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„Berge an Post“: Immer mehr Wähler machen ihr Kreuz vor dem Wahltag

Bundestagswahl : „Berge an Post“: Immer mehr Wähler machen ihr Kreuz vor dem Wahltag

Bis zum 26. September sind es zwar noch ein paar Tage, doch viele Rheinland-Pfälzer haben ihr Kreuzchen schon gemacht. Es gibt immer mehr Briefwähler und im Wahlkreis Bitburg noch etwas Besonderes, was ihn von allen anderen Wahlkreisen unterscheidet.

Der Countdown läuft: Gut drei Wochen vor der Bundestagswahl zeichnet sich ein neuerlicher Anstieg der Briefwähler an. Nach Angaben des Landeswahlleiters haben bislang schon über zehn Prozent der rheinland-pfälzischen Wahlberechtigten Briefwahl beantragt. In einzelnen Kommunen liegt die Zahl bereits deutlich darüber. So hat beispielsweise in der Landeshauptstadt Mainz schon mehr als jeder dritte Wahlberechtigte Briefwahl beantragt; damit liegt die Quote dort schon jetzt auf dem Niveau der Bundestagswahl vor vier Jahren.

Ähnlich ist der Trend in Trier. Schon jetzt sei deutlich, dass sehr viele Menschen Briefwahl machen wollten, sagt Stadt-Sprecher Michael Schmitz.. „Derzeit gehen täglich regelrechte Berge an Post sowie an Online-Anträgen im Wahlamt ein.“ Die Verantwortlichen rechnen laut Schmitz mit bis zu 35 000 Briefwahlanträgen, 12 000 mehr als bei der Bundestagswahl vor vier Jahren. Seinerzeit lag die Briefwählerquote bei 38 Prozent.

Bundesweit lag der der Briefwähleranteil 2017 bei knapp 29 Prozent. Dieses Mal dürfte er deutlich darüber liegen. Bei der Landtagswahl im März machten zwei von drei Wählern ihre Kreuzchen schon im Vorfeld des eigentlichen Wahltermins. Mit ein Grund, warum jetzt viele Kommunen vorgesorgt und die Zahl ihrer Briefwahllokale erhöht haben.

Wegen unterschiedlicher Direktbewerber in den einzelnen Wahlkreisen und nicht in allen Bundesländern antretende oder zugelassene Parteien gibt es keine einheitlichen Stimmzettel. Im Wahlkreis Trier bewerben sich beispielsweise 15 Kandidaten um das Direktmandat, während es in den beiden anderen regionalen Wahlkreisen Bitburg und Mosel/Rhein-Hunsrück „nur“ jeweils zehn sind. Bei der zurückliegenden Bundestagswahl gewannen mit Peter Bleser, Patrick Schnieder und Andreas Steier übrigens in allen drei Wahlkreisen die CDU-Bewerber das Direktmandat.

In Rheinland-Pfalz gibt es insgesamt 15 Wahlkreise, bundesweit sind es 299. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Wahlleiters gibt es im Wahlkreis 202 eine Besonderheit: Im Gegensatz zu allen anderen Wahlkreisen tritt in Bitburg kein Einzelbewerber an, wie etwa im Wahlkreis Trier die parteilose Ärztin Ingrid Moritz oder im Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück der Pensionär Hermann Gustav Krämer.

 Die Region Trier ist im aktuellen Bundestag mit sechs Abgeordneten vertreten - neben den drei CDU-Parlamentariern sind es noch Katrin Werner (Linke), Carina Konrad (FDP) und Corinna Rüffer (Grüne). Die Sozialdemokratin Katarina Barley wechselte während der Legislaturperiode als Abgeordnete ins EU-Parlament. Nicht zuletzt dank einer guten Listenplatzierung hat ihre Nachfolgerin Verena Hubertz allerdings gute Chancen, dem nächsten Bundestag anzugehören.

Mit ihren 33 Jahren gehört Hubert zu den jüngeren der insgesamt 376 rheinland-pfälzischen Bundestagskandidaten. Der Altersschnitt liegt nach Angaben des Landeswahlleiters bei knapp 45 Jahren, wobei die Spanne von 18 bis 79 Jahren reicht. Den höchsten Altersdurchschnitt haben die Kandidaten der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (63 Jahre) und der rechtsextremen NPD (62 Jahre). Die „Benjamine“ in Rheinland-Pfalz sind die Bewerber des Teams Todenhöfer (32 Jahre), der Partei (34) und der Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer (35).

Von den aktuell im Bundestag vertretenen Parteien sind die rheinland-pfälzischen SPD-Kandidaten im Schnitt am jüngsten (39), gefolgt von den Bewerbern der CDU (41), Grünen (41), FDP (44), Linken (47) und AfD (52). Die derzeit noch nicht im Bundestag vertretenen Freien Wähler kommen in Rheinland-Pfalz auf einen Altersdurchschnitt von 48 Jahren.

Die knapp 3,1 Millionen Wahlberechtigten in unserem Bundesland können sich bei der diesjährigen Bundestagswahl mit ihrer Zweitstimme übrigens zwischen 20 Parteien entscheiden. Damit sind nach Angaben des Landeswahlleiters sechs Landeslisten mehr zugelassen als vor vier Jahren. Nahezu gleich geblieben ist dagegen der Frauenanteil unter den Bewerbern. Er liegt bei 32,4 Prozent und damit nur 0,1 Prozentpunkte über dem der vorherigen Wahl.