1. Dossier

CDU: Zurück zu alter Stärke

CDU: Zurück zu alter Stärke

Wo ist die FDP noch über die Fünf-Prozent-Hürde geklettert, wo hat SPD-Herausforderer Jens Jenssen den übermächtigen CDU-Mann Patrick Schnieder besiegt, wo gab es besondere Ausreißer? Der TV hat sich am Tag nach der Bundestagswahl die Ergebnisse im Kreis ganz genau angesehen.

Daun/Gerolstein/Hillesheim/Kelberg/Obere Kyll. Es wird nur ein schwacher Trost für Edmund Geisen und seinen Nachfolger auf Kreisebene, Marco Weber, sein: An den Wählern im Kreis Vulkaneifel hat es nicht gelegen, dass die FDP nicht mehr im nächsten Bundestag vertreten ist. Die Liberalen haben im Kreis sechs Prozent erzielt und in allen fünf Verbandsgemeinden die Fünf-Prozent-Marke geknackt. In der VG Hillesheim erreichten sie gar 6,5 Prozent der Zweitstimmen, in einigen Gemeinden wie Berlingen in der VG Gerolstein (10,8 Prozent) wurden sogar zweistellige Prozentzahlen erreicht.
Beim Erststimmenergebnis im Kreis hingegen bestätigte sich der Trend des gesamten Wahlkreises 203 eindeutig: SPD-Direktkandidat Jens Jenssen (Kreisergebnis 27,6 Prozent) hat es in keiner der 109 Gemeinden geschafft, Platzhirsch Patrick Schnieder (55,7 Prozent) zu überflügeln. Nur in einem Ort reichte es zum Patt: In Weidenbach (VG Daun) bekamen beide Bewerber 42,5 Prozent. Achtungserfolge für Jenssen gab es auch in Rockeskyll in der VG Gerolstein (39,8 Prozent) und in Schüller an der Oberen Kyll (38,5 Prozent). Triumphal wiederum Schnieders Abschneiden in Kirsbach in der VG Kelberg: 92 Prozent!Bundestagswahl 2013



Auch seine Partei hat im Kreis gegenüber 2009 ordentlich zugelegt: plus 12,6 Prozent. Das bedeutet, dass die CDU nun wieder - wie früher üblich - über die 50-Prozent-Marke geklettert ist. Auf nunmehr 53,9 Prozent. Die Gewinne der SPD (plus 2,9 Prozent) auf 21,9 Prozent haben allenfalls symbolischen Charakter. Immerhin ist sie nun wieder zweitstärkste Kraft im Kreis. Vor der FDP, die vor vier Jahren noch gut einen Prozentpunkt die Nase vorn hatte.

VG Daun: Alles wieder im Lot in der VG Daun - aus christdemokratischer Sicht: War die CDU bei den Zweitstimmen vor vier Jahren noch knapp über 40 Prozent gekommen, ist sie nun bei 54,6 Prozent gelandet. Christdemokratische Hochburg ist diesmal Deudesfeld mit 68,5 Prozent, gut 20 Prozent mehr als vor vier Jahren. Die krachende Niederlage der FDP spiegelt sich auch in der VG Daun wider. Gab es 2009 in manchen Gemeinden noch Ergebnisse von mehr als 30 Prozent, ist das Resultat nun nur noch in Gefell (Ortsbürgermeister Alfred Gundert gehört der FDP an) zweistellig: 20 Prozent (2009: 32,1). Einen echten Ausreißer gibt es in Schönbach: Die Alternative für Deutschland (AfD), die sonst kaum eine Rolle gespielt hat, kommt dort auf 10,3 Prozent.

VG Gerolstein: Die Wahlbeteiligung lag hier mit 66,3 Prozent deutlich unter dem Bundesergebnis (71,5 Prozent). Zwar ist auch hier die CDU mit 52,5 Prozent (plus 11, 2 Prozent) unangefochten vorn, aber mit Ausnahme der Oberen Kyll (50,3 Prozent) eben nicht ganz so weit wie andernorts im Kreis. Dafür kommt die SPD hier mit 23 Prozent (plus 2,2 Prozent) beinahe ans Bundesergebnis heran. Großer Verlierer auch hier die FDP, die gegenüber 2009 um 12,2 Prozent einbrach und bei 5,6 Prozent landete.

VG Hillesheim: Bei der Bürgermeisterwahl 2011 hatte die CDU-Bewerberin keine Chance, aber bei der Bundestagswahl hat die Partei wieder deutlich die Nase vorn. Sie legte um zwölf Prozentpunkte auf 53,6 Prozent zu. In zwei Gemeinden kam sie sogar über 60 Prozent: Nohn (67,3 Prozent) und Üxheim (60,5 Prozent). Gerade einmal ein Drittel dessen strich - trotz Steigerung um 4,3 Prozent - die SPD ein: 22,6 Prozent. Ein auffälliges Ergebnis: Die Grünen, die ansonsten in keiner Gemeinde mehr über fünf Prozent kamen, erreichten in Basberg 11,9 Prozent.

VG Kelberg: Auch aufs Kelberger Land schaut die CDU wieder gern, ist sie nun beim Zweitstimmenergebnis doch knapp an die 60 Prozent (58,4 Prozent) herangekommen (2009: 43,8 Prozent). Und in manchen (kleinen) Orten erreicht sie die absoluten Bestwerte im Kreis: Nitz 81,5 Prozent, Kolverath 82,5, Kirsbach 90,2 Prozent. Dort muss die SPD auch ihr schlechtestes Ergebnis im ganzen Kreis hinnehmen: 0 Prozent.

VG Obere Kyll: Immerhin: Auch an der Oberen Kyll ließ man die FDP über die Fünf-Prozent-Hürde (5,4 Prozent) springen, was wohl auch an Lokalmatador Marco Weber aus Lissendorf lag. In seinem Heimatort holte er 10,1 Prozent bei den Erststimmen. Trotzdem ist das Ergebnis auch hier insgesamt niederschmetternd: Im Vergleich zu 2009 fuhr die Partei ein Minus von 13,5 Prozentpunkten bei den Zweitstimmen ein. Ansonsten gilt: Die CDU sackt gut die Hälfte aller Stimmen ein (50,7 Prozent), die SPD gerade mal ein Viertel (24,7). Am größten ist der Abstand in Scheid: Dort bunkert die CDU 70,4 Prozent (SPD: 15,5).