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Datenfreie PCs für 201 Wahllokale

Datenfreie PCs für 201 Wahllokale

Für die Kommunalwahlen im Mai brauchen die Verbandsgemeinden des Kreises Trier-Saarburg erstmals mehr als 400 datenfreie Laptops. Die Verwaltungen haben sich zusammengetan, um die Geräte zu mieten - und im Vergleich zu anderen Kommunen so viel Steuergeld gespart.

Trier/Saarburg. 201 Wahllokale gibt es im Kreis Trier-Saarburg. 201 Herausforderungen. Denn all diese Wahllokale müssen für den 25. Mai mit Computern ausgestattet werden, die so rein und leer sind wie ein frisch poliertes Glas. Sie dürfen keine personenbezogenen Daten enthalten. Sie dürfen nicht mit Windows XP laufen, denn das wird von Microsoft ab April nicht mehr gepflegt, sie müssen funktionieren und absolut virenfrei sein.
Bisher haben einfach die Mitglieder des Wahlvorstands oder Verwaltungen ihre PCs mitgebracht. Doch da kaum jemand bereit sein dürfte, all seine Daten löschen zu lassen, fällt diese Möglichkeit nun weg. Was also tun? Kaufen? Mieten? Die für die 5406 rheinland-pfälzischen Wahllokale zuständigen Verwaltungen sind derzeit am Rotieren, um die beste Lösung zu finden. Ein Blick in die Eifel oder an die Mosel zeigt: Die meisten Verbandsgemeinden versuchen, das Problem für sich alleine zu lösen.
Nicht so die Verwaltungen im Kreis Trier-Saarburg. Sie haben einen in der Region einzigartigen Weg gewählt, um mit dieser neuen Herausforderung umzugehen: Sie haben sich zusammengetan und mieten alle benötigten Geräte gemeinsam.
Eine Lösung, die der rheinland-pfälzische Steuerzahlerbund sehr begrüßt, ermöglicht sie es doch theoretisch, über die schiere Masse einen guten Preis zu erzielen. Und genau das ist den Verbandsgemeinden Ruwer, Hermeskeil, Kell am See, Schweich, Saarburg und Konz auch in der Praxis gelungen. Die Konzer Verwaltung hat federführend für alle anderen ausgehandelt, dass die Miete von insgesamt 360 Laptops und 175 Druckern inklusive Lieferung und Abholung 26 600 Euro kostet. Das entspricht 48 Euro pro Laptop und 42,84 Euro pro Drucker und ist ein echtes Schnäppchen. Zum Vergleich: Die meisten anderen Verwaltungen zahlen pro Gerät zwischen 80 und 120 Euro. Die Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf zahlt für 30 PCs mit Druckern gar 9000 Euro - mehr als ein Dreifaches dessen, was die Konzer ausgehandelt haben. Nebenbei haben die Trier-Saarburger verhindert, dass alle Verwaltungen parallel die gleiche Arbeit erledigen müssen.
Die Verbandsgemeinde Trier-Land hat sich zwar zunächst nicht beteiligt, weil die Überlegung im Raum stand, statt Laptops Tablets zu mieten. Als dann klar war, dass es doch Notebooks werden sollen, hat sie sich an die Bestellung der Nachbarn drangehängt und für ihre 75 Geräte ähnlich günstige Konditionen bekommen. Konditionen, die so manchen rheinland-pfälzischen "Einzelkämpfer" neidisch in Richtung des Kreises Trier-Saarburg blicken lassen dürfte.Extra

Die Stadt Trier kommt deutlich günstiger weg als die meisten kleineren Verwaltungen des Landes. Denn sie schafft es, ihre 72 Wahllokale mit Rechnern aus dem eigenen Bestand zu bestücken. So entstehen dem Rathaus durch die neuen Regeln keine zusätzlichen Kosten. kahExtra

Neben dem Europaparlament werden am 25. Mai Kreistage, VG-Räte, Stadträte, Ortsgemeinderäte sowie die ehrenamtlichen Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher gewählt. Da Bürgermeister Werner Angsten in Pension geht, wird in der VG Kell am See zudem ein neuer, hauptamtlicher Bürgermeister gesucht. Auch dort, wo im Rahmen der Kommunalreform größere Verbandsgemeinden entstehen, stehen Bürgermeisterwahlen an. kah

So sieht die Situation in der Region aus

Gemeinden müssen für die Wahlen Tausende Computer anschaffen

<strong>Stadt Trier und Kreis Trier-Saarburg

<strong>Eifelkreis Bitburg-Prüm

<strong>Landkreis Vulkaneifel

Landkreis Bernkastel-Wittlich

Meinung: Und wieder wiehert der Amtsschimmel