1. Dossier

Das sagen Politiker der Christdemokraten zum Wahlergebnis

Politik : Neues Profil für die CDU gesucht

Die Konservativen mussten in alten schwarzen Hochburgen Stimmeinbußen hinnehmen. Direktkandidat Marlon Bröhr und Kreisvorsitzender Dennis Junk nehmen dazu Stellung

Von Hans-Peter Linz

Wittlich/Kastellaun  Marlon Bröhr hat das Direktmandat für Berlin erhalten, aber dennoch hat die CDU im Wahlkreis 200  Stimmeinbußen hinnehmen müssen. Warum das so ist? „Ich glaube, es ist immer schwierig wenn eine Partei nach vielen Jahren der Kanzlerschaft diese Person nicht mehr hat. Es wird nun darum gehen müssen, dass man sich als CDU klarer vom Wahlprogramm der SPD unterscheidet,“ sagt Bröhr. Der Blick dürfe sich nicht nur auf die Spitzenkandidaten richten, sondern man müsse auch in die verschiedenen Programme schauen.

 Auf den Stimmenschwund der CDU im Wahlkreis 200 sagt Bröhr: „Ich bin froh, dass wir immer noch ein gutes Ergebnis haben, auch wenn wir Federn gelasen haben. Ich bin froh über die Unterstützung aus dem Wahlkreis und bin mit dem Ergebnis, das immer noch über dem Bundestrend der CDU liegt, sehr zufrieden. Aber für die Zukunft gelte es, die richtigen Weichen zu stellen.

Bröhr: „Das Programm der CDU muss sich deutlich von dem der SPD abgrenzen. Wir brauchen mehr Dynamik und mehr Lautstärke für das eigene Klientel.“ Dazu zählen aus seiner Sicht auch Handwerker, Landwirte, die nicht am Freitag auf die Demo gehen können, aber dennoch vertreten sein wollen. „Es gibt zum Beispiel viel  Gerede über Gendersternchen und der  ‚Normalo‘ fragt sich, ob er in dieser Debatte überhaupt noch auftaucht.“ Aber auch für diese Menschen müssen wir uns einsetzen. In der Demokratie gilt nach wie vor das Mehrheitsprinzip.

Dennis Junk hat erst vor einer Woche den Vorsitz des CDU-Kreisverbandes Bernkastel-Wittlich übernommen. Junk ist Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags und war vorher Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land. Aus seiner Sicht ist es an der Zeit, die Weichen neu zu stellen und das Personal zu wechseln. „Wir haben im Kreisverband eine neue Gruppe mit vielen jungen Leuten. Jetzt besteht die Chance, sich regional neu aufzustellen. Da müssen wir jetzt alle Ideen zusammenwerfen,“ sagt Junk.  

Er erklärt das aus Sicht eines Fußballers (er war lange Jahre im FSV Salmrohr aktiv): „Die größten Fehler werden in der Stunde des größten Erfolgs gemacht. Und das war auf Bundesebene im Jahr 2013. Da haben wir uns auf dem Erfolg ausgeruht und uns im Nachgang auch das eine oder andere schön geredet.“

Dazu gehöre auch der personelle Wechsel und mehr Dynamik in den Ämtern. Junk: „Meine Auffassung war immer: Die Ämter sind auf Zeit und man muss daran denken, was danach kommt.“ Die Zeiten hätten sich geändert und man könne nicht alles immer nur auf eine Person konzentrieren. Stattdessen müsse man guten Politik-Nachwuchs strategisch aufstellen und  auch Nachrücker in petto haben.

Ein Beispiel sei sein Weggang aus dem Wittlicher VG-Rathaus, in das nun sein Parteifreund Manuel Follmann einzieht.