CDU-Bürgerkonferenz: (K)ein Parteitag

CDU-Bürgerkonferenz: (K)ein Parteitag

Im Finale der CDU-Bürgerkonferenzen am Samstag in den Viehmarkt-Thermen zogen die eingeladenen Referenten Bilanz aus den vorangegangenen Konferenzen. Zudem gaben Funktionäre Anregungen, wo in Trier Handlungsbedarf bestehe. Die Veranstaltung fand im lockeren Rahmen statt und zog im Laufe von zweieinhalb Stunden mehr als 100 Gäste an.

Trier. Ein Parteitag hatte es ausdrücklich nicht sein sollen. Tatsächlich war die Stimmung in den Viehmarkt-Thermen locker, kämpferische Parolen gab es keine - bis auf den Schlussappell von CDU-Fraktions-Chef Bertrand Adams, der deutlich an seine zahlreichen Parteifreunde gerichtet war. "Wir sind gut aufgestellt und durchtrainiert, haben aber noch keine Punkte", rief der Metzgermeister aus Ehrang am Ende. Das Finale der Bürgerkonferenzen, mit denen die Trierer CDU aus der Basis Anregungen aufgreifen und so Wähler gewinnen will, ähnelte in weiten Teilen dem Aufstellen eines Wunschzettels, wie Moderator Thomas Vatheuer süffisant anmerkte. Das lag auch daran, dass die Wünsche aus den Stadtteilen fast austauschbar waren: Grundschulen und Kindergärten erhalten, Straßenschäden beheben, Durchgangs- und Schwerlastverkehr raus, Parkraum schaffen! Über die Stadtteil-Grenzen reichende Anregungen ergaben die folgenden Gesprächsrunden. Andrea Weber (Hotel Deutscher Hof) forderte unter Zustimmung anderer den dringend notwendigen Ausbau eines Radwegenetzes, für das in Trier "ein in die Breite gehendes Konzept fehlt". Ihr schloss sich Matthias Bellmann (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) an und forderte die Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer analog zum Lieferverkehr. Bessere Französischkenntnisse hierzulande, abgestimmte und gegenseitig anerkannte Ausbildungssysteme, eine gute Straßenanbindung nach Luxemburg, die Großregion, ein grenzübergreifender Industriepark: Die Themen zeigten, dass Kommunal-Wahlkampf längst nicht mehr vor Staatsgrenzen Halt macht. Eine neu zu schaffende Stelle für einen Kulturmanager (Ronald Frank, Medienfabrik), ein Mittleres Haus für 200 Besucher (Gerhard Weber, Theater), Anlagen für Skater und Sprayer sowie angemessener Lohn im sozialen Bereich (Reinhold Spitzley, Palais e.V.) waren weitere Ideen, die eben nur mit Geld realisierbar sind.

Zum Finale "Bertis Grillwurst"



Daher nahmen sich zwei Ansätze erfrischend bescheiden aus: Allgemein mehr Wertschätzung für Benachteiligte aufzubringen (Petra Moske, Nestwärme e.V.). Und die Aussicht, dass die Uni Trier verstärkt den Kontakt zur Stadt suchen will (Präsident Peter Schwenkmezger).

Er sei mit der Resonanz auf die Veranstaltungsreihe sehr zufrieden, resümierte Bernhard Kaster, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der CDU Trier. Zufrieden auch die Gäste, die anschließend in den Genuss von "Bertis Grillwurst", einer frisch gegrillten und selten schwarz angekohlten Bratwurst kamen.

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