Köln: Strippenzieher, Paradiesvogel: Bob Hanning lebt Handball

Köln : Strippenzieher, Paradiesvogel: Bob Hanning lebt Handball

Der extravagante Modegeschmack von Bob Hanning (Foto: dpa) entlockt Andreas Michelmann nur ein Schmunzeln. „Wenn du die A-Seite haben willst, musst du auch die B-Seite mitnehmen“, sagt der Boss des Deutschen Handball-Bunds über das schräge Outfit des von ihm geschätzten Vizepräsidenten Leistungssport.

Viel wichtiger ist Michelmann die Feststellung: „Er hat den Handball extrem nach vorn gebracht und wird dies auch weiter tun.“

Die bunten und sündhaft teuren Pullover, die Hanning bei seinen öffentlichen WM-Auftritten trägt, sind in diesen Tagen der Hingucker und das wohl am meisten diskutierte Thema abseits des Parketts.

Hanning polarisiert. Der nur 1,68 Meter große Macher zieht im Verband die Fäden, seit er 2013 das Amt angetreten hat. Konventionen scheren den 50-Jährigen nicht. So überwarf sich der mit Ex-Sprintstar Katrin Krabbe liierte Manager des Bundesligisten Füchse Berlin nach seinem Amtsantritt erst mit dem damaligen DHB-Präsidenten Bernhard Bauer und dann mit Handball-Ikone Heiner Brand. 2014 setzte Hanning Dagur Sigurdsson als Bundestrainer durch, unter dem zwei Jahre später der EM-Triumph gelang. Nach dem Abgang des Isländers holte er Christian Prokop für eine Ablöse von 500 000 Euro vom Bundesligisten SC DHfK Leipzig ins Amt und hielt an ihm auch nach der desaströsen EM 2018 fest. Heute darf sich Hanning in seiner Meinung über Prokop bestätigt sehen.

Das abschließende Hauptrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Spanien war gestern Abend bei Redaktionsschluss noch nicht beendet.

(dpa)