1. Dossier

Chrupalla: „Wir brauchen mehr Meister als Master“

AfD-Spitzenkandidat : Chrupalla: „Wir brauchen mehr Meister als Master“

30 Minuten Zeit und jeweils nur 30 Sekunden für die Antwort: Im Interview mit der Radiozentrale und der Deutschen Presse-Agentur haben die Kanzler- und Spitzenkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien einen identischen Fragenkatalog zu sechs Themenkomplexen beantwortet. Dazu kamen Schnellfragerunden, zum Beispiel im „Ja-oder-Nein“-Format.

Tino Chrupalla, Spitzenkandidat der AfD

Frage: Was bedroht, Ihrer Meinung nach, die innere Sicherheit Deutschlands am meisten? 30 Sekunden, ab jetzt...

Antwort: Wir sehen aktuell in Deutschland, dass die innere Sicherheit gefährdet ist durch Migration, durch Zuwanderung, hauptsächlich was Straftaten angeht. Wir wollen, dass sich Familien, aber auch alle anderen Personen in Deutschland wieder sicherer fühlen, dass sie ungestört auch spazierengehen können. Wir wollen deswegen die Polizeipräsenz weit mehr ausbauen als aktuell. Wir wollen aber auch die konsequente Abschiebung von Straftätern und Migranten und natürlich auch die Anerkennung und die Wertschätzung von Polizisten und Soldaten in unserem Land. Auch das ist wichtig, dass diese auch die Unterstützung der Politik haben.

Frage: Halten Sie das Konzept „Lockdown“ noch für zeitgemäß? Worauf setzen Sie? 30 Sekunden, ab jetzt...

Antwort: Also wir halten das nicht für zeitgemäß. Wir haben erlebt, dass gerade der Mittelstand, die Wirtschaft nicht durch Corona geschwächt wurde, sondern durch die Maßnahmen. Deswegen lehnen wir grundsätzlich einen Lockdown ab. Es darf sich nie wieder ein Lockdown wiederholen. Wir setzen auf Pragmatismus, auf absolute Verhältnismäßigkeit, was diese Maßnahmen angeht.

Frage: Wie wollen sie Kritiker der Corona-Maßnahmen erreichen, die sich nicht ernst- oder wahrgenommen fühlen? 30 Sekunden, ab jetzt...

Antwort: Wir brauchen bei diesen Dingen mehr Pragmatismus, mehr Ehrlichkeit und auch mehr ein Stück weit mehr Gelassenheit. Wir müssen auch Zuversicht verströmen, wir können nicht die Menschen in Angst und Panik weiter versetzen. Genau das spaltet die Menschen. Auch die Kategorisierung zwischen Geimpften und Ungeimpften spaltet die Gesellschaft. Das lehnen wir ab. Also von daher müssen wir mit Corona leben. Das ist ein Virus, der jetzt da ist. Aber hier bitten wir, einfach mehr Gelassenheit an den Tag zu legen.

Frage: Was wollen Sie tun, um Wohlstand in Deutschland gerechter zu verteilen? 30 Sekunden, ab jetzt...

Antwort: Dass wir als allererstes, bevor wir uns dieser Thematik des Für und Wider, Reich und Arm widmen, dass wir in Deutschland uns anschauen, was sind die Einnahmen des Staates und was sind die Ausgaben. Das bedeutet, wir brauchen einen Kassensturz. Wir können nicht nur an der Einnahmenseite schrauben, sondern wir müssen uns unbedingt die Ausgabenseite anschauen, wo wir Einsparungen durchführen können. Das ist ganz wichtig, damit wir auch breite gesellschaftliche Schichten wie die Mittelschicht und auch die Familien entlasten können.

Frage: Verstopfte Autobahnen, marode Brücken, überfüllte Fernzüge, Dörfer ohne Busanbindung, fehlende Radwege, Dauerstau in Großstädten. Was wollen oder würden Sie da gern als erstes auf den Weg bringen? 30 Sekunden, ab jetzt...

Antwort: Ja, das ist hauptsächlich auch im ländlichen Raum, dass die Infrastruktur dort natürlich wesentlich schneller ausgebaut wird, dass wir eine Beschleunigungsgesetzgebung bekommen, dass auch Straßen und auch Schienennetze wesentlich schneller gebaut werden können. Ich denke, daran hapert es in Deutschland, dass sich auch Wohnen im ländlichen Raum für die Bevölkerung lohnt und dass man auch schnell von A nach B kommt.

Frage: Überschwemmte Städte, vertrocknete Äcker, ausbleibende Winter, Waldbrände, aussterbende Tierarten, vieles scheint aus dem Gleichgewicht zu geraten zwischen Mensch und Umwelt. Was wollen Sie hier als erstes unternehmen? 30 Sekunden, ab jetzt...

Antwort: Wir wollen in Forschung und Entwicklung investieren. Wir müssen uns auf Naturkatastrophen besser vorbereiten. Das bedeutet, wir müssen den Klimawandel gestalten. Das ist für uns wichtig. Klimawandel gab es in Deutschland schon immer und in den letzten Tausenden von Jahren hat sich unser Klima immer wieder verändert. Wir müssen uns anpassen. Wir müssen uns die Schutzmaßnahmen anschauen, dass wir Überschwemmungsgebiete schaffen, auch dass wir mehr Stauseen schaffen, wo man Wasser zurückhalten kann und die Bevölkerung wesentlich besser warnen vor solchen Unwetterkatastrophen.

Frage: Herr Chrupalla, woran mangelt es Deutschland derzeit am meisten und was würden oder wollen Sie hier als erstes unternehmen? 30 Sekunden, ab jetzt...

Antwort: Wir haben einen riesigen Reformstau, was auch Strukturen angeht in Deutschland, was die Bürokratisierung angeht. Das muss unbedingt angefasst werden. Wir brauchen natürlich ein Stück weit auch Investitionen in Forschung und Entwicklung. Da hapert es. Da wurde viel liegengelassen die letzten Jahre. Da müssen wir Zukunftsperspektiven geben in Deutschland. Und das sollten wir zuerst anfassen.Frage: Garant für Wirtschaftswachstum in Deutschland war in der Vergangenheit das Gütesiegel „Made in Germany“ - hochwertige Maschinen oder Autos. Wofür wird Made in Germany in Zukunft stehen? 30 Sekunden, ab jetzt...

Antwort: Ich hoffe weiterhin natürlich für einen starken Mittelstand, für ein starkes Handwerk. Das ist der Bereich, der wertschöpfend in Deutschland ist, der die Steuern erwirtschaftet. Deswegen muss es auch wieder Lust geben, sich selbstständig zu machen, auch die Bereitschaft, sich selbstständig zu machen. Wir brauchen mehr Meister als Master. Hier muss der Mittelstand endlich entlastet werden. Wir brauchen eine große Steuerreform und die Abgabenlast muss reduziert werden. Auch der Bürokratieabbau in Deutschland muss vorangehen.

Frage: Zur Frage mit der guten Fee: „Wenn sie nur einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?“

Antwort: Dass wir zu einem Deutschland, aber normal, zurückkehren, dass wir wieder Verhältnisse haben, wo die Bevölkerung sich in vielen Punkten einig ist, dass wir geschlossener als Land auftreten, dass wir als Deutschland unsere eigenen nationalen Interessen wieder voranschreiten und souverän auftreten.“

Frage: Eine Corona-Impfpflicht für alle, auch für Kinder, ist meiner Meinung nach...

Antwort: unverhältnismäßig und ist abzulehnen.

Frage: Das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre zu erhöhen, wird...

Antwort: wahrscheinlich kommen, aber wir lehnen es ab.

Frage: Ein gesetzlicher Mindestlohn von mehr als 12 Euro ist in Deutschland...

Antwort: nicht das Allheilmittel, um gerechte Arbeit und gerechte Löhne zu erzielen.

Frage: Cannabis zu legalisieren, würde dazu führen, dass...

Antwort: gute Frage – zu was führt das? Ist eine was-wäre-wenn-Frage. Kann ich nicht beantworten. Ich weiß echt nicht, zu was das führen würde.

Frage: Im nächsten Bundestag werden statt der vorgeschriebenen 598 Abgeordneten tatsächlich wieder mehr als 700 Parlamentarier sitzen. Stimmt oder stimmt nicht?

Antwort: „Stimmt leider.“

Frage: Die Meinungsfreiheit in Deutschland ist zunehmend bedroht. Stimmt oder stimmt nicht?

Antwort: Auch das stimmt.

Frage: Bis 2030 wird das Bargeld komplett abgeschafft sein, stimmt oder stimmt nicht?

Antwort: Ich hoffe, es stimmt nicht.

Frage: Pendlerpauschale - rauf oder runter?

Antwort: Rauf.

Frage: Anzahl der Windräder auf dem Land - rauf oder runter?

Antwort: Runter.

Frage: Strompreise - rauf oder runter?

Antwort: Runter.

Frage: Wenn Sie alleine entscheiden könnten...Ja oder Nein? Deutschland verlässt die EU

Antwort: Ja.

Frage: Auf Autobahnen maximal Tempo 130

Antwort: Nein.

Frage: Die Bundeswehr bekommt bewaffnete Drohnen

Antwort: Nein.

Frage: Entweder... oder? Müsli oder Rührei?

Antwort: Rührei.

Frage: Bier oder Wein?

Antwort: Beides.

Frage: Hund oder Katze?

Antwort: Da ich wenig zu Hause bin, brauche eigentlich eher gar kein Haustier, aber ich hab gegen beide Tierarten nichts einzuwenden.

Frage: Liegestuhl oder Rasenmähen?

Antwort: Rasenmähen.

Frage: Frühaufsteher oder Langschläfer?

Antwort: Frühaufsteher.

Frage: Bayern oder Dortmund?

Antwort: Da muss ich sagen, eher Borussia Dortmund.

(dpa)