Der Platzhirsch tritt ab

Der Platzhirsch tritt ab

Marcellus Gehlen, langjähriger Ortsvorsteher von Tarforst, tritt bei der Kommunalwahl 2009 nicht mehr an. Auch seine Stellvertreterin Ingeborg Friedrich kandidiert nicht mehr.

Trier-Tarforst. Knapp 20 Jahre lang, von 1975 bis 1993, dauerte die Restaurierung des Tarforster Flurkreuzweges. Dafür hat Marcellus Gehlen damals 200 000 DM an Spenden und Landeszuschüssen gesammelt. "Eigentlich war das mein schönster Erfolg als Ortsvorsteher", sagt Gehlen, der dieses Jahr 80 Jahre alt wird. Von 1974 bis 1979 war er Chef des Höhenstadtteils - damals allerdings noch als CDU-Mitglied. Nach seinem Wechsel zur UBM übernahm er 1999 wieder das Zepter im Tarforster Ortsbeirat und setzt sich 2004 erneut durch. "Aber jetzt sollen ruhig mal junge Leute ran", sagt Gehlen. Denn auch seine 74-jährige Stellvertreterin von der SPD, Ingeborg Friedrich, kandidiert nicht mehr.

Ganz so jung sind die potenziellen Nachfolger freilich nicht: Für die UBM kandidiert der 55-jährige Alfons Willems. Ebenfalls 55 Jahre alt ist Raimund Schmitz, der, wie schon 2004, für die CDU antritt. Die FDP schickt ebenfalls ihren Kandidaten von 2004, den 68-jährigen Wolfgang Schaab, ins Rennen.

Die SPD hatte zwar ebenfalls bereits einen Kandidaten ausgeguckt, der habe sich jedoch "aus persönlichen Gründen" wieder zurückgezogen, wie Regina Bux, Beisitzerin im SPD-Ortsverein Tarforst/Kernscheid/Irsch, erklärt. Die Grünen hatten 2004 keinen Ortsvorsteher-Kandidaten in Tarforst aufgestellt, könnten die Gelegenheit, die der Rückzug von Platzhirsch Gehlen bietet, diesmal allerdings nutzen. "Aber wir sind noch bei der Kandidaten-Suche", sagt Uschi Britz, Geschäftsführerin der Grünen-Stadtratsfraktion.

Gute Chancen rechnen sich vor allem UBM und CDU aus: "Marcellus Gehlen hat als UBM-Vertreter sehr gute Arbeit gemacht, davon wird Alfons Willems, der außerdem sehr bekannt ist in Tarforst, profitieren", ist Manfred Maximini, Ehrenvorsitzender der UBM, überzeugt. "Unser Kandidat Raimund Schmitz hatte 2004 im ersten Wahlgang die meisten Stimmen - und unterlag Herrn Gehlen dann erst in der Stichwahl", hält der Tarforster CDU-Vorsitzende Christian Bamler dagegen. "Wenn wir Glück haben, schaffen wir es in die Stichwahl", sagt Karl-Josef Gilles, Stellvertretender Vorsitzender der Trierer FDP. Finden auch die Grünen einen Kandidaten, könnten auch sie ein Wörtchen mitzureden haben: Denn durch die uni-nahen Neubaugebiete hat Tarforst mittlerweile knapp 7000 Einwohner, viele davon junge Akademiker - die als klassische Grünen-Wähler gelten.