Tawern: Jetzt freut er sich auf Spiele auch mal über volle 90 Minuten

Fußball : Jetzt freut er sich auf Tawerner Spiele über volle 90 Minuten

Fußball-Bezirksliga-Insider Josef Weirich hat sein jahrzehntelanges Engagement in der TV-Sportredaktion beendet. Er will die Sonntage künftig entspannter angehen.

Rund dreieinhalb Jahrzehnte lang prägte er die TV-Berichterstattung über die regionalen Amateurligen entscheidend mit. Zuverlässig und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk  – auf Josef „Jupp“ Weirich war immer Verlass. Als Kenner der Szenerie in der damaligen Landes- und in der Bezirksliga haben ihn viele in der Eifel-Mosel-Hunsrück schätzen gelernt. Mit 69 Jahren hat Weirich nun aufgehört und übergibt den Staffelstab an Lutz Schinköth, der nun die Bezirksliga-Berichterstattung übernimmt (siehe Info).

„Es war eine sehr schöne Zeit, in der sogar Freundschaften entstanden sind. Der gute, enge Draht zu den Vereinen war mir immer sehr wichtig – auch, um interessante Informationen über die reinen Spielberichte hinaus für unsere Leser zu erfahren“, sagt das Urgestein des SV Tawern – alleine 28 Jahre lang bekleidete er die Position des Clubchefs und wurde 2016 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Irgendwann müsse halt mal Schluss sein, sagt Weirich. Nun freut er sich darauf, Heimspiele seiner Tawerner in der A-Klasse Trier-Saarburg über die volle Länge sehen und sie auch mal zu Auswärtspartien begleiten zu können: Wenn der Ball in der Bezirksliga sonntags rollte, ging es darum, telefonisch die Spielinformationen einzuholen und die Berichte zu schreiben, damit sie der Redaktion rechtzeitig vorliegen. Da musste er den heimischen Sportplatz oft schon kurz nach der Halbzeit verlassen. „In den ersten Jahren bin ich noch nach Trier ins Druckhaus gefahren, habe dann alles per Schreibmaschine auf Formblätter getippt. Später war die Arbeit dank Computer und Internet dann doch eine Erleichterung“, erinnert sich der im Ruhestand befindliche Verwaltungsangestellte des Landesbetriebs Mobilität.

Ob auf der lokalen Ebene im 3000-Seelen-Ort am Rande des Saargaus, wo Weirich auch 17 Jahre lang Ortsbürgermeister war oder als TV-Berichterstatter: Ihm ging es immer darum, etwas zu bewegen, Dinge voranzutreiben. In Tawern wurden unter seiner Ägide etwa der Kunstrasen gebaut. Auch an weiteren infrastrukturellen Projekten, wie etwa dem Neubau der Sporthalle, war er maßgeblich beteiligt. Was das rein Fußballerische angeht, erinnert er sich an glorreiche Zeiten Anfang der neunziger Jahre, als man den Durchmarsch von der A-Klasse in die Landesliga packte. Beim TV entwickelte er in Zusammenarbeit mit der Sportredaktion immer wieder neue Formate. Durch Rubriken wie „Bezi-Fokus“ oder „Am Rande der Bande“ kam allerhand Kurioses und so manch schöne Geschichte abseits des Platzes zum Vorschein.

Und so hatte Weirich einst den Weg zum Journalismus gefunden: Als Mannschaftsverantwortlicher der Rheinlandliga-A-Jugend von Eintracht Trier gab er in den achtziger Jahren immer die Spielberichte durch. Der damalige Sportchef Horst Lachmund habe ihn dann irgendwann gefragt, ob er nicht auch noch die Informationen der anderen regionalen Mannschaften aus dieser Liga organisieren könne. Schnell wussten sie beim TV die Dienste und das Engagement des Tawerners zu schätzen, sodass man ihn für weitere Berichterstattungen gewann.

Verlässlichkeit wurde beim „Jupp“ immer ganz großgeschrieben. Wenn dann ein Trainer oder Verantwortlicher mal nicht wie vereinbart ans Handy ging, konnte ihn das schon enttäuschen. Doch das waren absolute Ausnahmen. Vielmehr bedankt sich der langjährige Bezirksliga-Insider bei den Clubs für die gute Zusammenarbeit. Und so ganz ist er noch nicht raus aus dem Journalismus: Auf die Sportplätze in der Region werde er weiterhin fahren und wenn er auf eine interessante Story stoße, das Thema auch der Redaktion vorschlagen.

Wir würden uns sehr darüber freuen – und sagen „Jupp“ Weirich „Tausend Dank“ für so viel Einsatz, so viel Herzblut und so viel Treue.