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Der Kreis soll bis 2014 deutlich grüner werden

Der Kreis soll bis 2014 deutlich grüner werden

Nach der Abspaltung vom Kreisverband Stadt Trier besteht seit dem 1. Januar der Kreisverband Trier-Saarburg von Bündnis 90/Die Grünen. Dieser ist für alle Gemeinden im Landkreis Trier-Saarburg zuständig. Zur Kommunalwahl 2014 wollen die Kreisgrünen in allen sieben Verbandsgemeinden antreten - auch dort, wo sie bisher nicht Fuß fassen konnten.

Hermeskeil/Trier/Saarburg. Es ist ein Neuanfang nach drei Jahrzehnten gemeinsamer Parteiarbeit. 32 Jahre lang waren die Grünen in der Stadt Trier und im Landkreis Trier-Saarburg in einem Verband vereint. Im Dezember 2011 kam die Trennung. Seit Jahresanfang stehen die Grünen im Kreis auf eigenen Füßen. Bei ihrer ersten Mitgliederversammlung in Hermeskeil wurden jetzt die Weichen für die Arbeit des neuen Kreisverbands (KV) Trier-Saarburg gestellt.

Präsenz in politischen Gremien: Der KV Trier-Saarburg hat aktuell 63 Mitglieder. Im Kreistag stellen die Grünen eine vierköpfige Fraktion. Vertreten sind sie in den Verbandsgemeinderäten Saarburg, Konz, Trier-Land und Ruwer. Dort bestehen auch Ortsverbände (OV). Der OV Ruwer wird am 9. März in Mertesdorf gegründet. Im südöstlichen Kreisgebiet (VG Hermeskeil, VG Kell am See, VG Schweich) sind die Grünen dagegen schwach vertreten. Das soll sich ändern: "Wir haben dort unser Mitgliederpotenzial bisher nicht ausgeschöpft", erklärte Schatzmeister Sascha Gottschalk. Die Chance sei jetzt da, "wo wir uns selbst verwalten und eigene Akzente setzen". Im früheren Kreisverband Trier/Trier-Saarburg hätten oft "städtische Themen überwogen".

Kommunalwahl 2014:
Bis zu den nächsten Kommunalwahlen 2014 wollen die Grünen auch in den Verbandsgemeinden Kell am See, Schweich und Hermeskeil Fuß fassen. "Es soll grüne Listen geben, auch wenn das ein ehrgeiziges Ziel ist", sagte Gottschalk. Das wäre ganz im Sinne des Reinsfelders Paul Port. Er sitzt für die Grünen im Kreistag, im VG-Rat Hermeskeil vertritt er jedoch die Bewegung "Bürger für Bürger" (BfB) - aus Mangel an Grünenmitgliedern vor Ort. Dabei ist das Wählerpotenzial laut Port vorhanden: "Die Stimmen aus Hermeskeil für die Grünen liegen immer über dem Kreisdurchschnitt." Bei sieben Mitgliedern, so Port, könne er mit einer grünen Liste für den VG-Rat kandidieren. Derzeit leben drei Grüne in der VG.
Etwas anders sei die Situation in der VG Schweich, erklärte KV-Sprecherin Heide von Schütz. In Föhren habe es einen Ortsverband gegeben, der sich aber aufgelöst habe. "Wir müssen diese Strukturen schrittweise wieder aufbauen." Dazu wolle der Verband seine Öffentlichkeitsarbeit vor Ort verstärken und "bei den lokalen Themen präsent sein", ergänzte Gottschalk. Die Mitgliedertreffen wolle man an ständig wechselnden Orten abhalten.

Haushalt und Beiträge: Ein weiteres wichtiges Thema der Mitgliederversammlung waren die Finanzen. "Wir haben noch wenig Strukturen und müssen mit geringen finanziellen Mitteln auskommen", brachte Schatzmeister Gottschalk die Ausgangslage auf den Punkt. Der erste Haushalt wurde einstimmig beschlossen. Der Verband startet für da sHaushaltsjahr 2012 mit einem Vermögen von 7000 Euro, Einnahmen und Ausgaben liegen bei etwa 13 700 Euro. Verabschiedet wurde auch die Beitrags- und Kassenordnung, die etwa den Finanzausgleich zwischen Kreisverband und Ortsverbänden regelt. Dabei behält der KV die Mitgliedsbeiträge ein und zahlt den Ortsverbänden einen monatlichen Zuschuss.

Themenschwerpunkte: "Verkehr und Energie - das sind zurzeit die brennendsten Themen", erklärte Heide von Schütz. Dazu zähle das Verhindern der großen Straßenbauprojekte Meulenwald-Autobahn (Fortführung der A 64 in Richtung A 1) und Moselaufstieg (Anschluss der A 64 Richtung Konz/Trier). Ein weiterer Fokus liege auf regenerativen Energien und der kommunalen Zusammenarbeit bei der Energieversorgung. "Diese Themen werden jetzt überall in den Gremien diskutiert. Hier müssen wir unsere Schwerpunkte setzen."Extra

Der Vorstand des Kreisverbands Trier-Saarburg von Bündnis 90/Die Grünen: Sprecher sind Boris Bulitta (45, Angestellter aus Ralingen-Kersch) und Heide von Schütz (69, Rentnerin aus Lorscheid). Das Amt des Schatzmeisters hat Sascha Gottschalk (33, Bankangestellter aus Konz) übernommen. Beisitzer: Christina Beiler (43, EU-Beamtin aus Nittel), Paul Port (63, Elektroingenieur aus Reinsfeld), Sabina Quijanu (49, Angestellte aus Kanzem), Ewald Winter (59, Zollbeamter aus Wasserliesch). cus