1. Dossier

Der Süden ist jung und studentisch

Der Süden ist jung und studentisch

Zentrumsnah gelegen mit guter Infrastruktur und schönen alten Wohnvierteln. Triers einwohnermäßig viertgrößter Stadtteil Trier-Süd ist eine gefragte Lage. Der TV blickt zum Auftakt der zweiwöchigen Stadtteiltour in die Statistik.

Trier. Viele Studenten sorgen dafür, dass Trier-Süd ein junger Stadtteil ist - das zeigt sich an mehreren Punkten in der Statistik, die uns das Amt für Stadtentwicklung und Statistik dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.

Fläche: Flächenmäßig ist Trier-Süd der zweitkleinste der 19 Trie rer Stadtteile - nur Filsch auf den Trierer Höhen ist noch kleiner. Trier-Süd hat eine Fläche von 164,8 Hektar, die sich auf die beiden Stadtbezirke Barbara (61,4 Hektar, direkt anschließend an die Südallee gelegen) und Matthias (103,4 Hektar) verteilen. Zum Vergleich: Trier ist ingesamt 11 700 Hektar groß.TV-Stadtteiltour Trier-Süd


Einwohner: Trotz kleiner Fläche ist Trier-Süd dicht besiedelt: laut Statistik gab es zum 31. Dezember 2013 dort 9386 Einwohner, die sich auf die beiden Stadtbezirke übrigens nahezu gleich verteilen (Barbara: 4517, Matthias 4869). In den vergangenen Jahrzehnten ist der Stadtteil einwohnermäßig geschrumpft. 1990 lebten 10 139 Menschen in Süd, 1970 sogar 12 421.

Veränderungen: Der Blick auf die Veränderungen des vergangenen Jahres zeigt demgegenüber aber einen positiven Trend. 100 Geburten in Trier-Süd standen 83 Sterbefälle gegenüber. Der Stadtteil scheint sich also leicht zu verjüngen. Zudem verzeichnet die Statistik 1477 Menschen, die nach Trier-Süd gezogen sind, aber nur 1393, die wegzogen. Der Stadtteil ist also im vergangenen Jahr um 101 Bewohner gewachsen.

Geschlecht: Beim Geschlechterverhältnis liegt Trier-Süd genau im Trend der Gesamtstadt. Es gibt einen leichten Frauenüberschuss. 53,1 Prozent der Bevölkerung sind in Trier wie in Trier-Süd weiblich.

Altersstruktur: Der Blick auf die Altersstruktur zeigt einen Besonderheit, die es bisher bei den Stadtteiltouren noch nicht gab. Betrachtet man die Bevölkerung in Zehn-Jahres-Abschnitten, so machen in Trier-Süd die 20- bis 30-Jährigen den größten Anteil aus. 1959, also 20 Prozent der 9386 Einwohner, sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Erklären lässt sich das möglicherweise mit dem hohen Anteil an Studenten. In anderen Stadtteilen, die wir in der Stadtteiltour beleuchtet hatten, lag der Anteil meist nur um die zehn Prozent.
Die Trier-Süder Zahlen im Detail:
0 bis unter 10 Jahre: 674;
10 bis unter 20 Jahre: 609;
20 bis unter 30 Jahre: 1959;
30 bis unter 40 Jahre: 1621;
40 bis unter 50 Jahre: 1247;
50 bis unter 60 Jahre: 1183;
60 bis unter 70 Jahre: 790;
70 bis unter 80 Jahre: 840;
80 bis unter 90 Jahre: 393;
90 Jahre und älter: 70.

Familienstand: 36 Prozent der Trierer sind verheiratet, 49 Prozent ledig. Auch hier scheint der Studentenanteil sich in Trier-Süd auszuwirken: Dort sind nämlich nur 30 Prozent der Bevölkerung unter der Haube, 52 Prozent sind ledig. 642 Menschen sind verwitwet (6,8 Prozent), 849 (neun Prozent) geschieden. Eine weitere Besonderheit zeigt der Punkt Lebenspartnerschaften. Während es in vielen Stadtteilen dort noch überhaupt keine Einträge gibt, sind in Trier-Süd gleich 14 gemeldet.

Haushalte: Die 9386 Einwohner von Trier-Süd leben in 6901 Haushalten. In 754 davon gibt es Kinder. 5357 Menschen sind alleinstehend, davon haben 288 Kinder.

Ausländer: Wo viele Studenten leben, geht es normalerweise auch internationaler zu. Auch das scheint sich in der Statistik zu spiegeln. So liegt der Ausländeranteil in Trier-Süd bei 9,8 Prozent. Der städtische Durchschnitt beträgt 8,5 Prozent. Die 919 Ausländer leben in 604 Haushalten.

Religion: In dörflichen Stadtteilen, das zeigte die Stadtteiltour bisher, lag der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung teils bei 70 Prozent, wie zuletzt etwa in Euren. In eher städtisch geprägten Stadtteilen ist die religiöse Bindung geringer. 5668 Menschen in Trier-Süd bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche, das sind 60 Prozent (Durchschnitt in Trier: 63 Prozent). 1120 sind evangelisch, die anderen machen dazu keine Angaben, sind konfessionslos oder gehören anderen Religionsgemeinschaften an.

Verkehr: Wie zuletzt schon Euren, so überrascht auch in Trier-Süd der Blick in die Zulassungsstatistik. Obwohl man in Trier-Süd viele Dinge des täglichen Bedarfs zu Fuß erledigen kann und obwohl Studenten durch das Semesterticket günstig den öffentlichen Nahverkehr nutzen können, kommen auf 1000 Einwohner stolze 788 PKW. Der Schnitt in der Gesamtstadt liegt bei 454 je 1000 Einwohner. Die absoluten Zahlen in Trier-Süd: Es gibt 4397 Kraftfahrzeuge, darunter 3689 PKW, von denen 3450 privat und 239 gewerblich angemeldet sind.

Arbeitsmarkt: In Trier-Süd sind 6597 Menschen im arbeitsfähigen Alter zwischen 18 und 65 Jahren. 2906 sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 300 sind arbeitslos. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,5 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtstadt liegt sie bei 5,5 Prozent.

... und morgen: Ein Blick in die Geschichte des Stadtteils von unserem Experten Roland Morgen.Extra

Liebe Leserinnen, liebe Leser! Ab heute wird unsere Serie TV-Stadtteiltour fortgesetzt. In den nächsten zwei Wochen sind wir in Trier-Süd unterwegs. Wir berichten über die Geschichte des Stadtteils, stellen Menschen vor, lassen Jugendliche zu Wort kommen und die Ortsvorsteherin, und wir feiern am nächsten Wochenende mit dem Stadtteil. Auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, sind gefragt: Wie lebt es sich in Trier-Süd? Was gefällt Ihnen an Ihrem Stadtteil? Was sollte sich ändern? Schreiben Sie uns per E-Mail an echo@volksfreund.de (bitte Name und Anschrift nicht vergessen!).