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Bischof Ackermann spricht Thema Missbrauch deutlich bei Trierer Priestertag an

Bischof Ackermann spricht Thema Missbrauch deutlich bei Trierer Priestertag an

„Priester haben das Vertrauen von Menschen auf grausamste Weise verraten.“ Das hat der Trierer Bischof Stephan Ackermann beim Priestertag im Rahmen der Heilig-Rock-Tage mit Blick auf den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Priester gesagt. In seiner Predigt kritisierte der Bischof auch „Fehler in der Kommunikation der Bischöfe und auch von Rom aus.“

Am Priestertag nahmen rund 250 Priester aus allen Teilen des Bistums Trier teil. Bischof Ackermann machte in seiner Predigt deutlich, dass Opfer sexuellen Missbrauchs oft ihr ganzes Leben lang leiden würden. Wie bei dem gerade ausgebrochenen isländischen Vulkan, so könne man den Eindruck haben, dass nun auch im Blick auf das Thema des sexuellen Missbrauchs durch Priester eine „Kruste aufgebrochen“ sei. „Eine giftige, stinkende Wolke entlädt sich“, sagte der Bischof. Im Blick auf den priesterlichen Dienst würden sich Höhenflüge daher derzeit verbieten.

Oft habe er sich in letzter Zeit auch gefragt, warum diese Situation gerade im Priesterjahr auftrete, das Papst Benedikt XVI. ausgerufen hat und das noch bis Ende Juni andauert. Zwar sei er nach wie vor „froh und stolz, Priester Jesu Christi in dieser Kirche zu sein“, und es sei auch nicht Verzagtheit angebracht, aber doch Nachdenklichkeit.

Viele Priester, betonte der Bischof, seien nun auch nachdenklich und aufgewühlt, schauten in die eigene Lebensgeschichte und stellten sich die Frage, ob sie auch selbst schuldig geworden seien. Dabei müsse es gar nicht nur um sexuellen Missbrauch gehen, sondern man müsse sich etwa auch die Frage stellen, ob man in früheren Jahren Kinder geschlagen habe oder weggeschaut habe bei Verfehlungen anderer.

Die „bedrängte Zeit“, in der sich die Kirche derzeit befinde, werde aber nicht zwangsläufig zu einem Abdriften führen, sagte Ackermann in seiner Predigt: „Was äußerlich vielleicht aussieht wie ein Umweg oder ein Abweg, kann innerlich eine Bewegung auf Jesus zu sein.“