77 000 Eifeler haben die Wahl

77 000 Eifeler haben die Wahl

Der Wahlkampf geht in den Endspurt, am Sonntag wird es ernst: Die kommunalpolitischen Weichen für die nächsten fünf Jahre werden im Eifelkreis Bitburg-Prüm neu gestellt.

Bitburg/Prüm. Für Spannung sorgt allem voran die Landratswahl, nachdem Amtsinhaber Roger Graef (CDU) nach 20 Jahren nicht mehr antritt. Zwischen drei Bewerbern können sich die die rund 77 000 wahlberechtigten Bürger im Eifelkreis entscheiden: Paul Glauben (CDU), Joachim Streit (freier Kandidat) und Wolfgang Ferner, mit dem erstmals auch "Die Linke" einen Anwärter auf den höchsten Posten im Eifelkreis nominiert hat und zudem als Fraktion den Sprung in das Kommunalparlament schaffen will. Auch bei der Kreistagswahl ist Spannung garantiert. Schließlich wird sich zeigen, ob die Bürger hinter der Politik der vergangenen Jahre stehen. Diese wurde im Kreistag maßgeblich von der CDU gestaltet, die 2004 rund 52 Prozent der Stimmen für sich verbuchte.

Wird sich die von der CDU befürwortete, aber gescheiterte Fusion der Kreissparkassen oder der von der CDU forcierte Ausbau des Bitburger Flugplatzes zum Industrie- und Frachtflughafen auf das christdemokratische Wahlergebnis auswirken? Die CDU hat einiges zu verlieren, ist sie doch seit Jahrzehnten die dominierende politische Kraft im Kreis.

Die größten Verluste steckte bei der Kreistagswahl 2004 die SPD ein. Rund sieben Prozent verloren die Sozialdemokraten im Vergleich zu 1999, sind aber nach wie vor zweitstärkste Fraktion. Über die höchsten Zuwächse freuten sich 2004 die Freien, die im Vergleich zu 1999 rund fünf Prozent zulegten und damit drittstärkste Fraktion sind. Auch FDP und Grüne verbesserten sich von 1999 auf 2004, haben aber mit drei, beziehungsweise zwei Sitzen im Kreistag kaum Stimmgewicht.

In fünf der sieben Verbandsgemeinden (VG) des Eifelkreises steht auch das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters zur Wahl. In der VGBitburg-Land wird Amtsinhaber Jürgen Backes (CDU) von Josef Junk (SPD) herausgefordert. Im VG-Rat Bitburg-Land hält die CDU die Mehrheit, die 2004 rund 54 Prozent der Stimmen kassierte, gefolgt von SPD (28 Prozent), FWG (13 Prozent) und den Grünen mit fünf Prozent. In der VG Neuerburg ist der parteilose Norbert Schneider seit 2001 VG-Chef und wird nun vom ebenfalls parteilosen Klaus Rechin herausgefordert, der mit Unterstützung der CDU VG-Chef werden will. 2004 erreichte die CDU in der VG Neuerburg 44 Prozent der Stimmen, die Unabhängige Bürgervertretung (UBV) knapp 17 Prozent, die SPD rund 15 Prozent, die Liste Lentes zwölf Prozent und die FDP knapp neun Prozent. In der VGIrrel tritt Amtsinhaber Hans-Michael Bröhl nach fast 27 Jahren nicht mehr an. Nachfolger wollen Moritz Petry (CDU) und Rudolf Schmitt (SPD) werden. 2004 erreichte die CDU knapp 49 Prozent, die SPD knapp 27 Prozent und die FWG gut 20 Prozent. Die FDP, die 2004 gut vier Prozent eroberte, geht 2009 nicht mehr ins Rennen. Ohne Gegenkandidat treten in den Verbandsgemeinden Prüm und Speicher die Amtsinhaber an. In der VG Prüm strebt Alois Söhngen (CDU), der seit 1991 Bürgermeister ist, eine weitere Amtszeit an. Mit 57 Prozent der Stimmen regiert auch in Prüm die CDU mit absoluter Mehrheit, gefolgt von SPD (gut 19 Prozent), FWG (knapp 15 Prozent), UWG (gut sechs Prozent) und FPD (gut drei Prozent). In der VG Speicher will es Rudolf Becker (CDU), der seit 2002 Bürgermeister ist, noch mal wissen. Bei der vergangenen Kommunalwahl eroberte in der VG Speicher die CDU rund 50 Prozent der Stimmen, gefolgt von der SPD mit 25 Prozent, die Unabhängige Bürgerliste (UBL) gut 17 Prozent und die FDP gut sieben Prozent. In der VG Kyllburg ist Bernd Spindler noch bis 2012 gewählt. Im Kyllburger VG-Rat lag 2004 ebenfalls mit rund 53 Prozent die CDU vorne, gefolgt von SPD (23 Prozent), FWG (gut 19 Prozent) und FDP (knapp fünf Prozent). In der VG Arzfeld hat das Amt des Bürgermeisters Patrick Schnieder (CDU) inne, der noch bis 2014 gewählt ist. Auch in Arzfeld sitzt die CDU mit rund 55 Prozent am Steuer, gefolgt von SPD (rund 22 Prozent), Liste Köppen (gut zwölf Prozent), der FWG (gut acht Prozent) und den Grünen (drei Prozent).

Die Ergebnisse der Kommunalwahl finden Sie in unserer Ausgabe am Montag und bereits am Sonntagabend unter www.volksfreund.de