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CDU baut ihre Mehrheit aus

CDU baut ihre Mehrheit aus

Die CDU hat bei der Wahl zum Verbandsgemeinderat Prüm ihre absolute Mehrheit ausgebaut: Sie steigerte ihr Ergebnis von 2009 (51,9 Prozent) auf nun 55,5 Prozent. Die FDP verlor auch in Prüm deutlich, sie verbuchte nur noch 2,7 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Prüm. Sie waren schon klar vorn. Jetzt haben sie den Abstand noch etwas vergrößert, die Christdemokraten in der Verbandsgemeinde (VG) Prüm: Mit 55,5 Prozent der abgegebenen Stimmen baute die CDU bei der Kommunalwahl am Sonntag ihre bisherige absolute Mehrheit noch um 3,6 Prozentpunkte aus. Macht 20 Sitze - einen mehr als in der abgelaufenen Legislaturperiode.Auf dem Boden bleiben


Da freut sich natürlich die Fraktionvorsitzende und frisch wiedergewählte Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy: "Ich kann nur danke sagen für das Ergebnis und das Vertrauen. Wir werden mit den Füßen auf dem Boden bleiben und versuchen, das Bestmögliche für die VG herauszuholen."
Das gelte für die Kommunalreform und die angestrebte Fusion mit der Oberen Kyll wie für den Ausbau der Windkraft - und wohl auch für das leidige Thema Bahnstrecke Prüm-Gerolstein. Mathilde Weinandy mit ironischem Unterton: "Vielleicht brauchen wir ja doch noch einen Bahnhof."
Zu den christdemokratischen Hochburgen unter den 44 Ortsgemeinden zählen unter anderem Heckhuscheid und Winringen, wo die Partei jeweils 79 Prozent holte, Fleringen (77 Prozent) und Giesdorf (76). Vergleichsweise schwach war man dafür in Nimsreuland mit 39 Prozent - dort war die FWG mit fast 29 Prozent sehr stark.
Die SPD gewann leicht hinzu und steigerte sich von 16,9 auf 17,88 Prozent (sechs Mandate, wie 2009). "Von den abgegebenen Stimmen haben wir das zweitbeste Ergebnis in der VG", sagt Markus Fischbach. Der bisherige Aufschwung der FWG scheine zu stagnieren."Geballte CDU-Macht"


"Wir haben natürlich keine Riesenchancen, gegen diese geballte CDU-Macht anzugehen. Aber wir freuen uns über das Ergebnis und werden versuchen, immer wieder den Finger in die Wunde zu legen. Siehe die Diskussion um den Fahrradweg auf der Bahnstrecke nach Gerolstein. Wir werden auch weiterhin unsere Ziele in den Rat einbringen und versuchen, die Leute zu überzeugen."
Ebenfalls gestärkt gingen Bündnis 90/Die Grünen aus der Wahl hervor, mit 7,19 Prozent (2009: 4,8). Damit errangen sie drei Mandate, eins mehr als 2009: "Ich hab mich gefreut, dass wir auf drei Mitglieder im VG-Rat gestiegen sind", sagt Christine Kohl aus Gondelsheim. "Es ist zwar ein bisschen schade, dass wir immer noch eine schwarze Mehrheit haben. Aber für die Grünen ist dieser Erfolg doch eine schöne Sache. Ich muss das Ganze erst mal verdauen. Da kommt ja jetzt eine Menge Arbeit auf uns zu."
Die Freie Wählergemeinschaft verzeichnet 16,69 Prozent und verliert damit etwas mehr als zwei Prozentpunkte (2009: 18,9) und eins der bisher sieben Ratsmandate.
"Das ist bedauerlich, aber da kann man nichts dran machen", sagt Erich Reichertz. Er verweist jedoch darauf, dass die sieben bisherigen Mandate noch vom Zusammenschluss der FWG vor fünf Jahren mit der damaligen Unabhängigen Wählergemeinschaft herrührten - die UWG steuerte ein Mandat bei. "Insofern haben wir unsere Zahl gehalten", sagt Reichertz - und das Prümer FWG-Ergebnis sei damit immer noch besser als das auf Kreisebene. Deutlich herber sind allerdings die Verluste bei der FDP: Sie verlor mehr als die Hälfte ihrer Stimmen (2,7 Prozent; 2009: 6,5) und hat nun nur noch einen Vertreter im Rat: Jürgen Krämer. Die Wahlbeteiligung in der VG Prüm lag bei 60,3 Prozent, das sind 3,2 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2009.

In den Verbandsgemeinderat Prüm sind gewählt: CDU: Mathilde Weinandy, Edith Baur, Gaby Bretz, Winfried Richards, Peter Meyer, Lothar Lamberty, Horst Backes, Arnold Gierten, Monika Winkelmann, Klaus Keil, Oswald Benzel, Peter Feinen, Jan Herbst, Gudrun Breuer, Werner Dimmer, Peter Eichten, Helmut Thielen, Franz-Josef Keilen, Frank-Peter Irsfeld, Andreas Lenz;
SPD: Erdal Dogan, Markus Fischbach, Barbara Hiltawski, Helmut Michels, Bernd Weinbrenner, Heidrun Haas; Grüne: Christine Kohl, Annette Schürmann, Christoph Weber;
FWG Prümer Land: Monika Rolef, Erich Reichertz, Klaus Peter Nahrings, Stefan Maselter, Dirk Kleis, Klaus-Dieter Fuchs;
FDP: Jürgen Krämer.Meinung

Locker im Sattel
Bürgermeister Aloysius Söhngen und seine Parteifreunde bei den Christdemokraten können sich locker zurücklehnen: Satte 55,5 Prozent holt die CDU im Verbandsgemeinderat Prüm. Eine mehr als bequeme absolute Mehrheit. Für lupenreine Demokraten sind das schon fast beunruhigende Verhältnisse. Aber sie bedeuten auch, dass die Bürger in der Verbandsgemeinde wenig auszusetzen haben an dem, was in der Kommune in den vergangenen Jahren geschehen ist und was naturgemäß vor allem auf den Fahnen von VG-Chef und Mehrheitsfraktion steht. Die Finanzen sind stabil, die Belastung der Ortsgemeinden niedriger als anderswo. Dabei scheint sogar das Bahnstrecken-Debakel kaum ins Gewicht gefallen zu sein - ein Abstrafen sieht jedenfalls anders aus. Und das Ergebnis ist zugleich ein "Einverstanden" beim Thema Kommunalreform und der beschlossenen Fusion mit der Oberen Kyll. Dort haben übrigens die anderen Fusions-Befürworter von der Liste "Bürgerwille" tatsächlich einen Mann in den Rat bekommen. Auch das ein Zeichen dafür, dass die Fusion beiderseits von vielen getragen wird. Söhngen und die Seinen müssen auch weiterhin niemanden fragen, wenn sie irgendeine Entscheidung durchbringen wollen. Jetzt sogar noch weniger als vorher. Es zeugt aber von Souveränität, wenn man es dann trotzdem tut. fp.linden@volksfreund.de