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Ausschuss lässt alle neun Kandidaten im Wahlkreis 204 zu

Trier. Der Kreiswahlausschuss hat neun Wahlvorschläge für die Bundestagswahl am 22. September geprüft und alle ohne Gegenstimme zugelassen. Damit stehen die Kandidaten im Wahlkreis 204 fest, der die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg umfasst. Jörg Pistorius

Kreiswahlleiter Johannes Minn und die sechs Beisitzer des Kreiswahlausschusses hatten eine bedeutende, aber keine schwierige Aufgabe. Schon die Vorprüfung der eingereichten Vorschläge hatte keine wahlrechtlichen Mängel ergeben, und auch der Ausschuss fand am Freitag keine.

"Die Zulassung oder Ablehnung von Wahlvorschlägen muss vollkommen unpolitisch erfolgen", betonte der Wahlleiter. "Die Pflicht des Ausschusses ist eine formale Prüfung, nicht aber eine Bewertung." Diese formale Prüfung bestanden alle eingereichten Vorschläge. Damit steht fest, wer am 22. September antreten wird, um Trier und Trier-Saarburg im 18. Bundestag zu vertreten.

Überraschungen sind nicht dabei. Die Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster (CDU) und Katrin Werner (Die Linke) treten wieder an. Für die SPD startet die Juristin Katarina Barley, die bereits 2005 politisch von sich reden machte, als sie Günther Schartz in der Landratswahl zwar unterlag, aber mit vielen Stimmen einen Achtungserfolg erzielte. Werner und Barley haben auch aufgrund ihrer Positionen auf ihren jeweiligen Landeslisten gute Chancen auf ein Ticket nach Berlin.

Corinna Rüffer, eine Leistungsträgerin der Grünen im Trierer Stadtrat, startet ebenfalls. Die korrekte Berufsbezeichnung der Studentin beschäftigte den Ausschuss kurz. Das Ergebnis: Rüffer wird offiziell als ehrenamtliche Politikerin geführt. Auf der Landesliste der Grünen steht sie auf Platz drei, ihr Einzug in den Bundestag gilt deshalb als sicher.

Henrick Meine wird als Kandidat für die FDP starten. Der 35 Jahre alte Bankkaufmann lebt seit acht Jahren in Trier. Der 38-jährige Informatiker Andreas Brühl ist der Direktkandidat der Piratenpartei. Christian Nicolay, ein Sozialpädagoge aus Trier, startet für die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, kurz einfach nur "Die Partei". Redakteure des Satiremagazins Titanic hatten sie 2004 gegründet, seit 2012 gibt es einen Kreisverband in Trier.

Die Unternehmerin Luda Adéle Liebe ist die Kandidatin der Freien Wähler.

Die NPD schickt ihren stellvertretenden Landesvorsitzenden Safet Babic ins Rennen. Dieser saß ab 2009 im Stadtrat Trier, wurde aber nach einer rechtskräftigen Verurteilung wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung von diesem im September des Jahres 2011 ausgeschlossen.
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