer Lektüre fortfahren, können Ihr Erlerntes auf die Probe stellen und gegebenenfalls auffrischen. Studien haben ergeben, dass 94 Prozent der gebürtigen Luxemburger bis zum vierten Schuljahr ausschließlich Luxemburgisch gesprochen haben.

Ein guter Grund also für Grenzgänger und Tanktouristen, sich über die Muttersprache unserer Nachbarn zu informieren. Das Luxemburgische gilt als Minderheitensprache und zählt nicht zu den Amtssprachen der Europäischen Union. Es wurde selbst im Großherzogtum erst 1984 zur Nationalsprache und neben Französisch und Deutsch zur dritten Amtssprache erhoben. Eine Rechtschreibung wurde erstmals 1946 offiziell eingeführt und 1999 reformiert. Es wird vor allem im Mündlichen - etwa im Radio - gebraucht, weniger jedoch schriftlich. Wobei die wenigsten wissen, dass seit 150 Jahren Romane in Lëtze buergesch geschrieben werden und Kinofilme sowie Fernsehproduktionen die Sprache für sich entdeckt haben.

Nächste Woche: Einflüsse

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