Die FDP zeigt Flagge

Kein eigener Bewerber, aber einer, der passt: Als sechste und letzte Fraktion des Bitburger Stadtrats bezieht nun auch die FDP Position in der "B-Frage" nach dem neuen Bürgermeister. Die Liberalen sagen dem Kandidat der Freien Bürgerliste (FBL) ihre uneingeschränkte Unterstützung zu.

Bitburg. "Wir haben lange gewartet, weil wir hofften, dass sich von auswärts vielleicht ein gestandener Wirtschafts- oder Finanzfachmann als Kandidat melden würde", sagt FDP-Fraktions-Chefin Marie-Luise Niewodniczanska. Doch die drei Bewerber, die sich in Bitburg von außerhalb um das Bürgermeister-Amt beworben haben, flogen bereits aus dem Rennen, noch bevor es richtig begann. Sie wurden weder von einer in Bitburg vertretenen politischen Gruppe als Kandidat nominiert, noch gelang es ihnen, die für einen Einzelbewerber nötigen 80 Unterstützer-Unterschriften zu sammeln (der TV berichtete).

Als die Kandidatur von Frank Schaal bekannt wurde, entschieden sich die Liberalen, auf einen eigenen Kandidaten zu verzichten. "Wir haben uns nach einem langen Vorstellungsgespräch dazu entschlossen, ihn zu unterstützen. Und zwar einstimmig", sagt Niewodniczanska. Damit hat sich die FDP der FBL angeschlossen. Und zwar ausnahmslos überzeugt, wie eine Mitgliederversammlung zeigte.

"Dank seiner Universitätsausbildung, seiner wirtschaftlichen Kompetenz und seiner menschlich positiven, sympathischen Ausstrahlung bringt Frank Schaal alle Voraussetzungen mit, um ein Bürgermeisteramt erfolgversprechend auszufüllen", sagt Niewodniczanska. Doch selbstverständlich sei vor allem die Übereinstimmung in wichtigen politischen Zielen ausschlaggebend gewesen.

Mit der FDP liegt Schaal vor allem durch sein deutliches Bekenntnis zur Stärkung der Innenstadt auf einer Wellenlänge. "Wir haben ihn auch auf die desolate finanzielle Situation der Stadt aufmerksam gemacht. Es kommen schwere Zeiten und magere Jahre auf Bitburg zu. Der Haushalt muss konsolidiert werden, denn 800 000 Euro Zinsen im Jahr sind verheerend. Und unseren Kindern gegenüber ist weiteres Schuldenmachen unverantwortlich", sagt Niewodniczanska. Eine Erhöhung der Gewerbesteuer kommt für die Liberalen als Möglichkeit, die Stadtkasse zu füllen, allerdings auf keinen Fall in Frage, denn - so die Meinung der FDP: "Die Selbstständigen und unser Mittelstand werden schon jetzt viel zu stark belastet in diesem Land."

Meinung

Bunter Rat, bunte Wahl

Beachtlich: Jede der sechs Fraktionen im Stadtrat hat in Sachen Bürgermeister-Wahl Flagge gezeigt. Das Ergebnis ist so bunt wie der Rat: vier Kandidaten verschiedener Fraktionen und ein Einzelbewerber. Eine gute Ausgangslage für den Wähler, der in Bitburg wirklich eine Wahl hat. Das sollten die Bitburger schätzen und deutlich Flagge zeigen - so wie ihr Rat. d.schommer@volksfreund.de