1. Dossier

Der Autostadtteil an der Ruwer

Der Autostadtteil an der Ruwer

1969 wurde das Dorf zur Stadt: Die kleinen Nachbargemeinden Ruwer und Eitelsbach wurden nach Trier eingemeindet. Mit dem Blick auf die Statistik des Stadtteils beginnt heute unsere zweiwöchige Serie TV-Stadtteiltour in Trier-Ruwer.

Trier. Dörflicher Charakter - was man vielen der 19 Trierer Stadtteile zugestehen kann, gilt auch für den Stadtteil Ruwer. Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik hat dem TV dankenswerterweise aktuelle Zahlen zur Verfügung gestellt (Stichtag 31. Dezember 2013), die einen Einblick in die Struktur des Stadtteils gewähren.

Fläche: Das Ruwertal mit seinen Weinbergen, Wiesen und Wäldern sorgt dafür, dass die ehemaligen Dörfer Ruwer und Eitelsbach den flächenmäßig drittgrößten Trie rer Stadtteil bilden. Insgesamt sind es 910,3 Hektar - von den 11 700 Hektar Fläche der Stadt Trier. Auf den Stadtbezirk Ruwer entfallen 716,2 Hektar, den Stadtbezirk Eitelsbach 194 Hektar.
Einwohner: Große Fläche, wenige Einwohner - 3020 Trierer lebten zum Stichtag 31. Dezember 2013 in Ruwer, davon 269 in Eitelsbach. Damit ist Ruwer auf Platz 15 von 19 Stadtteilen.
Veränderungen: Im vergangenen Jahr sind 317 Menschen nach Ruwer gezogen, 307 zogen weg. Ruwer wächst also geringfügig. Das zeigt sich auch, zumindest in kleinem Maße, bei Geburten und Sterbefällen: 17 Menschen aus Ruwer starben 2013, 19 Babys kamen zur Welt.
Geschlecht: In der Stadt Trier gibt es einen leichten Frauenüberschuss (53,1 Prozent). In Ruwer ist das Verhältnis der Geschlechter nahezu ausgeglichen. 1449 Männern (49,5 Prozent) stehen 1526 Frauen (50,5 Prozent) gegenüber.
TV-Serie Stadtteiltour


Altersstruktur: Betrachtet man die Altersstruktur in Zehn-Jahres-Abschnitten, zeigt sich, dass die mittleren Jahrgänge, also die 40- bis 50-Jährigen und die 50-bis 60-Jährigen, am stärksten vertreten sind. Alt werden kann man im Stadtteil offenbar auch ganz gut, wie der Blick in die Details zeigt:
0 bis unter 10 Jahre: 235;
10 bis unter 20 Jahre: 301;
20 bis unter 30 Jahre: 360;
30 bis unter 40 Jahre: 355;
40 bis unter 50 Jahre: 431;
50 bis unter 60 Jahre: 472;
60 bis unter 70 Jahre: 341;
70 bis unter 80 Jahre: 339;
80 bis unter 90 Jahre: 155;
90 Jahre und älter: 27.
Familienstand: 36 Prozent der Trierer sind verheiratet, 49 Prozent ledig. Im dörflichen Ruwer ist das Lebensmodell Ehe noch ausgeprägter vorhanden, ein Trend, der sich bei unserer Stadtteiltour-Serie auch schon in anderen der kleineren Stadtteile zeigte. Verheiratet sind 1417 Ruwerer (46,9 Prozent), 1197 sind ledig (39,6 Prozent), 198 sind verwitwet (6,6 Prozent) und 197 geschieden (6,5 Prozent). Bisher verzeichnet Ruwer noch keine eingetragenen Lebenspartnerschaften.

Haushalte: Die 3020 Einwohner von Ruwer leben in 1870 Haushalten (Ruwer 1715, Eitelsbach 155). In 272 davon leben Kinder. Es gibt 1130 Alleinstehende, 60 von ihnen haben Kinder.
Ausländer: Der Ausländeranteil im Stadtteil ist - auch das ist ähnlich wie in anderen kleinen Stadtteilen - eher gering. Laut amtlicher Statistik leben 199 Ausländer in 113 Familien im Stadtteil, das ist ein Anteil von 6,6 Prozent. Zum Vergleich der Anteil in der Gesamtstadt: In Trier leben 8,5 Prozent Ausländer.
Religion: Der weitaus größte Teil der Ruwerer gehört der römisch-katholischen Konfession an (2052 Menschen). Das sind mit 68 Prozent etwas mehr als in der Gesamtstadt (63 Prozent). 369 sind evangelisch, die anderen sind nicht konfessionell gebunden oder machen keine Angaben dazu.
Verkehr: Der Blick in die Zulassungsstatistik zeigt, dass die Ruwerer offenbar sehr autoverliebt sind - oder den öffentlichen Nahverkehr nicht gerne nutzen wollen oder können, das dürfte Interpretationssache sein. Es gibt jedenfalls 2275Kraftfahrzeuge im Stadtteil, darunter 1943 PKW. Das macht einen Anteil von 818 Autos auf 1000 Einwohner - eine ganze Menge. Zum Vergleich: Das ebenfalls nicht sehr verkehrsgünstig gelegene Filsch weist 542 Autos je 1000 Einwohner auf, Zewen 591, die Gesamtstadt 545.
Arbeitsmarkt: In Ruwer gehen 888 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach, darunter 419 Frauen. Die Arbeitslosenquote im Stadtteil liegt bei 3,5 Prozent, das ist etwas besser also die ohnehin gute Quote in der gesamten Stadt von 5,6 Prozent.
Wohnungsmarkt: In Ruwer gibt es 903 Wohngebäude und insgesamt 1430 Wohnungen. Was fehlt, ist Entwicklungspotenzial für neue Häuser und Wohnungen. 2013 wurden laut amtlicher Statistik zwar fünf Häuser fertig gebaut, aber keine einzige neue Baugenehmigung erteilt. Das geplante Neubaugebiet im Zentenbüsch, angrenzend an die Kenner Ley, ist zwar im Flächennutzungsplan 2025 enthalten, die Umsetzung dürfte aber dauern.Extra

Liebe Leserinnen, liebe Leser! Ab heute wird unsere Serie TV-Stadtteiltour fortgesetzt. In den nächsten zwei Wochen sind wir im Stadtteil Ruwer-Eitelsbach unterwegs. Wir stellen Ihnen Menschen aus dem Stadtteil vor, Fakten zur Statistik, wir berichten über das Vereinsleben. Und wir blicken in die Vergangenheit der ehemals selbstständigen Dörfer. Wir sprechen mit der Ortsvorsteherin und lassen Jugendliche zu Wort kommen, die sich Gedanken über die Zukunft machen. Außerdem sind wir zu Gast bei einem Fest im Stadtteil: dem Ruwerfest auf der Hüsterwiese am kommenden Wochenende. Auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, sind gefragt: Wie lebt es sich in Trier-Ruwer/Eitelsbach? Was gefällt Ihnen an Ihrem Stadtteil? Was sollte sich ändern? Und über welche Themen sollten wir noch berichten? Schreiben Sie uns per E-Mail an echo@volksfreund.de (bitte Name und Anschrift nicht vergessen!). Michael Schmitz, Leiter Lokalredaktion Trier