Das Lexikon zur Bundestagswahl: G wie Große Koalition

Das Lexikon zur Bundestagswahl: G wie Große Koalition

Das Lexikon zur Bundestagswahl auf volksfreund.de: Als große Koalition bezeichnet man eine Regierungskoalition derjenigen (beiden) Parteien, die im Parlament am stärksten vertreten sind. Im politischen System der Bundesrepublik sind das traditionell die Volksparteien CDU/CSU und SPD.

Der Glaube ist: Große Koalition bedeutet auch große politische Würfe. So dachte man jedenfalls 2005, als sich zum zweiten Mal nach 1969 in der Geschichte der Bundesrepublik Union und SPD zum Bündnis zusammenrauften. Heute muss man ernüchtert feststellen: Große Koalition bedeutet auch oft kleinster gemeinsamer Nenner. Eine Neuauflage der "Zwangsehe", wie Koalitionäre schon früh über das Bündnis lästerten, ist angesichts der Umfragen dennoch nicht unwahrscheinlich. Und Angela Merkel sagt man nach, sie liebäugle insgeheim damit, weil sie als Moderatorin in diesem Bündnis besser leben kann als in einem kleinen.

Auf der anderen Seite könnte eine neue große Koalition für sie ungleich ungemütlicher werden als die bisherige. Denn wenn das Tabu der rot-roten Zusammenarbeit fällt, und es wird sicherlich irgendwann fallen, dann verfügt die SPD mit den Linken und den Grünen jeden Tag über eine Ausstiegsoption aus der Regierung, die sie in der bisherigen Legislaturperiode nicht hatte. (has)

Die Korrespondenten unseres Berliner Büros erklären an dieser Stelle Begriffe rund um die Bundestagswahl.