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Bürgermeisterwahl in der VG Saarburg: 53 Prozent für Jürgen Dixius

Bürgermeisterwahl in der VG Saarburg: 53 Prozent für Jürgen Dixius

Stadtbürgermeister Jürgen Dixius (CDU) hat die Bürgermeisterwahl mit 53,1 Prozent gewonnen. Damit sicherte er sich gleich die absolute Mehrheit vor Mario Wolter (FWG, 20,6 Prozent), Frank Gerardy (SPD, 20,3 Prozent) und Matthias Pinnel (Grüne, 5,9 Prozent).

Die Spannung auf dem Flur der Verbandsgemeinde ist vier Stunden lang zum Greifen. Immer wieder blicken rund 50 Gäste auf die Bildschirme, die von der Verwaltung aufgestellt worden sind, um die Bundestags-, die Landrats- und die Bürgermeisterwahlergebnisse anzuzeigen. Vor allem die Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen aus den einzelnen Stimmbezirken der Verbandsgemeinde werden genau beobachtet.

Gegen 18.14 Uhr treffen die ersten Resultate aus Merzkirchen/Südlingen ein. Acht Stimmen für Jürgen Dixius, acht für Frank Gerardy, sieben für Mario Wolter und eine für Matthias Pinnel; ein Wahlzettel ist ungültig. Die letzten Wahlergebnisse, die fehlen, sind die aus Saarburg-Beurig und Serrig. Sie treffen um 21.53 Uhr ein.
Nach fast vier Stunden Wartezeit steht fest, dass der CDU-Kandidat Jürgen Dixius die Bürgermeisterwahlen mit 53,1 Prozent (das entspricht 6714 Stimmen) gewinnt. Auf Platz zwei folgt Mario Wolter mit 20,6 Prozent (2607 Stimmen) von der FWG.

Frank Gerardy (SPD) kommt auf 20,3 Prozent (2570 Stimmen) und Matthias Pinnel (Bündnis 90/Die Grünen) auf 5,9 Prozent (751 Stimmen). Insgesamt liegt die Wahlbeteiligung bei 70,7 Prozent (12?826 Stimmen). Es braucht einige Sekunden, bis alle Besucher in der Verbandsgemeinde realisieren, dass Jürgen Dixius die Wahl schon im ersten Wahlgang für sich entschieden hat. Aber dann ist der Jubel groß, und der Wahlsieger lässt sich von seinen Parteifreunden drücken und feiern. Mario Wolter, der einzige Gegenkandidat, der den Weg ins Rathaus gefunden hat, gratuliert dem Stadtchef als einer der Ersten.

Simone Thiel, Chefin der Saarburger CDU, ist glücklich und zugleich stolz: "Ich freue mich sehr, dass der Jürgen bereits aus dem ersten Wahlgang als deutlicher Sieger hervorgegangen ist. Er hat sich auch dank seiner Erfahrung durchgesetzt." Thiel freut sich aber nicht nur über das Ergebnis der Bürgermeisterwahl, sondern auch über die hervorragenden Resultate der Partei bei den Landratswahlen und auf Bundesebene. "Da bin ich wirklich überrascht worden, mit so einem Ergebnis habe ich wirklich nicht gerechnet."

Siegfried Büdinger, CDU-Ortsbürgermeister aus Ayl, ist sehr zufrieden: "Ich habe immer geglaubt, dass Jürgen Dixius bereits im ersten Wahlgang über 50 Prozent kommen wird." Nach diesem deutlichen Sieg seines Parteifreundes hofft er, dass die bisherige gute Zusammenarbeit der Verbandsgemeinde mit den Ortsgemeinden fortgesetzt wird.

Nicht zufrieden mit dem Ausgang der Wahl ist Matthias Pinnel. Er hat bereits in den vergangenen Tagen die Wahlkampfmethoden des CDU-Kandidaten Dixius kritisiert. Dieser hatte in einer Wahlbroschüre der Partei mit den Unterschriften von zwölf Ortsbürgermeistern aus der Verbandsgemeinde für sich geworben (der TV berichtete).

In einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung kündigt Pinnel an, die Wahl gegebenenfalls juristisch prüfen zu lassen. Er ist nach wie vor der Meinung, dass es sich um eine unzulässige Wahlunterstützung der Ortsbürgermeister gehandelt habe.
Meinung

Parteien halten die Treue

Jürgen Dixius ist seiner Favoritenrolle letztlich gerecht geworden - und mehr als das. Dass er bei vier Bewerbern gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen gewinnen würde, war so nicht zu erwarten.
Die Verbandsgemeinde Saarburg war und bleibt fest in schwarzer Hand. Die CDU-Wähler (49 Prozent bei den Zweitstimmen der Bundestagswahl in der VG) sahen offenbar keinen Grund, dem Bürgermeisterkandidaten ihrer Partei das Kreuz zu verweigern. Auch die daraus folgende Personalunion an der Spitze von Stadt und VG schreckte sie nicht ab.

Frank Gerardy und Matthias Pinnel blieben innerhalb des Wählerpotenzials ihrer Parteien. Deren Kandidaten zur Landratswahl schnitten in der VG Saarburg ähnlich ab (18,9 Prozent Thomas Neises, SPD, 6,3 Prozent Sabina Quiano, Grüne). FWG-Mann Mario Wolter wiederum kam als parteiunabhängiger Bewerber zwar auf Anhieb gut an und landete mit 20,6 Prozent der Stimmen sogar knapp vor SPD-Mann Gerardy. Gefährden konnte jedoch auch er Platzhirsch Dixius nicht.

Damit wäre der Fall erledigt - wenn nicht die zweifelhafte Wahlempfehlung von zwölf Ortsbürgermeistern pro Dixius immer noch im Raum stünde. VG-Wahlleiter und Kreisverwaltung hatten das umstrittene CDU-Flugblatt zwar schnell für unbedenklich erklärt. Doch das letzte Wort ist in der Sache noch längst nicht gesprochen, denn die offizielle Anfechtung der Wahl ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.
m.hormes@volksfreund.deStimmen zur Wahl

CDU-Kandidat und Wahlsieger Jürgen Dixius: "Ich bin allen Wählern dankbar für die Wahlbeteiligung und freue mich über das hervorragende Ergebnis. Ich danke auch den Mitbewerbern für den fairen Wahlkampf. Jetzt steht die Zusammenarbeit an den künftigen Aufgaben im Vordergrund. Mein Dank gilt allen Wahlhelfern. Ich bin froh, dass die Wahlplakate aus den Ortschaften verschwinden."

FWG-Kandidat Mario Wolter: "Das Ergebnis hat mich in dieser Deutlichkeit schon etwas überrascht. Aber das ist der Wählerwille. Ich habe Jürgen Dixius gratuliert und mich mit ihm auf weitere gute Zusammenarbeit verabredet. Der Wahlkampf ist vorbei. Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln und sich auf die Punkte konzentrieren, die anstehen."


Grünen-Kandidat Matthias Pinnel: "Jürgen Dixius wird viel von der Bundestagswahl profitiert haben. Ich hätte eine Stichwahl erwartet. Mit meinem Ergebnis bin ich zufrieden. Ich bin der erste Kandidat, der von den Grünen bei einer Bürgermeisterwahl ins Rennen geschickt wurde. Aber: Die Wahl muss wiederholt werden, weil Jürgen Dixius sich nicht an das übliche Prozedere gehalten hat. Ich denke, dass mehrere Seiten die Wahl anfechten werden."

SPD-Kandidat Frank Gerardy war am späten Sonntagabend für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar. cus