Auf dem Weg nach Trier und zu sich selbst

Heute beginnt die Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier. Auch viele Eifeler machen sich in den kommenden Wochen auf den Weg an die Mosel. Rainer Enser und Egon Bach aus Messerich haben dem TV erzählt, warum sie gleich mehrmals 35 Kilometer zu Fuß zum Dom laufen.

Messerich/Bitburg. Rainer Enser und Egon Bach sitzen an einem Tisch im historischen Eppischhof an der Hauptstraße in Messerich. Vor ihnen ausgebreitet liegen Unterlagen über die Heilig-Rock-Wallfahrt, die heute in Trier beginnt. Enser und Bach wollen auch nach Trier, und zwar zu Fuß. Gemeinsam mit anderen Eifelern wollen sie in den kommenden Wochen gleich zweimal 35 Kilometer bis an die Mosel pilgern.
"Wir haben uns zwei Termine überlegt, damit einmal die etwas Schnelleren und einmal die etwas Langsameren mitkommen können", erklärt Egon Bach. Am 30. April geht die Gruppe von Messerich aus los, am 6. Mai von Bitburg aus. Die Strecke ist für die beiden Männer, die bereits seit fünf Jahren regelmäßig nach Trier pilgern und auch jedes Jahr nach Klausen und Himmerod, etwas ganz Besonderes. Rainer Enser beschreibt, was ihm am besten gefällt: "Wenn wir morgens auf Ittel zugehen, und wir die Kirche und den Nebel im Tal sehen, das ist einfach fantastisch!" Egon Bach, der den Heiligen Rock bereits zweimal gesehen hat, mag vor allem den Blick auf Trier, wenn man den Weißhauswald erreicht hat: "Es ist einfach schön, das Ziel vor Augen zu haben."
Trotz der reizvollen Wegstrecke betonen die Männer, dass es zwischen Pilgern und Wandern einen großen Unterschied gibt: "Es gehört für uns ein geistiger Impuls dazu", sagt Egon Bach. Die komplette Zeit, also etwa sechs bis sieben Stunden, wird gebetet. "Zwischendurch legen wir Schweigepausen ein, in denen die Pilger sich zu einem bestimmten Thema Gedanken machen können, oder sich nur mit sich selbst auseinandersetzen", sagt Rainer Enser. "Du bist ein anderer als der, der morgens losgegangen ist," ergänzt Egon Bach.
Wandern oder pilgern: Gutes Schuhwerk, die richtige Kleidung und ein bisschen Training sollte schon mitbringen, wer sich mit den Messerichern auf den Weg nach Trier macht. "Wir bieten aber auch die Möglichkeit, zwischendurch mit einzusteigen", sagt Egon Bach.
Egon Bach freut sich schon sehr auf den 30. April. Dann macht er sich auf den Weg nach Trier, vom Eppischhof in Messerich aus.
Wer mit den Messerichern pilgern möchte, kann sich bei Rainer Enser, Telefon 06568/932454, bei Egon Bach, Telefon 06568/96101 oder per E-Mail an info@pilgerfreunde.de melden. Anmeldeschluss für den Pilgertermin am 30 April ist heute, Freitag, 13. April. Anmeldeschluss für den 6. Mai ist am 24. April.
Der Volksfreund wird täglich von der Wallfahrt berichten.
Extra

Auch in den Eifelkreis Bitburg-Prüm kommen jährlich viele Tausend Pilger: Sie gehen nach Prüm, um dort die Sandalen Jesu in der Basilika anzusehen. Etwa 15 000 Besucher zählt Monika Rolef, die Führungen in der Basilika macht, pro Jahr in Prüm. Die Sandalen Jesu zählen zu den bedeutendsten Reliquien des Mittelalters. Pippin III. brachte die Sandalen nach Prüm, daraufhin bekam die Abteikirche ihren Namen Sankt Salvator (Heiliger Erlöser). Das Kloster in der Eifel wurde zur bedeutenden Abtei. Im 12. Jahrhundert meldete das Bistum Trier die Entdeckung des Heiligen Rocks. Es dauerte noch mehrere Jahrhunderte, ehe der Rock den Sandalen den Rang ablief: 1524 fand die erste große Wallfahrt zum Heiligen Rock nach Trier statt, 1574 verlor die Abtei in Prüm ihre Selbstständigkeit. slgExtra

Zu den anderen Gruppen, die Wallfahrten nach Trier organisieren, gehören beispielsweise die Landfrauen aus Neuerburg, die am 19. April eine Tagesfahrt an die Mosel organisieren. Weitere Infos hierzu: Rita Spartz, Telefon 06527/322. Das Dekanat Bitburg bietet am Mittwoch, 3. Mai, ebenfalls eine Wallfahrt an, Informationen und Anmeldung (nur noch heute möglich) unter Telefon 06561/694290. Wer sich gemeinsam mit anderen auf den Weg machen möchte, kann bei der Mitpilgerzentrale im Internet unter www.heilig-rock-wallfahrt.de nachsehen. slg