Sturm im Wasserglas

Sturm im Wasserglas

MÜNCHEN/TRIER. Der Weltmotorsportverband FIA hat die "Deutschland"-Rallye rund um Trier, die Ende Juli zum zweiten Mal als WM-Lauf stattfinden soll, noch nicht abgesegnet. Grund ist ein Formfehler der deutschen Organisatoren.

ImWinter schneit es. Im Hunsrück noch mehr als anderswo in derRegion. Und in diesem Jahr noch mehr als üblich. Von obenfotografiert sah der TruppenÜbungsplatz in Baumholder, auf demmehrere Wertungsprüfungen des deutschen WM-Laufs ausgetragenwerden sollen, daher nur weiß aus. Auf den Luftbildern von derStrecke waren daher keine Hügel, keine Straßenbeläge, kaum Kurvenerkennbar. Diese Tatsache droht nun, den WM-Lauf rund um Trierplatzen zu lassen. "Die FIA zeigte den deutschen Organisatorendie dunkelgelbe Karte" hieß es bei der Agentur dpa. Grund sei,dass das Sicherheitskonzept der Rallye nicht ausreichend sei. Demwiderspricht Peter Lill, Pressesprecher des Rallye-VeranstaltersADAC Deutschland: "Das Sicherheitskonzept, das wir im Vorjahrnachgebessert haben, wurde von der FIA komplett abgesegnet."Grund für die "Noch-Nicht-Anerkennung" als WM-Lauf sei ein reinregularisches Problem: Wegen besagten Schneefällen konnte einTeil der Strecke nicht ausfotografiert werden, fehlte imKomplettplan, der der FIA zur Abnahme übersandt wurde. Die beiden FIA-Beobachter, die sich die Strecke ansahen, verwiesen auf das fehlende Material und gaben kein grünes Licht. "Das ist ein ganz normaler Vorgang im Rallye-Zirkus", meint Lill. Die FIA hat den Veranstaltern nun bis Mitte Mai Zeit gegeben, die Unterlagen nachzureichen. "Wir sind gutem Mutes, das alles glatt läuft, weil es ja kein sicherheitsrelevantes Problem ist", sagte Lill dem TV . Im Mai werden die FIA-Inspektoren ein zweites Mal anreisen. Die Rallye soll vom 24. bis 27. Juli stattfinden, die Prüfungen verteilen sich auf die Mosel-Weinberge, die "Panzerplatte" in Baumholder und die Region St. Wendel. Im Vorjahr bei der Premiere war es zu teilweise chaotischen Verhältnissen gekommen, da deutlich mehr Zuschauer als erwartet zur Rallye gepilgert waren. Eine Prüfung im Ruwertal musste abgesagt werden, weil sich die Fans partout nicht mehr in die Zuschauerzonen bewegen ließen. Nach diesem Vorfall und dem Verkehrschaos rund um Trier wurden die Veranstalter zu Nachbesserungen aufgefordert. Das neue, im Dezember von der FIA abgesegnete Sicherheitskonzept beinhaltet unter anderem eine räumliche Entzerrung der Wertungsprüfungen, eine bessere Zuschauerleitung, besser ausgebildete Ordner sowie mehr und besser ausgeschilderte Zuschauerzonen.

Man rechnet mit über 250 000 Zuschauern (nach 225 000 im Vorjahr). "Allein für die vielen deutschen Fans werden wir alles tun, damit die Deutschland-Rallye auch weiterhin im WM-Kalender bleibt", macht Lill Hoffnungen darauf, dass ab 24. Juli die Motoren wieder im Moseltal rauschen werden.